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Grünes Licht

Foto: Lpa/Corrà

Die Agentur für die Verfahren und die Aufsicht im Bereich öffentliche Bau-, Dienstleistungs- und Lieferaufträge hat am Donnerstag die Ausschreibung für die Vergabe der Dienste für die außerstädtischen Buslinien im öffentlichen Nahverkehr veröffentlicht.

Wie gesetzlich vorgesehen sind nun die Dienste für die außerstädtischen Buslinien im öffentlichen Nahverkehr ausgeschrieben. „Damit wollen wir die Dienste für alle weiter verbessern“, so LR Alfreider.

Die Agentur für die Verfahren und die Aufsicht im Bereich öffentliche Bau-, Dienstleistungs- und Lieferaufträge hat am Donnerstag die Ausschreibung für die Vergabe der Dienste für die außerstädtischen Buslinien im öffentlichen Nahverkehr veröffentlicht. Für Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider ist damit ein wichtiger Schritt für die Neuorganisation des öffentlichen Nahverkehrs in Südtirol gemacht. Für ein nachhaltiges, smartes und faires Busangebot für alle werden die außerstädtischen Dienste teils Inhouse organisiert und teils ausgeschrieben.

Ausschreibung von 648 Millionen Euro aufgeteilt in zehn Lose 

Die Dienste für die außerstädtischen Buslinien und somit rund 21 Millionen Buskilometer sind jetzt aufgeteilt in zehn Lose EU-weit ausgeschrieben. Insgesamt beträgt die Ausschreibungssumme rund 650 Millionen Euro, auf zehn Jahre aufgeteilt. Durch die Lossperre kann ein Unternehmen maximal drei der zehn Lose zugeteilt bekommen.

„Unser wichtigstes Ziel ist es, möglichst kapillar überall in Südtirol öffentliche Verkehrsmittel anzubieten, diese gut zu vernetzen und die Dienste für alle Fahrgäste – Einwohner wie Urlaubsgäste – qualitativ weiter zu verbessern, damit immer mehr Menschen statt dem Privatauto die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen“, betont der Mobilitätslandesrat. „Egal wo in Südtirol ich wohne, soll in der Nähe ein öffentliches Verkehrsmittel sein, das gut vernetzt und zuverlässig ist und das ich bequem und preisgünstig nutzen kann“, erklärt Alfreider die Intention des Landes.

„Wir wollen unseren Bürgerinnen und Bürgern einen qualitativ hohen und zuverlässigen Dienst bieten“, unterstreicht auch Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Auftrag des Landtags, Gesetzesvorgaben und Zusammenarbeit mit Experten und Behörden

Ausgearbeitet wurde die Neuorganisation der Dienste von der  Landesabteilung Mobilität und der Vergabeagentur des Landes mit Beratung nationaler und internationaler Experten sowie wichtiger nationaler und internationaler Organisationen in diesem Bereich wie AGCM, ART und ANAC. Miteinbezogen wurden Interessensgruppen und alle wichtigen Akteure (Vertreter des Sektors, Pendler, Wirtschaftsverbände, Verbraucherzentrale, Gewerkschaften usw.)

Für den Bereich gilt neben den Vorgaben der EU (EU-Verordnung Nr. 1370 von 2007) auch das Mobilitätsgesetz des Landes von 2015. Der wesentliche Schritt zur Änderung des Vergabemodus wurde im Landtag gesetzt. Der Landtag hat 2019 mit einem einstimmigen Beschluss der Landesregierung klar den Auftrag erteilt, die Vergabe der Dienste neu zu organisieren. 2019 hat der Landtag auch das Vergabegesetz entsprechend abgeändert.

Nächste Schritte in Richtung Fahrplan für die Zukunft 

Die nach dem neuen Modus zu vergebenden Dienste sollen noch im Herbst 2021 starten. Bereits jetzt schon fahren rund 125.000 Menschen in Südtirol pro Tag mit dem Bus.

Und es sollen noch mehr werden: Die aktuell jährlich 34 Millionen gefahrenen Buskilometer laut Mobilitätsplan sollen weiter erhöht werden, unterstreicht Alfreider, der den Dienst für alle Fahrgäste im ganzen Land weiter ausbauen will. „Wir setzen deshalb auf ein nachhaltiges, smartes und faires Angebot für Pendler und Fahrgäste und auch für die Anbieter und ausführenden Firmen, sei es öffentliche als auch private, auf Basis der gesetzlichen Vorgaben“, betont der Mobilitätslandesrat.

Effizientes Angebot mit Fokus auf den Bedürfnissen der Fahrgäste und dem Umweltschutz 

Laut Alfreider ist es nun wichtig, den „Fahrplan für morgen“ bereitzustellen, und zwar mit mehr Fahrmöglichkeiten, mehr Komfort bis zum letzten Meter, einem smarten und effizienten Serviceangebot mit Echtzeitkommunikation und verbessertem Ticketing-System und noch mehr Digitalisierung, an der weitergearbeitet werde. „Insgesamt wird auch weniger Kohlendioxidausstoß durch neue saubere Antriebe angestrebt“, hebt der Landesrat hervor. Derzeit nutzen etwa die Hälfte der Menschen in Südtirol noch das eigene Auto. „Bereits 2030 sollen zwei Drittel aller Wege mit dem Fahrrad und den öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zurückgelegt werden“, sagt Alfreider. „Wir wünschen uns eine rege Teilnahme an der Ausschreibung. Um diesen Dienst zur Zufriedenheit der Südtiroler durchführen zu können, brauchen wir künftig professionelle und loyale Partner“, sagt Alfreider abschließend.

Fahrplan für die Zukunft: 2030.suedtirolmobil.info

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (5)

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  • andreas

    Max. 3 von 10 Losen ist eine Anti-SAD Regelung.

    Start Herbst 2021 schließt auch schon einige aus, da nach der Entscheidung wohl relativ wenig Zeit bleibt, sich zu organisieren.

    Mal schauen, ob diese Ausschreibung sattelfest ist und viele einheimische Unternehmen zum Zuge kommen, was zu hoffen wäre.

    Interessant wäre zu wissen ob Gatterer die Busse rausrückt, welche mit Steuergeldern bezahlt wurden.

  • papaf

    Super Politiker und Beamte. Freie Fahrt für Tundo und Flixbus bis ins hinterste Tal und auf die höchste Alm.

  • zusagen

    Um die Leute dazu zu bewegen mit öffentlichen Mitteln zu fahren muss aber endlich was getan werden. Es nützt nichts dass die einen mit dem Fahrrad eine lebensgefährliche Fahrt mit dem Fahrrad zum Bahnhof riskieren, während andere die dadurch für sie frei werdenden Straßen zum austoben und Selbstinzenierung verstehen

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