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„Gegen Enteignungen“

ASGB-Chef Tony Tschenett

Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), geht hart mit Josef Unterholzner, Gründer der Partei „Enzian“, ins Gericht. Anlass ist die Forderung Unterholzners, den Lohn der Landes- und Staatsangestellten um 25 Prozent zu kürzen.

Laut Tschenett sei mit solchen populistischen Forderungen niemandem geholfen, sie würden nur dazu beitragen, die Gräben zwischen Privatwirtschaft und öffentlichen Dienst weiter zu vertiefen:

„Die prekäre Situation in der Privatwirtschaft für Lohnabhängige und Unternehmen ist allen bekannt. Und ja, es bedarf an dringenden Unterstützungsleistungen, um die Betroffenen aufzufangen. Dies darf aber nicht durch die Enteignung eines Viertels des Einkommens der öffentlich Angestellten bewerkstelligt werden. Herr Unterholzner schürt den Neid und kanalisiert den Frust jener, die besonders unter den Beschränkungen des epidemiologischen Notstandes Covid-19 leiden, auf jene, die ihre Gehälter regulär ausbezahlt bekommen. Derartige Aussagen sind äußerst fahrlässig und dem sowieso schon aufgeladenen Klima im Land nicht dienlich.“

Der ASGB-Chef mahnt zu einer sachlichen Debatte:

„Fakt ist, dass öffentlich Bedienstete regulär arbeiten konnten und dementsprechend keine Lohneinbußen hatten. Seien wir also froh, dass wir diese Kategorie finanziell nicht stützen müssen. Fakt ist auch, dass die Situation in der Privatwirtschaft leider weniger rosig ist, und sich viele Arbeitnehmer und Unternehmer in einer Situation befinden, in der sie nicht wissen, wie sie ihre Rechnungen bedienen sollen. Daher sollten wir gemeinsam nach Lösungen suchen, wie schnellstmöglich eine spürbare Hilfe für diese Personen bewerkstelligt werden kann, statt Energie darauf zu verwenden, Enteignungen anzustreben und eine Neiddebatte zu schüren.“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (8)

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  • tirolersepp

    Was sagte Herr Unterholzner überhaupt: „In China ist ein Reissack umgefallen“

  • batman

    Sie suchen gemeinsam nach Lösungen!
    Sie suchten und suchten und suchten und wenn sie nicht gestorben sind suchen sie heute noch.

    LÖSUNGEN gibt es genug, wenn man nur wollte.

  • sepp

    wer nimmt den den ernst nur beinlich drf typgib zui das a SVPler bisch woas man woll fan ASGB und nett für die arbeitnehmer längst bekannt olle toge die pappen aureissen mir wissen scondas in landtag willsch

  • franz1

    I tat sogn der Unterholzner hot des gonze nur abissl unglücklich formuliert.
    Nit Löhne kürzen, sondern die „Privilegien“ der öffentlichen Angestellten auch in der Privatwirtschaft anwenden.

  • protea

    Ich verstehe nicht, warum sich die KLEINEN bekriegen!
    Wenn die Arbeit nicht mehr genügt, um uns und unsere Kinder ehrlich über die Runden zu bekommen, wo holen wir’s uns dann? Beim KLEINEN? Nein, dort, wo auf Kosten der Kleinen angehäuft wurde.

  • sorgenfrei

    Protea: sehr richtig!

  • drago

    Ich warte nur darauf, was der Herr bei den nächsten Gehaltsverhandlungen der öffentlich Bediensteten sagen wird. Da wird er dann wieder die Gehaltsunterschiede mit den Privatangestellten und fehlenden Anpassungen als Begründungen für überzogene Forderungen anführen. Dann kein Wort mehr davon, dass die meisten Privatangestellten im Lohnausgleich waren und Monate auf diesen gewartet haben, während die öffentlich Bediensteten in den Büro und Heimoffices ihr volles Gehalt bezogen haben (sie haben ja auch ihre „Leistung“ gebracht. LOL).

  • demo

    In wenigen Wochen werden Konten gesperrt und Familien wissen nicht mehr ein und aus weil sie keine Arbeit haben?. Und dieser Gewerkschafts Fuzzi regt sich auf weil sein Lohn gekürtzt werden soll. Die einzige Antwort auf die Gier der Geldgeilen Säcke ist: Zahlt denen keinem Gewerkschaftsbeitrag mehr.

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