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„Das ist nicht richtig“

Foto: KSM

Die Mietwagen-Fahrer, die über das Konsortium KSM den Schulbusdienst verrichten, haben vom Land bisher kein Geld erhalten.

von Thomas Vikoler 

Toni Höller aus Afing in der Gemeinde Jenesien hat von dieser eine Lizenz für Mietwagen mit Fahrer und derzeit nicht gerade viel zu tun. Einzige Ausnahme: Er verrichtet den Schulbusdienst, das dem Konsortium der Mietwagenfahrer (KSM) im Herbst verordnet worden war. Der Auftrag wurde am 23. Dezember bis Schulende verlängert.

Das ist durchaus im Sinne von Toni Höller, doch in diesem Schuljahr gibt es für ihn ein Problem: Er hat bisher keinen Cent für seine Dienste für die Abteilung Bildung des Landes bekommen. „Wir strecken die Ausgaben für das Land vor und das ist nicht richtig“, ärgert sich der Personentransport-Unternehmer aus Afing.

Höller zählt auf: Er hat ein neues Fahrzeug der Abgasklasse Euro 6, das abbezahlt werden muss. U.a. mit dem hohen Standard des Fuhrparks glaubte der KSM den Vierjahres-Auftrag für den Schulbusdienst in Südtirol mit einem Volumen von 27 Millionen Euro zu bekommen. Dieser ging bekanntlich an die Firma Tundo aus der Provinz Lecce, auch wenn der rechtskräftige Zuschlag bisher aussteht und wohl das Verwaltungsgericht darüber entscheidet.

Den Treibstoff für die täglichen Schulbus-Fahrten streckt Höller seit September vor, für die Fahrten im vergangenen Frühjahr hat er bisher 50 Prozent der dritten Rate (35 Prozent des Jahresauftrags) bekommen.

Für die in diesem Schuljahr geleisteten Dienste hat er, so wie üblich, Ende November eine Rechnung ausgestellt. Das Geld hat er bis heute nicht bekommen.

„Heuer ist der Rhythmus ein anderer“, sagt KSM-Präsident Martin Plattner, „das Geld sollte in den nächsten Wochen eintreffen, dann folgen Raten im März und im Juli.“

Plattner kämpft als KSM-Präsident selbst mit einem Inkasso-Problem: Das Land hat die dritte Rate für den Schülertransport 2019/2020 immer noch nicht überwiesen. Es war vereinbart worden, dass die dritte Rate 80 Prozent des vereinbarten Betrags ausmachen würde, weil wegen des Lockdowns im Frühjahr Fahrten wegfielen.

„Das Amt für Mobilität hat das Geld Ende Oktober freigegeben, doch nun hängt die Auszahlung beim Amt für Weiterbildung“, weiß Plattner, „wir fragen täglich nach und werden vertröstet.“ Auch ein Intervention von Landeshauptmann Arno Kompatscher beschleunigte die Überweisung offenbar nicht.

Der KSM hatte die Auszahlung an seine Mitglieder von 50 Prozent der ausstehenden 80 Prozent der dritten Rate mit einem Kredit von über 100.000 Euro vorfinanziert. „Wir als Vorstand haben persönlich dafür gebürgt“, betont Plattner.

Nach dem letzten Stand der Dinge soll das Amt für Weiterbildung das Geld vom vergangenen Jahr demnächst freigeben.

Toni Höller müsste also zumindest die restlichen 30 Prozent der Frühjahrsrate bald erhalten. „Mich ärgert das, wenn man so hingehalten wird. Und dann soll Tundo den Dienst bekommen“, sagt der Unternehmer aus Afing.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • unteruns

    Ja da hat das Land doch glatt vom Tundo was gelernt… 🙂

  • criticus

    Anscheinend ist es bei einigen Verantwortlichen im Landesdienst noch nicht angekommen, dass ihr Gehalt von einer gut funktionierenden Wirtschaft abhängt. Dazu zählt, dass Geld im Umlauf kommen muss und das im Land Südtirol und nicht in anderen Provinzen. Ja Herr Achammer, sorgen Sie jetzt endlich dafür, dass es klappt! jetzt können Sie sagen: …und ich sage es nochmals, und ich sage es nochmals….

  • sepp

    criticus er hat sicher das gehalt schon bekommen mit der gehalts erhöhung und das er lei leere versprechungenmocht woas man woll der herr gehört schnellstens weck

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