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„Entleerung“ der Etsch 

Für die Suche nach dem vermissten Bozner Ehepaar wird der Wasserstand der Etsch künstlich reduziert. Derweil wird Star-Genetiker Emiliano Giardina zum Gerichtsgutachter ernannt. 

von Thomas Vikoler

Die Staatsanwaltschaft scheint weiterhin davon überzeugt zu sein, dass sich die Leichen von Laura Perselli und Peter Neumair, dem seit 4. Jänner verschwundenen Ehepaar, in der Etsch befinden. Und zwar im Bereich der Brücke zur Frizzi Au.

Am Donnerstag bei einem Treffen der Staatsanwaltschaft mit dem Zivilschutz, der Feuerwehr und von Alperia Greenpower, dem Verwalter des Wassereinzugsgebiets, wurde Folgendes vereinbart: Der Wasserstand der Etsch soll in den kommenden Tagen, um die Suche nach den Vermissten zu erleichtern, künstlich abgesenkt werden. Der Sucheinsatz wird in den nächsten Tagen fortgesetzt.

Derweil hat Voruntersuchungsrichterin Carla Scheidle, welche das Ermittlungsverfahren gegen den des zweifachen Mordes verdächtigten Sohn Benno Neumair begleitet, die Gutachter für das Beweissicherungsverfahren namhaft gemacht. Es handelt sich um Emiliano Giardina von der römischen Universität Tor Vegata, der den genetischen Teil der Analysen durchführen soll, und um Lizian Piccin von der Universität Bologna, der für den biologischen Teil zuständig ist.

Emiliano Giardina gilt als eine Art Star-Genetiker, er trug mit seiner Arbeit zur Aufklärung des Mordes an Yara Gambirasio bei, war mit dem Mordfall in Perugia befasst, und war zuletzt Gutachter der Antidoping-Agentur WADA im Beweissicherungsverfahren zum Fall Alex Schwazer am Bozner Landesgericht als Sachverständiger tätig.

Die beiden Gutachter werden am 11. Februar am Landesgericht vereidigt, danach werden sie sich für rund zwei Monate die Ergebnisse der RIS-Spurensicherung zu den Ermittlungen gegen Benno Neumair vornehmen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (18)

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  • nanu

    Lasst euch auch von Hobby-Drohnen-Piloten, von denen es eine Vielzahl gibt, bei der Suche helfen.

  • rh

    Der Ehre zuliebe, dem Tricksen ein Ende, Benno zur Erlösung. Anatomisch gesehen steigt Verwesliches nicht an die Wasseroberfläche, wenn eine Gasbildung nicht erfolgt, zum Beispiel wenn die Körper aufgeschnitten wurden – weiß eh jeder. Hier wird Großes geleistet Der öffentliche Ankläger (Volk) sollte den Ermittlern für deren großartige Leistungen danken.

  • goggile

    WO GERICHTE UNSCHULDSVERMUTENDE OHNE BEWEISE IN HAFT SETZEN IST JEGLICHE DEMOKRATIE FERN!

    HOFFENTLICH WERDEN ERMITTLUNGEN GERECHT UND EHRLICH GEMACHT UND DIE DAMIT ZUSAMMENHÄNGENDEN PERIZIE.

    ZUSAMMENGEPASTELTES; NUR UM IN RECHT ZU SEIN UND BELLA FIGURA ZU MACHEN WÄRE JA ALLZUTYPISCH FÜR BELLA ITALIA

  • canismajoris

    Blödsinn! Bis ein Urteil gesprochen wird, gilt immer die Unschuldsvermutung.

    Wenn jemand auf offener Straße unter 20 Augenzeugen und von drei Kameras gefilmt fünf Menschen erschiest, gilt auch die „Unschuldsvermutung“ bis das Urteil gefällt ist. Sollte er deshalb bis zur Gerichtsverhandlung frei rumlaufen dürfen? So funktioniert „Demokratie“ nicht.

  • watschi

    cif, es gibt keine beweise, nur indizien. würde man sonst immer noch mach den leichen suchen? im garten herumkralen? die medien würden es sofort erfahren, glaube mir, wenn du willst oder auch nicht. egal

    • watschi

      cif, je einfacher du denkst, desto schneller kommst du auf ein ergebnis. je komplizierter du denkst umso mehr wirst du dich verlieren. und meistens kommt es anders als man denkt.wir werden sehen

    • cif

      Du hast den Zusammenhang zwischen Forensik und Gerichtsbarkeit noch nicht verstanden. Vor Gericht zählen nur Indizen oder Beweise und je mehr Beweise vorhanden sind steigt die Chance, dass der Täter seine gerechte Strafe bekommt.
      1 Beweis oder Indiz reicht vielleicht aus, den Täter schuldig zu sprechen, aber auf Grund nicht Schuldfähig oder einen anderen Paragraphen wegen nicht vorsätzlicher Tötung oder gar Notwehr mit geringer oder gar Straffrei ausgeht. 10Inizen oder Beweise reichen dann vlt. aus, um die Höchststrafe zu bekommen.
      Auch ein Geständnis des Täters ohne Beweise reichen nicht aus, seine angemessene Strafe zu bekommen.

  • yannis

    Da hatte es Kommissar Jürgen Brockmeyer (NRW) damals etwas leichter, Kiesgruben leer pumpen ist ist im Vergleich zur Etsch mit wenig Aufwand möglich.
    Die Opfer fanden sich darin aber nicht, wurden halt anderweitig verscharrt……….

  • prof

    Laut Anwalt Moccia welcher heute Benno im Kerker besuchte,ist dieser sehr traurig,daß man die Eltern nicht findet. Oder Benno ist wirklich unschuldig was ich bezweifle,oder er narrt alle Einsatzkräfte.

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