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„Sie haben nichts“

Benno Neumair wird vom prominenten Bozner Strafverteidiger Flavio Moccia vertreten. Der (vorerst) die Unschuldsthese vertritt.

„Mein Mandant ist jederzeit bereit, den Ermittlern Auskunft zu geben. So wie er es bisher x-mal getan hat“.

Das sagt Flavio Moccia über den neuen Status von Benno Neumair, dem nun formell unter Tatverdacht stehenden Sohn der seit 4. Jänner abgängigen Laura Perselli und Peter Neumair.

Moccia selbst bezeichnet sich als „Freund der Familie“, auch aus diesem Grund verteidige er den 30-Jährigen als Vertrauensanwalt.

Vor welchen Vorwürfen?

„Wenn die Ermittler schwerwiegende Beweiselemente gegen ihn hätten oder Fluchtgefahr bestünde, würden sie in verhaften. Doch derzeit ist Benno auf freiem Fuß und es liegt nichts Konkretes gegen ihn vor“, betont Moccia.

Deshalb stelle der am Montag zugestellte Ermittlungsbescheid für den Tatverdächtigen in erster Linie eine Garantie zu den laufenden Erhebungen dar.

Die Wohnung in der Runkelsteinstraße, das Auto der Verschwundenen seien bereits überprüft worden. Nun würde dieser Vorgang wiederholt und die Ergebnisse seien für das nun begonnene Strafverfahren gegen Benno Neumair verwendbar.

Der Tatverdacht gegen ihn lautet derzeit auf vorsätzliche Tötung der Eltern und Verbergen ihrer Leichen.

Dazu sagt Verteidiger Moccia: „Benno war der letzte, der die Eltern lebend gesehen und ihr Verschwinden angezeigt hat. Seine Schwester, die in München wohnt, hätten sie schwerlich ins Ermittlungsregister eintragen können.“

Einer der profiliertesten hiesigen Strafverteidiger – er hat allein in Südtirol ein Dutzend Mordprozesse bestritten und ist derzeit insbesondere auf Sizilien anwaltschaftlich aktiv – setzt also vorerst auf die Unschuldsthese und scheint suggerieren zu wollen: Wenn ihr etwas gegen meinen Mandaten vorliegen habt, bitteschön.

Der nunmehr Tatverdächtige ist laut seinem Verteidiger derzeit bei Freunden untergebracht, nachdem die Wohnung in der Runkelsteinstraße wegen der laufenden Ermittlungen beschlagnahmt worden ist.

Zum nicht wasserdichten Alibi seines Mandanten für die Nacht vom 4. auf den 5. Jänner will Verteidiger Mocciaderzeit nichts sagen.

Und wenn jemand behauptet, dass Peter Neumair festgenommen worden sei wie es gestern auf einer Online-Seite hieß, reagiert der Verteidiger umgehend mit einer Klage.

LESEN SIE AM MITTWOCH IN DER PRINT-AUSGABE:

*  Ein geplatztes Alibi und die Widersprüche: Welche Elemente gegen Benno Neumair sprechen

* Spurensuche im Haus und im Auto und „Wanzen“: Wie die Ermittler den Fall aufklären wollen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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