Du befindest dich hier: Home » News » Geplantes Takeaway-Verbot

Geplantes Takeaway-Verbot

Foto: 123rf

Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi will das Ausgeben von Speisen und Getränken in Bozen verbieten, doch es gibt rechtliche Zweifel. Sein Vize Luis Walcher ist (eigentlich) dagegen. 

von Thomas Vikoler 

Der Frühling ist nahe und in Bozen kam es am Wochenende zu größeren Menschenansammlung. Insbesondere vor den Bars und Cafés, die Essen und Trinken zum Mitnehmen anbieten. Inzwischen wird diese Praxis auch hierzulande allgemein Takeaway genannt. 

Nach der ersten Lockdown-Verordnung des Landeshauptmannes sollte diese Form der gastronomischen Versorgung untersagt werden, laut der nachgeschobenen Verordnung vom Samstag ist sie aber erlaubt. 

So wie Takeaway zuletzt in der Landeshauptstadt praktiziert wurde, ist es zweifellos nicht dazu geeignet, das Infektionsgeschehen zu beruhigen. Die Stadtpolizei verhängte allein am Sonntag 45 Strafen wegen Verstößen gegen die Covid-19-Regeln, etwa wegen Nicht-Tragens einer Maske oder Essens oder Trinkens auf öffentlichem Grund. 

Bekanntlich dürfen die erworbenen Speisen und Getränke nicht vor dem Lokal konsumiert werden. Eigentlich unmöglich, wie sich herausstellt. 

„So wie das hier praktiziert wird, ist das ein reines An-Der-Nase-Herumführen“, sagt Bozens Bürgermeister Caramaschi. 

Deshalb war er am Montag den ganzen Tag über damit beschäftigt, einen juristischen Weg zu finden, die Essens- und Getränkeausgabe an Bars und Restaurants per Verordnung zu verbieten. 

Am Montag Nachmittag, nach einem Telefonat mit Eros Magnago, dem Generalsekretär des Landes, war der Stand der Beratungen Folgender: Ein Bürgermeister darf ein derartiges Verbot nicht aussprechen, es verstößt gegen ein Notdekret des Ministerpräsidenten. Mit Antonio Travaglia, dem Generalsekretär der Gemeinde, tüftelte Caramaschi später an einer Lösung. Und er führte ein Telefonat mit Regierungskommissär Vito Cusumano über eine einstweilige Intensivierung der Kontrollen vor den Bars und Cafés. 

Es gibt aber auch eine zweite Option: Der Landeshauptmann, der am Dienstag in der Landesregierung weitere Verschärfungen des seit Montag geltenden Lockdowns vorschlagen wird (nach der überraschenden Lockerung am Samstag), könnte in der nächsten Verordnung einen Bozner Passus einfügen. So wie im Frühjahr, als es dem Bürgermeister erlaubt wurde, den Ausgang von Personen zusätzlich einzugrenzen. 

Bozner SVP-Vizebürgermeister Luis Walcher war damals gegen eine entsprechende Verordnung und ist es auch diesmal, beim Takeaway-Verbot, wie er am Montag nach dem Stadtrat erklärte. „Ich bin gegen derartige Verbote, sehe aber durchaus ein, dass man, wenn sich 30 bis 40 Personen vor einem Lokal versammeln, und mehr Kontrollen nichts nützen, etwas unternehmen muss.“ 

Claudio Della Ratta, Rat der oppositionellen Liste Zanin, ist hingegen davon überzeugt, dass der Bürgermeister sofort einschreiten müsse und auch könne. „Er braucht nicht auf das Land warten, sondern kann sofort eine Verordnung erlassen.“

So einfach ist aber offenbar nicht. 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (20)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • insider84

    Will der Bürgermeister wieder seine Macht missbrauchen? Was kommt als nächstes? 200 m Regel?

  • goggile

    WANN WERDEN ALLE VERANTWORTLICH EN VERKLAGT, DASS ES GEINE ZUGÆNGLICHEN TOILETTEN MEHR GIBT??

    BEGIBT EUCH UNTER DIE ERSTE BRÙCKE RICHTUNG SARNTAL NEBEN DER TALFERBRÜCKE. EIN WAHNSINN WAS SICH DORT NOTGEDRUNGEN AN KOT UND URIN ANSAMMELT

  • positivegedanken

    Wenn sich doch die Bevölkerung an die Regeln halten würden. Seht euch doch mal um. Vor den Bars Grüppchen von Menschen, die masken unter dem Kinn sa ja zum Kaffee auch die Zigarette gehört und ich habe auch schon gesehen dass trotz Verbot im inneren der Bars sich Kunden aufhalten. Das wird so nix. Ist es wirklich so schwierig seinen Kaffee zu zahlen und sich irgendwo ALLEINE hinzustellen und diesen zu konsumieren? Aber die bösen sind dann immer die anderen. ☆☆

  • diplomat

    takaway von Kaffee ist ein Witz und soll verboten werden. Essen abholen wird bei entsprechender Organisation doch möglich sein ohne Menschenansammlung (anrufen, Nummernausgabe, Zeitvereinbarung usw.). Wo ist das Problem? Warum müssen wiedereinmal alle für einige schwarze Schafe bezahlen? Kontrollieren ist das Gebot der Stunde, aber nciht gleich strafen. Wenn sich dann jemand widersetzt, strafen und Doppeltäter doppelt strafen.

  • positivegedanken

    Leider verstehen es die meisten nur, wenn es über den Geldbeutel geht.
    Was vor manchen Lokalen abgeht spottet dem Lockdown. Manche glauben wirklich über dem Gesetz zu stehen. Wie di schreibst müsste viel mehr kontrolliert werden.

  • huggy

    Wie die Untertanen beim sich beim Takeaway benehmen sofort Verbot im ganzen Land, nicht nur in Bozen

  • heustadel

    Das ist dort kein lockdown wenn in der stadt bei den kaffe baren tische stehen und dort die menschen ansammeln und die kleider geschäfte darfen nicht öffnen dümmer geht,s nicht mehr

  • batman

    Standpunkte von John Ioannidis zur COVID-19-Pandemie

    Im März 2020 kritisierte Ioannidis in einem Editorial auf der Website STAT den Mangel an empirischen Belegen bei der politischen Entscheidungsfindung in der globalen Reaktion auf die COVID-19-Pandemie und nannte sie ein „Evidenz-Fiasko, wie es in einem Jahrhundert nur einmal vorkommt“.[11] In einem Interview bezeichnete Ioannidis die Szenarien von 40 Millionen Todesfällen weltweit und über zwei Millionen Todesfällen in den Vereinigten Staaten im Falle eines Nichtstuns für „augenscheinlich Science-Fiction“. Die Schäden der Massenquarantäne könnten laut Ioannidis „viel schlimmer sein als alles, was das Corona-Virus anrichten kann“. So sei es zum Beispiel allgemein bekannt, dass die Selbstmordrate mit jedem einprozentigen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 1 % steigt. Kindesmissbrauch und häusliche Gewalt nähmen zu. Es gebe bereits Hinweise darauf, dass diese Probleme eskalierten.

    Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/John_Ioannidis

    • diplomat

      …. und wer ist Ioannidis? ein Wahrsager, Verschwörungstheoretiker, Prophet oder Hellseher? Tatsache ist die Übersterblichkeit im Lande oder ist das gelogen? Dass man dann mit der Pandemie auch vernünftiger umgehen kann – vor allem wenn die Mehrzahl der Bürger vernünftig wäre, was leider bei uns in Südtirol nicht der Fall ist, das haben wir ja mit den Feiern in den Medien gesehen – steht auf einem anderen Blatt. Aber einfach grundsätzlich solche Theorien zu verbreiten wie Ioannidis ist ebenfalsl humbug und fahrlässig.

      • cicero

        @diplomat
        John Ioannidis ist ein Schwergewicht in der Welt der Forschung an dem niemand vorbeikommt. Er zählt zu den 10 Top Wissenschaftlern der Welt und arbeitet an der Stanford University.
        Seine Forschungsergebnisse sind über jeden Verdacht erhaben. Er erstellte Studien zu den Todesfällen von Covid und widerlegte klar, dass Covid eine Seuche sei die ganze Bevölkerungsteile hinwegrafft, sondern die Sterblichkeit beträgt durchschnittlich 82 Jahre was exakt der Lebenserwartung der europ. Bevölkerung entspricht. Kurz gesagt, auch ohne Corona wird der Mensch (durchschnittlich) halt nicht älter.
        Kürzlich gab er eine Studie heraus, dass der lockdown nicht viel bringt, die Schäden aber enorm sind und die Politik eigentlich verpflichtet wäre da abzuwägen, wie es bei jeder anderen Maßnahme auch gemacht wird.
        Gefährdete Personen sollen geschützt werden so gut es geht, wobei wenn das Lebensende da ist, das halt auch zu akzeptieren ist. Aber dass Kinder und junge Leute die selbst kein Risiko haben zu erkranken von der Arbeit und vom Leben insgesamt abgehalten werden, ist unverantwortlich. Denn schließlich sorgen sie für die Alten.

        • diplomat

          Solange es einen selbst nciht betrifft, sind die Statistiken ganz nett und glaubwürdig. Wenn es einem dann selbst trifft mit 50/60 Jahren dann sieht die Welt ganz anders aus …. oder wenn aufgrund von Übelastung des Krankenhauses, dringende OP’s verschoben werden müssen. Mittlerweile rudert Ioannidis selbst auch zurück und verharmlost seine bescheuerten Aussagen vor einiger Zeit

  • drago

    Was soll das? Es ist bereits jetzt verboten, auf der Straße oder öffentlich zugänglichen Flächen zu konsumieren. Wenn der BM von Bozen nicht in der Lage ist, dieses Verbot durchzusetzen, wie will er dann das Take-away-Verbot durchsetzen.
    Sorry, aber typisch italienisch. Es wird nicht das bestehende Gesetz durchgesetzt, sondern ein neues erlassen. Warum sollte das neue Gesetz eingehalten werden, wenn das alte nicht kontrolliert und geahndet wurde? Mysterien der italienischen Politpsyche.

  • sukram

    Jedes Mal wenn die Bozner Gemeindeverwaltung versucht ihre zusätzlichen Sonderweg auszutüfteln, fühlt es sich an, alsob Eiswürfel unters Hemd geschoben werden. Bis dato habe ich nur zwei mögliche Erklärungen gefunden. 1) Fehlendes Verständnis für das Problem 2) verzweifelte Suche nach einer Kompensation für die ausfallenden Parkgebühren.

  • robby

    die Bozner haben den Bürgermeister den sie sich verdienen.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen