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Das Haus in Hohenems 

Die Anwälte von Johannes Beutel verhandeln im Berufungsverfahren über eine Auszahlung der Zivilparteien. 

von Thomas Vikoler

Normalerweise werden Gerichtsverhandlungen derzeit wegen Corona-Infektionen oder –Quarantänen vertagt. In diesem Fall gibt es einen anderen Grund: Verhandlung über eine Auszahlung von Schmerzensgeld an die Hinterbliebenen von Alexandra Riffesser: Eltern, Schwester, zwei minderjährige Kinder.

Am Montag hätte am Oberlandesgericht die Berufungsverhandlung zu diesem schrecklichen Mordfall vom 24. September 2018 stattfinden sollen. Johannes Beutel, der Ehemann der Ermordeten, war im Februar 2020 zu 30 Jahren Haft wegen vorsätzlichen Mordes verurteilt worden. Demnach hatte er Rifesser mit 41 Messerstichen in Gratsch bei Meran getötet.

Beutels Anwälte haben Berufung gegen das Urteil eingelegt, sie bemühen sich um eine Reduzierung des Strafmaßes – und setzten dabei auf den mildernden Umstand der Auszahlung der Zivilparteien. „Es gibt entsprechende Verhandlungen“, bestätigte Beutels Anwalt Alessandro Tonon am Montag.

Das Oberlandes-Schwurgericht vertagte deshalb die Verhandlung auf Antrag der Verteidigung auf den 19. April.

Beutel, der in der Urteilsbegründung als auffallend geizig beschrieben wird, besitzt selbst kein Vermögen. Im Gespräch ist aber der Verkauf des Hauses der Eltern im vorarlbergischen Hohenems. Damit könnten, so die Idee der Verteidigung, die Zivilparteien ausgezahlt werden. Eine Zustimmung seitens der Eltern Beutels über einen Hausverkauf gebe es derzeit nicht, auch keine Summe über eine mögliche Einigung mit den Angehörigen.

Im verkürzten Verfahren in der ersten Instanz hatte Zivilpartei-Anwalt Federico Fava, der die Eltern und die beiden Töchter vertritt, das Schmerzensgeld und Vermögensschaden auf  1,5 Millionen Euro quantifiziert. Die Schwester des Mordopfers hat sich getrennt in Strafverfahren eingelassen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (6)

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  • huwe

    Mein Vorschlag an die Ältern Beutel.
    Verkauft nichts und nehmt euch nicht die Schuld (die Verantwortung) auf euch, was euer Sohnemann getan hat, sonst wird das ein Präzedenzfall, woraus, sein könnt dass alle für alle haften müssen

    • yannis

      Musste es zweimal lesen, was zum Teufel haben die Eltern des Verurteilten damit zu tun ??
      Aber wenn’s um Geld geht hört die Moral auf, geht scheinbar schon soweit dass man dafür eine „Kollektiv-Schuld“ konstruiert um abgreifen zu können.

  • thefirestarter

    Da nun mal der Mörder irgendwann erben wird…
    aber das die Eltern schon jetzt verkaufen sollen, finde ich doch eine Zumutung.

    Bei allem Verständnis für den Schmerz für den Verlust der Mutter (und des Vaters)
    sollten sie doch den Anwalt zurückpfeifen.

  • pat

    Haus der Eltern? Gehts noch? Man kann nur hoffen dass die nicht so fertig sind um diesen Irrsinn einzugehen.
    Wie die Asgeier alles ausschlachten was möglich ist. Geld ist halt geil, nix neues.

  • hallihallo

    ich finde es auch nicht richtig, daß die eltern des täters ihr haus verkaufen sollten, um den eltern des opfers, die ja anscheinend ein haus haben, geld zu geben.
    wo sollen die eltern des täters hin??
    aber anscheinend gibt es ein milderes urteil, wenn schadenersatz gezahlt wird.
    am schluß ist halt immer noch das geld im spiel.
    vielleicht könnten die eltern des täters die enkel als erben einsetzen, dafür hätte ich verständnis.
    es ist ja zu sehen , wie jetzt alle volljährigen gäste aus ischgl jetzt geld wollen.
    waren alle volljährig und sind trotz hunderter warnungen und berichte über das virus in die apres-ski-lokale gestürmt. als eines geschlossen hat , sind sie ins nächste. und jetzt sind die nur die anderen schuld . aber man will halt geld.

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