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Benno Neumair bleibt in Haft

Benno Neumair vor seinem Haus (Foto: Screen-Chi l’ha visto?)

Das Garantieverhör von Benno Neumair durch Richterin Carla Scheidle ist auf Samstag vorverlegt worden. Der 30-jährige bleibt in Haft.

+++ UPDATE 17:44 Uhr +++

Benno Neumair bleibt in Haft.

Voruntersuchungsrichterin Carla Scheidle hat den Haftbefehl gegen den jungen Mann aus Bozen am Samstag bestätigt.

Die Anwälte Flavio Moccia und Angelo Polo hatten eine Enthaftung ihres Mandanten beantragt.

Was bedeutet diese Entscheidung für den Fortgang des Ermittlungsverfahrens?

Richterin Carla Scheidle ist offenbar zu dem Schluss gelangt, dass die in dem 39-seitigen Festnahmedekret aufgelisteten Indizien gegen den 30-Jährigen eine Vorbeugehaft rechtfertigen. Und dass die Haftgründe (insbesondere die Beweisverdunkelungsgefahr) gegeben seien.

Die Anwälte Neumairs haben angekündigt, ihr Mandant wolle sich in der nächsten Woche einem Verhör stellen.

Aufgrund der Zeitknappheit, so Flavio Moccia und Angelo Polo, sei es unmöglich gewesen, die Ermittlungsakten – mit dem RIS-Zwischengutachten sind es bereits über 3.000 Seiten — im Detail zu studieren, daher hätten sie Benno Neumair empfohlen, im Garantieverhör von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen.

Einmal mehr betonten die Anwälte, sei seien davon überzeugt, dass ihr Mandant seine Unschuld beweisen könne.

Foto: RTTR

Benno Neumair bleibt also im Bozner Gefängnis.

Der junge Mann ist in einer Einzelzelle untergebracht und wird rund um die Uhr überwacht.

Die Anwälte Neumairs hatten am Samstag erklärt, ihrem Mandanten gehe es schlecht. Benno Neumair sei „aufgewühlt und beunruhigt“.

+++ UPDATE 11:56 UHR +++

Benno Neumair hat im Garantieverhör mit Voruntersuchungsrichterin Carla Scheidle, wie angekündigt, von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht.

Die Anwälte von Benno Neumair haben die Enthaftung ihres Mandanten beantragt. Ihr Argument:

Die von der Staatsanwaltschaft zusammengetragenen Indizien für einen Antrag auf Vorbeugehaft nicht rechtfertigen. Es bestehe außerdem keine Fluchtgefahr, ihr Mandant habe sich gestellt.

Auch hätten die Ermittler die wichtigsten Beweise gesichert, so dass auch keine Verdunkelungsgefahr mehr bestehe.

Carla Scheidle wird ihre Entscheidung am Samstagnachmittag bekanntgeben.

Alles andere als eine Bestätigung des Haftbefehls wäre eine handfeste Überraschung.

Anwalt Flavio Moccia (Foto: RTTR)

DAS HABEN WIR BERICHTET

Benno Neumair sitzt im Gefängnis in Bozen ein. In einer Einzelzelle.

Das zunächst für Montag angesetzte Garantieverhör wurde überraschend auf Samstag vorverlegt.

Das heißt: Benno Neumair wird heute der Voruntersuchungsrichterin Carla Scheidle vorgeführt. Die Richterin muss entscheiden, ob das 39 Seiten starke Festnahmedekret rechtens war oder nicht.

Wie berichtet, hat sich Benno Neumair am Donnerstagabend kurz nach 22.00 Uhr gestellt, nachdem seine Anwälte von der Staatsanwaltschaft informiert worden waren, dass sie ein Festnahmedekret vorbereitet hätten.

Sich in den Nachtstunden stellend, haben Benno Neumair und seine Anwälte Flavio Moccia und Angelo Polo vermieden, dass die Festnahme am darauffolgenden Tag (und vor laufenden TV-Kameras) erfolgt.

Derzeit verfolgen Sonderberichterstatter aller großen italienischen Medien den Vermissten-Krimi in Bozen. Sogar für den sonst eher etwas zurückhaltenden „Corriere della Sera“ war die Meldung über die Festnahme von Benno Neumair am Freitag die Headline in der Online-Ausgabe.

Nach Informationen von TAGESZEITUNG Online wird sich Benno Neumair, der weiterhin seine Unschuld beteuert, im Garantieverhör nicht zu den Vorwürfen äußern und vom Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machen.

Seine Anwälte haben indes das 39 Seiten starke Festnahmedekret studiert.

Auch wenn die Neumair-Verteidiger in einer ersten Stellungnahme erklärten, das Dekret enthalte „nicht viel Neues“, so werden darin doch schwerwiegende, präzise und übereinstimmende Indizien gegen Benno Neumair aufgelistet, die Richterin Carla Scheidle veranlassen werden, den Haftbefehl zu bestätigen.

Schwer belastet wird Benno Neumair durch ein 3.000 Seiten starkes Teil-Gutachten der Carabinieri-Sondereinheit RIS. Die Spurentechniker sollen im Wohnhaus des verschwundenen Paares Blutspuren entdeckt haben. Als Todesursache wird auch eine Vergiftung von Laura Perselli und Peter Neumair nicht ausgeschlossen.

Der Abschlussbericht der RIS-Techniker liegt noch nicht vor.

Die Anwälte von Benno Neumair könnten die Überstellung ihres Mandanten in den Hausarrest beantragen. Benno Neumair wohnte bis vor seiner Festnahme bei Anwalt Flavio Moccia, weil er mit dessen Sohn engstens befreundet ist.

Ob Richterin Carla Scheidle einem solchen Antrag in dieser Phase stattgeben würde, ist sehr unwahrscheinlich.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (22)

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  • filo

    Interessant, Benno wohnte bis vor seiner Verhaftung bei seinem Anwalt, da sein Sohn Bennos Kumpel war. Was nicht alles möglich ist…

  • watschi

    leute, der ist unschuldig. ich weiss nicht warum, aber ich fühle das. irgendwann wird man die eheleute finden, lebend oder tot und erst dann wird man vielleicht die wahrheit erfahren. meine meinung

    • ohnehirnlebtmanbesser

      Oh Watschi. Deine politischen Gefùhle kennen wir ……Deine kriminalistischen Wahrheits-Gefùhle sind wenigstens eine Neuheit.

      • watschi

        ach hirni, warum bist du immer so streng zu mir. ich spreche nur nicht die sprache der grünen. trotzdem bin ich überzeugter demokrat. manchmal rechts, manchmal links, aber nlemals extrem

        • gorgo

          Ich finde es furchtbar lieb von Hirni, dass er sich um dich kümmert.
          Und das macht er nur, weil er weiß, dass du im Grunde ein Guter bist. Das verrät dein fehlender kriminalistischer Spürsinn. Und das man lechts und rinks manchmal verwechselt kann passieren.
          Aber ich glaube, Hirni, glaubt an dich. Sei froh um Hirni. Vertraue ihm.

  • goggile

    +++goggileNEWS+++

    BENNO IST UNSCHULDIG

  • sepp

    GOGGILE EIER LEGEN OSTERN KIMP UND HIER PSSSSSSST

  • andimaxi

    Der Beschuldigte hat nicht die „Aussage verweigert“, und auch nicht von seinem Recht auf „Aussageverweigerung“ gebrauch gemacht.
    Er hart schlicht und einfach sein Recht ausgeübt, nicht zu antworten. „facoltá di non rispondere“ heißt das in der Strafprozessordung. Der Beschuldigte ist nämlich nicht verpflichtet, zu anworten. Also verweigert er auch nichts. Genausowenig würde er das Trinken eines Kaffees verweigern, der ihm angeboten wird. Er würde ihn schlichtweg einfach nicht trinken. Was nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass er eine Kaffeeallergie hat oder Mitglied der Tee-Mafia ist.
    Also bitte korrekt schreiben. Mit „Verweigerung“ wird eine Vorverurteilung betrieben.
    Er verweigert gar nichts, er antwortet einfach nicht. Warum er das tut, ist irrelevant. Das ist weder ein Schuldeingeständnis noch sonst was. Nachdem in Italien Staatsanwälte häufig die Manie haben, auch zu unrecht Beschuldigten einfach die Worte im Mund umzudrehen und sie dann in ihren Schlussfolgerungen dermaßen zu verdrehen, dass sie daraus eine nicht vorhandene Schuld konstruieren können, raten Anwälte ihren Mandanten – ob schuldig oder unschuldig – oft dazu, von ihrem Recht gebrauch zu machen, auf Fragen nicht zu antworten.
    Kann sein, dass der Mann die ihm zur Last gelegte Tat begannen hat, oder auch nicht. Das wird sich im Zuge des Verfahrens zeigen und Richter werden dann ein Urteil fällen.
    Derzeit ist dieser Mann, soweit wir noch in einem Rechtsstaat leben, kein Angeklagter und schon gar kein Verurteilter sondern ein unschuldiger Bürger der einer Tat beschuldigt wird. Dass die Medien gerne Vorverurteilen betreiben ist bekannt.

  • artimar

    Etwas anderes war hier nicht zu erwarten.
    Es geht da wohl auch um Druck und Zermürbung. Die sind im Gefängnis halt mal besser möglich, als im Hausarrest zu Hause beim eigenen Verteidiger.

  • ketihr.

    Ich bin kein Detektiv aber glaube auch nicht mehr an Märchen. Ich habe gestern mal aus Interesse auf Google Maps nachgeschaut wo der junge Herr in der Zeit wo seine Eltern verschwunden sind gemütlich Musik gehört und entspannt hat und wo das Blut seines Vaters gefunden wurde… +/- 1 Km Entfernung, vom Fischerteich führt die Strasse direkt zu der Brücke. Da muss man aber auch kein Kriminaldetektiv sein um dort einen Zusammenhang zu erstellen. Wenn man die restlichen Indizien, die uns von der Presse übertmittelt wurden zusammanzählt sieht es leider nicht gut aus für den Mann.

  • iceman

    Wenn die Prioritäten eines Sohnes nach dem Verschwinden seiner Eltern jene sind, das Auto der Eltern zu waschen und innen mit Wasserstoffperoxid zu reinigen, dann verwundert mich das schon ein bisschen.

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