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Mehr als 100

Im Beweissicherungsverfahren zum Horror-Unfall in Luttach wird weiter über die Geschwindigkeit des Audi TT gestritten. 

von Thomas Vikoler

Ein gutes Jahr nach dem Horror-Crash von Luttach bestimmen weiterhin die technischen Gutachter das Geschehen im laufenden Strafverfahren gegen Stefan Lechner zum Vorwurf der mehrfachen Tötung im Straßenverkehr.

Am Montag sagte am Landesgericht im Beweissicherungsverfahren Nicola Dinon aus, der Sachverständige der Zivilparteien. Für ihn war Lechners Audi TT mit „mehr als 100“ Stundenkilometer unterwegs, als er die erste Person – auf dem Zebrastreifen in Luttach – erfasste. Die weiteren Mitglieder einer bundesdeutschen Reisegruppe stieß der Wagen etwas hinter dem Zebrastreifen um, so Dinon. Der Gerichtsgutachter hält 90 Stundenkilometer als Aufprallgeschwindigkeit für plausibel.

Das Beweissicherungsverfahren wird am 15. Februar mit der Anhörung weiterer Gutachter fortgesetzt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (20)

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  • andreas

    Betrunken und zu schnell lässt eigentlich wenig Spielraum für verminderte Schuld, trotz südtirolweiter Solidaritätsbekundungen und der Aussage, dass das jedem passieren kann.

    Wozu also diese kostspieligen Gutachten, wo doch schon die Versicherung, was äußerst ungewöhnlich ist, vor Urteilsverkündung die Höchstsumme von 10 Millionen ausbezahlt bzw. zur Verfügung gestellt hat.

  • n.g.

    Kein Verständnis für den Fahrer!
    Das kann nicht jedem passieren, denn nicht jeder säuft und fährt zu schnell!
    Bekannter von mir wurde an dem Tag kurz vor dem Unfall von ihm aufgefordert mitzufahren. Er war sturzbetrunken! Er tut mir nicht Leid!

  • wm

    Eines vorab, es ist sehr schlimm was passiert für alle Beteiligten, und muss dementsprechend auch bestraft werden. Was mich nur immer stutzig macht, die Gutachter was in Italien sind, was ich zu manchmal zu tun habe, haben teilweise keine Ahnung von der Materie. Wenn 2 Gutachter ein Gutachten erstellen dann können die doch nicht unterschiedlich sein? beide haben die gleichen Ausgangspunkte. Weiters kenn ich keinen der eine derartige Ausbildung dafür hat, in Graz z.B. gibt es eine spezielle Ausbildung(Traffic Accident reserach), In Italien wird jeder was eine Matura hat ein Gutachter.

  • sorgenfrei

    Ein gutachten ist immer eine einschätzung und deshalb subjektiv, deshalb ist es ja ein gutachten, sonst wäre es ein fakt.. die geschwindigkeit wird anhand bestimmter parameter berechnet werden, nehme ich an (zb bremsspur etc…)… und es wird wohl weitere parameter geben, die nicht 100 % feststellbar sind… ich denke zb an die vorherrschende sicht oder die reaktionszeit, zumal unter alkoholeinfluss… hierbei können ein paar zehntel sekunden unterschied sicher auch verschiedene gutachten ergeben… ich gehe schon davon aus, dass die gutachter eine ausbildung und hoffentlich experten auf dem gebiet sind…

  • gerhard

    Was da vor gut einem Jahr passiert ist ist eine Tragödie.
    Für die Familien der Toten. Aber auch für den jungen Mann, der betrunken in sein Fahrzeug gestiegen ist.
    Ein Sekundenversagen im Suff.
    Mit tödlichem Ausgang.
    Die Justiz braucht zur Findung einer gerechten Strafe alle Fakten.
    In früheren Artikeln war davon die Rede, dass der Unfall kurz nach dem Zebra Streifen an einer unübersichtlichen Stelle bei Glätte und Dunkelheit passiert ist.
    Auch, dass die Mitglieder dieser Fussgänger (teilweise) betrunken waren.
    Unbestritten ist, dass der Fahrer unter deutlichem Alkoholeinfluss stand.
    Das war nicht richtig.
    Ich wünsche diesem jungen Mann ein gerechtes Verfahren und ein gerechtes Urteil.
    Allen Anderen wünsche ich ein Reflektieren zu „Fahren unter Alkoholeinfluss“
    Ich selbst darf nicht urteilen, denn auch ich bin schon einmal mit mehr als 0,5 Promille gefahren.
    Darauf bin ich nicht stolz und sehr froh, dass damals nichts passiert ist.
    Warum aber dieses Provinzblatt immer wieder das Bild des Unfallfahrers zeigen muss („HÄNGT IHN AUF???), das ist mir nicht erklärlich.

    • einereiner

      @gerhard
      das war kein Sekundenversagen im Suff sondern ein Komplettversagen im Leben.
      Volltrunken, nein, nicht nach Hause sondern weiter in die nächste Kneipe. Das x-te Mal, und dann noch zu schnell. Das war MORD.

  • gerhard

    einereiner, ja, grundsätzlich in Ordnung.
    Aber im Suff fällt halt klar denken nicht leicht.
    Ich will gar nichts entschuldigen.
    Er war betrunken und hat die falsche Entscheidung getroffen.
    Aber er wollte mit Sicherheit niemanden töten.
    Er war verantwortungslos und durch Alkohol benebelt.
    Aber das ist keine Entschuldigung, das ist klar.
    Mord ist mir da aber eindeutig zu heftig formuliert.
    Aber das sollen die Gerichte klären.
    Was geschehen ist, kann LEIDER nicht mehr rückgängig gemacht werden.
    Wertvoll wäre, wenn jeder Autofahrer an diese Tragödie denkt, bevor er besoffen hinter das Steuer sitzt.

    • andreas

      Das Hobby, im Suff zu schnell zu fahren, ist im Ahrntal immer noch sehr beliebt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wieder ein tödlicher Unfall passiert.
      Kann man wohl nicht änderen.

      • gerhard

        Ja, Andreas. Da kann man drauf warten.
        Aber nicht nur im Ahrntal. In ganz Südtirol und auf der ganzen Welt.
        Traurig, ja.
        Aber, wie Du sagst, das kann man wohl nicht ändern.
        Oder vielleicht ab und zu doch?
        Wie wäre es denn mal mit Zivilcourage und Schlüsselwegnehmen?
        Ob ich mich trauen würde? mmmhh… ich glaube nicht!

  • gerhard

    Ich denke, wenn am Wochenende die Alkoholkontrollen massivst verstärkt würden, dann wäre das Fahren unter Alkoholeinfluß wesentlich risikoreicher als jetzt und das Sufffahren würde aus Angst um den Führerschein schon deutlich abnehmen.
    Nicht schön, aber wenn es nur ein einziges Menschenleben rettet, erfogreich.

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