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Filmkultur statt Resignation 

„Until We Return“ – Leben auf Canna

Der Filmclub macht der dramatischen Kino-Lage zum Trotz weiter. Mit Filmkultur und mit ZeLIG und BFFB.

von Renate Mumelter

„Until We Return“ ist zwar ein Filmtitel, könnte aber genauso gut als Motto über der online-Initiative des Filmclubs stehen, die am Donnerstag gestartet ist. Für die Reihe  „non molliamo – weiter geht’s“ hat der Filmclub die Zusammenarbeit mit der Filmschule ZeLIG und dem Filmfestival Bozen gesucht und gefunden. Gezeigt werden Arbeiten aus der Bozner Filmschule. Dazu gibt es Gespräche mit den AutorInnen. 

Martin Telser

„Ich finde es super, dass der Filmclub endlich wieder startet“, sagt Martin Telser, der Regisseur des Films mit dem bedeutungsvollen Titel „Until We Return“. Der Film ist ein Corona-Opfer. Zwei Mal hätte er am BFFB laufen sollen, zu anderen Festivals war er auch eingeladen. Dann aber kam die Pandemie und das Aus für Kinos und Festivals. Martin Telser sagt, diese online-Initiative sei für ihn „eine Super Gelegenheit, den Film einem größeren Publikum zu zeigen“.

Martin Telser

Until We Return

Der Abschlussfilm von Martin Telser entstand 2019, in einer Zeit ohne Corona. Er erzählt von jungen und älteren Menschen, die in einer Lockdown-ähnlichen Abgeschiedenheit auf der Insel Canna leben. Da muss die Vorratskammer immer gut gefüllt sein. Einkaufen ist nur möglich, wenn die Fähre kommt. Ob sie kommt, bestimmt das Wetter, und das ist nordöstlich von Schottland durchaus launisch. Zwei Stunden lang ist die Fähre vom Festland unterwegs. Ein schneller Sprung in die Stadt undenkbar. Die Menschen auf Canna müssen miteinander und mit sich selbst zurechtkommen. Früher lebten 400 Leute hier, heute sind es weniger als 20, jüngere und ältere. Sie erzählen, warum sie da sind. In „Until We Return“ ist auch vom Zauber des Kinos die Rede. Der fehlt einigen Inselbewohnerinnen. 

Die Bilder des Films atmen Weite, eine Weite, die auf der Leinwand besser leben könnte. Mit etwas Vorstellungsvermögen geht es aber auch über den PC. Ich wünsche dem Film und dem Talk zwischen Martin Telser und Angelika König möglichst viel Publikum.

Weiter geht’s

Die Reihe „Non molliamo – Weiter geht’s“ läuft vorerst bis zum 1. April. Nach „Until We Return“ folgt kommenden Donnerstag, eine Arbeit, die ins Bozen des Jahres 2007 zurückführt mitten in das Leben der Sinti-Familie Gabrielli, die damals auf einem Bauareal untergebracht war. 2006 erst war der Verein „Nevo Drom“ gegründet worden, dessen Präsident Radames Gabrielli ist, einer der Protagonisten des Films. Regisseur Giuseppe Schettino wird im Talk mit Brigitte Hofer von sich selbst und seinem Projekt erzählen.

Zauberwort Kooperation

Dass es dem Filmclub möglich war, diese Reihe auf die Beine zu stellen (die Geldmittel sind mangels Einnahmen äußerst knapp), ist den gelungenen Kooperationen zu verdanken und dem Engagement vieler Freiwilliger. Sie haben ihre Kompetenzen gegen das Vergessen und für die Filmkultur zur Verfügung gestellt. 

Filmkultur ist eben nicht nur das Abspielen dessen, was die Verleihfirmen gerade anbieten, Filmkultur schaut auch zurück und nach vorne, sie begleitet und rundet ab und findet Nischen. 

 

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