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Damen im Abseits

Foto: Facebook/ A.F.C. Unterland Damen

Im Südtiroler Damenfußball gehen seit einigen Tagen die Wogen hoch, weil die Fußballerinnen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen nicht mehr trainieren dürfen.

von Lisi Lang

„Ich bin einfach nur stuff“, sagt Fabiano Nardon, Präsident des A.F.C. Unterland Damen. „Ich habe wirklich nichts gegen Virtus Bolzano oder den FC Südtirol, aber ich finde es nicht richtig, dass sie trainieren dürfen, wir aber ebenfalls weiterhin an der Meisterschaft teilnehmen müssen, gleichzeitig aber nicht mehr trainieren dürfen“, ärgert sich Fabiano Nardon. Seit Monaten sehe sich der Verein mit großen Ungewissheiten konfrontiert. „Man weiß einfach nie, ob man spielen darf und wie“, kritisiert der Präsident des A.F.C. Unterland Damen – und das obwohl man sich wie die männlichen Kollegen strikt an die Regeln und Vorgaben halte.

Seit Montag wurde die Trainingstätigkeit in Sportvereinen in Südtirol mit einer neuen Dringlichkeitsverordnung auf ein Mindestmaß reduziert. Zugelassen bleiben nur Trainingseinheiten für Profisportler, Athleten der Nationalmannschaften und Teilnehmer an Meisterschaften der höchsten nationalen Amateurligen.

Und genau hier liegt der Haken: „Dies bedeutet, dass in Südtirol die Männerfußballvereine FC Südtirol und AC Virtus Bolzano nach wie vor trainieren und spielen dürfen, während den höchsten Fußball Damenmannschaften Unterland Damen und SSV Brixen OBI, welche an der Serie C national teilnehmen, dies verwehrt bleibt. Der AC Virtus Bolzano darf laut Auskunft der Provinz weiterhin trainieren, weil die Serie D die höchste Liga der Männer der LND und somit der nationalen Amateur-Meisterschaft ist. Allerdings gilt dies auch für die Serie C national der Frauen. Das Problem hierbei ist, dass der Frauenfußball in Italien offiziell erst ab der Saison 2022/23 als Profisport gilt. Dies bedeutet, dass es in Italien zur Zeit keine professionellen Fußballerinnen gibt, sondern alle als Amateure gelten. Rein theoretisch wäre die höchste Liga (Serie A der Frauen) keine Profiliga, sondern eine Amateurliga und somit gilt die Serie C national der Frauen, auch wenn sie, wie die Serie D der Männer, die höchste Liga der LND ist, nicht mehr als höchste Liga der Amateure“, erklären die Unterland Damen in einem offenen Brief das Problem.

Die Spielerinnen können über diese Ungleichbehandlung nur den Kopf schütteln.

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