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Wo ist Magda?

Maria Elisabeth Rieder vom Team K wirft der SVP vor, die ArbeitnehmerInnen im Landtag nicht mehr zu vertreten. Magdalena Amhof kontert: „Wir haben besseres zu tun, als die Mitbewerber schlechtzumachen.“

Von Matthias Kofler

Maria Elisabeth Rieder, Abgeordnete des Team K, kann das Verhalten der SVP-ArbeitnehmerInnen nicht nachvollziehen: „Wir als Opposition haben wichtige Themen von verschiedenen Seiten beleuchtet – von den KollegInnen der SVP kam aber nichts als Schweigen. Keine Stellungnahme, kein Wortbeitrag von den ArbeitnehmerInnen: Das zeigt einmal mehr, dass die ArbeitnehmerInnen von der SVP nicht mehr vertreten werden.“

Auf der Tagesordnung des Landtags standen zwei Beschlussanträge von sozialpolitischer Bedeutung: Zum einen ging es darum, den Menschen mit Beeinträchtigung anstelle des bisherigen „Taschengelds“ ein angemessenes Gehalt zu gewähren. „Ein Gehalt ist für ein selbstbestimmtes Leben, auf das laut UN-Behindertenkonvention ein Anrecht besteht, wichtig“, erklärte Einbringer Alex Ploner (Team K) und verwies auf die entsprechende Forderung des Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Zum anderen forderte die Opposition ein Gesamtpaket zur Aufwertung der Pflegeberufe. „Mittelfristig wird Südtirol im internationalen Wettbewerb um Pflegekräfte nur durch einen attraktiven Standort für Pflegeberufe im öffentlichen und privaten Bereich punkten können“, argumentierte Freiheitlichen-Obmann Andreas Leiter Reber.

Doch keiner der beiden Anträge fand eine Mehrheit, da ihnen die SVP als numerisch stärkste Fraktion die Zustimmung verweigerte. Rieder stößt sauer auf, dass die Vertreter des linken SVP-Flügels ihre Gegenstimme nicht mit Argumenten untermauern wollten. Dies sei intern so vereinbart worden, kontert ArbeitnehmerInnen-Chefin Magdalena Amhof: „Frau Rieder bringt in jeder Landtagssitzung dieselben Themen ein. Daher haben wir entschieden, uns hierzu nicht mehr zu Wort zu melden.“ Einzig Soziallandesrätin Waltraud Deeg, die selbst SVP-Arbeitnehmerin ist, sollte im Landtag zum Taschengeld-Antrag referieren. Deeg wies auf den Unterschied zwischen Eingliederung und Beschäftigung hin. Bei den Arbeitsbeschäftigungsprogrammen sei eine Entschädigung von 410 Euro vorgesehen, die zur Invalidenrente und zu anderen Sozialleistungen hinzukämen. Für die Altersabsicherung gebe es dann die Sozialrente vom INPS. Wenn man ein Gehalt nach Leistung einführen würde, würde man die Betroffenen einem Leistungsdruck aussetzen, den sie mit ihrem Bedarf an Ruhepausen und anderen Maßnahmen nicht schaffen würden, so Deeg. Bezüglich der Aufwertung des Pflegeberufs verweisen die SVP-ArbeitnehmerInnen darauf, dass bereits ein Bonus ausbezahlt worden sei und die Kollektivvertragsverhandlungen nun starteten.

Amhof wundert sich über die ständigen Nadelstiche durch die Opposition. Es stimme nicht, dass die SVP die Arbeitnehmer-Themen nicht vertrete. In dieser Woche seien zwei wichtige SVP-Anträge vom Landtag gutgeheißen worden: einer zur Kinderbetreuung im Sommer 2021, ein anderer zur politischen Bildung. „Wo es uns braucht, sind wir da. Wenn Frau Rieder zum Telefonhörer greifen muss, um über die Medien Vorwürfe gegen uns zu verbreiten, dann ist das ihr politischer Stil. Wir haben zurzeit anderes zu tun, als unsere politischen Mitbewerber schlechtzumachen.“

Rieder bleibt ihrer Meinung: Sie vermisse zum Beispiel den Einsatz der ArbeitnehmerInnen bei der Problematik um die Saisonangestellten. „Man muss diesen Südtirolern in dieser Zeit eine Stimme und Gewicht geben“, so die Team-K-Abgeordnete.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (44)

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  • wurzelsepp

    Arbeitnehmer in der SVP: im Wachkoma.
    Der einzige Beruf der von der SVP mit viel Geld aufgewertet wird, ist der des Papierbauern.

  • laura

    Ja die Amhof außer dass sie Mutter geworden ist hat man von ihr schon Jahre nichts mehr gehört. Schade dass so passive Politiker das Volk vertreten, wäre besser in ein Hinterzimmerbüro aufgehoben…

  • unglaublich

    Die SVP war einmal eine Sammelpartei. Heute ist sie eine Verbändepartei, in der es die Arbeitnehmer nicht mehr gibt.
    Ein „Wunder“, dass es diese SVP immer noch schafft, von Arbeitnehmern gewählt zu werden.

  • thefirestarter

    dass die Vertreter des linken SVP-Flügels ihre Gegenstimme nicht mit Argumenten untermauern wollten. Dies sei intern so vereinbart worden, kontert ArbeitnehmerInnen-Chefin Magdalena Amhof:

    Diese Aussage von Amhof sagt eigentlich alles.

  • criticus

    Magda, Magda, Magda?? Wer ist eigentlich diese Magda?

  • stefanhhh

    Amhof wundert sich über die Nadelstiche der Opposition? So dünnhäutig geworden die SVP? Dabei ist die Südtiroler Opposition im Vergleich ja kuschelweich. Aber die SVP braucht sich nicht wundern, wenn ihr politisches Spielt nur auf ein einziges Ziel ausgerichtet ist, nämlich niemanden mitbestimmen zu lassen (Man beachte die Luftsprünge, die sie zur Abschaffung des bestätigenden Referendums macht – nach Lanz darf nun Noggler ran und die Watschen einstecken) und alles ablehnen, was nicht von ihnen kommt.

    Nicht nur die Opposition muss die Erfahrung machen, dass die SVP keinen Wettbewerb der Ideen will. Auch von Außen wird so gut wie nichts akzeptiert, sofern nicht die mächtigen Verbände dahinter stehen. Also weiterhin machtgeile Lobbypartei.. und die Arbeitnehmer/innen in der SVP reden lieber nicht. Ein Armutszeugnis.

    • george

      So ist es ’stefanhhh‘. Ich weiß es ja, hab diese passive Masse ja mehr als 20 Jahre vor mir hergetrieben, sodass sie agieren mussten.

    • alsobi

      @stefanhh……ihne Worte. Tip top und ohne Umschweife auf den Punkt gebracht.

    • summer

      @stefanhhh
      Falsch, keine einzige Oppositionspartei vertritt seriös die ArbeiterInnen, denn weder die Grünen, noch das TK noch F noch STF sind ArbeitnehmerInnenparteien.
      Das ist das Traurige, denn wenn dem nicht so wäre, könnte sich die SVP nicht so beschämend den ArbeiterInnen gegenüber verhalten.

      • ostern

        @summerer
        Das sagen nur Sie, weil Sie ein fleissiger
        SVP Wähler sind!

        • summer

          @Ostern
          Nennen Sie mir eine Person aus dem TK oder den Grünen, die einen Arbeiter im Landtag abbilden.
          Damit ist alles gesagt.

          • george

            Ja, ja, das sind mir die richtigen Plärrer! Immer jammmern, dass es keine Alternative zur SVP gäbe und dann bei jeder Wahl genau immer jene wählen, die jegliche Alternative im Keim zu ersticken versuchen. Scheinheiliger geht es wohl nicht!

          • summer

            @george
            Sitzt bei den Grünen oder TK ein Arbeitnehmer im Landtag? Foppa Unternehmertochter und öffentlich Bedienstete, Dello Sbarba Journalist, Staffler öffentlich Bediensteter? Ploner Primar, Ploner, Unterholzner und Köllensperger selbstständig, Rieder öffentlich Bedienstete, Faistnauer Bauer und Lehrer bzw. öffentlich Bediensteter.
            Vielleicht bei den F, wo Ulli Berufspolitikerin ist und Leiter-Reber Bauer? Knoll und Tammerle Selbstständige?
            Nun sag du mir, wer hier einen Topfen schreibt: du, und nur du. Dein ewig gestriges Lügenmärchen ist unerträglich.

          • ostern

            @summerer
            Nennen Sie mir eine Person in der SVP
            der ich mein Vertrauen aussprechen könnte?
            Dai, dai………..

          • summer

            @ostern
            Habe ich irgendwo gesagt, dass die SVP für mich eine Wahloption ist? Abgesehen davon, dass ein paar einzelne KandidatInnen dort schon wählbar wären, aber deswegen gleich die Partei wählen, für mich keine Lösung.
            Ich zeige hier nur auf, dass das Verhalten der SVP gegenüber den ArbeiterInnen schäbig ist, aber bei den anderen deutschsprachigen Parteien die ArbeiterInnen genauso keine politische Vertretung haben, weil auch dort keine ArbeiterInnen für die genannten Parteien im Landtag sitzen. Dass dann SVP gewählt wird, ist für mich nachvollziehbar, für mich persönlich keine Option.

  • waldhexe

    Arbeitnehmer braucht die SVP nur alle Fünf Jahre fürs Kreuzchen. Mehr als Pressemitteilungen wo gefordert wird hört man von denen nichts. Bei Abstimmungen sind sie an den Fraktionszwang gebunden und sozusagen mundtot. Genau gesagt ist dieser Verein nur auf dem Papier und muss nur als Mehrheitsbeschaffer herhalten. Für diesen Zweck werden Leute ausgesucht, von denen man weiss, dass sehr wenig Wiederstand kommen wird, zu deusch gesagt Politmarionetten.

    • summer

      Covidioten sollten nicht an seriösen politischen Diskussionen teilnehmen, denn nicht mal BürgerInnenUnion hat sich für die ArbeiterInnen eingesetzt, sondern sah sich als Anwalt für die Impfverweigerer.

  • yannis

    @stefanhhh&Waldhexe

    Bravo, absolut richtig auf dem Punkt beschrieben !

  • semperoper

    Den Gesetzentwurf zur politischen Bildung als große Errungenschaft für die Arbeitnehmer zu nennen ist ein Armutszeugnis. Dieses Nicht Fisch-Nicht Fleisch- Geschwurble darum herum ist unter jeder Kritik .

  • stefan1

    Wie wäre es denn endlich mit einer ernsthaften sozialdemokratischen Partei, nicht diesen Todgeburten vor ein paar Jahrzehnten ?

  • hansi

    schäme mich mitlerweile auch SVPler zu sein aber welch Alternative gibt es? – sind Alle gefangene aufgepauschter Systeme und entweder kuscht du sonst wirst abserviert – das ist Fakt

    • ostern

      @hansi
      Ganz einfach, bei den nächsten Gemeinde- oder Landtagswahlen
      eine Oppositionspartei wählen. Es nützt nichts 5 Jahre lang lärmen
      und am Ende die SVP wählen!!!

      • summer

        @ostern
        Bei der aktuell schlechtesten Opposition seit Ende des 2. WK im Südtiroler Landtag ist das eben nicht so einfach, wie Sie das gerne hätten. Könnte weder Grün, Blau, Veilchenblau noch Gelb wählen.
        Höchstens den PD, aber als deutschsprachiger Südtiroler wähle ich nicht unbedingt eine italienische Partei für den Landtag.

        • ostern

          @summerer
          Sie sind SVP geimpft, und sehen nur was die SVP macht,(oder nicht
          macht). Bitte die Scheuklappen abnehmen!!!!

          • summer

            @ostern
            Ich habe Ihnen weiter oben ganz deutlich geantwortet, sodass klar ist, dass ich weder SVP geimpft bin, noch Scheuklappen habe.
            Ich kann selbstständig denken, ob Sie dies können, ist weiter fraglich, denn Sie haben offenbar nur eine gewisse Abneigung gegen die SVP.

  • drago

    Magda ist klammheimlich froh wie eine Schneekönigin, dass die Frau Rieder sie ein bißchen angegriffen hat. So kommt sie wieder einmal in die Zeitung ohne selbst eine nichtssagende Pressemittilung versenden zu müssen. Die Damen helfen sich gegenseitig.

  • ostern

    Frau Amhof, Sie könnten sich einsetzen, dass die Arbeitnehmer und Rentner weniger Steuern zahlen. Die Südtiroler Bauern werden für das Jahar 2021
    vollstaendig von der Einkommensteuer(IRPEF) befreit. Gerade die Bauern die
    von der jetzigen Krise am wenigsten spüren und immer arbeiten konnten werden
    bei uns in Südtirol bevorzugt. Erheben sie Ihren „Allerwertesten“ und setzen Sie sich einmal für die Arbeitnehmer ein. Das ist das soziale Südtirol(SVP Lobbys)!!!
    Oder, vertreten Sie überhaupt noch die die Arbeitnehmer in der SVP?

  • flottebiene

    @ostern,
    Unsere Politiker interessiert es einfach nicht ob die Arbeitnehmer vertreten werden…Warum meinst du sitzen bei uns im Landtag nur Bauern?
    wie unsereins in dieser Zeit über die Runden kommt, interessiert Magda und Co leider nicht…
    Ihr Geldbeutel passt( wird auch der Inflation angepasst)..u.ihre grössten Unterstützer muss man ja bei Laune halten…. deswegen dürfen nur wir Idioten Steuern zahlen

  • issy

    Ich kann es nicht einschätzen, wie schlecht es den Südtiroler Arbeitnehmern im Vergleich zu ihesgleichen in den umliegenden Provinzen/Ländern geht, vermute aber auch, dass sie in Südtirol politisch eher schlecht vertreten sind.

    Der Volkspartei muss halt schon klar sein, dass schlechte Arbeitnehmervertretung ein Nährboden für Radikalismus ist, siehe USA wo die Wahl Trumps ein Symptom des Niedergangs der Arbeitenehmer war.

    Wer eine hervorragende Analyse dazu lesen möchte:
    https://taz.de/Sachbuch-zu-Spaltung-in-den-USA/!5741463/

    • semperoper

      Schon ein bissl hochgestochen formuliert der Artikel, aber in der Sache natürlich richtig und genau das, was ich immer schon gesagt habe: damit jemand aufsteigen kann, braucht er jemanden (Menschen!), die ihm den Steigbügel halten. Und das Problem ist, dass der Karrieretyp dem Steigbügelhalter freiwillig nie (oder zumindest höchst selten) den ihm zustehenden Respekt und Würde entgegenbringt (in Form von Wertschätzung, gerechtem Lohn, Sicherheit des Arbeitsplatzes). Im Gegenteil, er strebt bewusst ein einseitiges Abhängigkeitsverhältnis an, um ihn bei Bedarf wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen. Ich könnte manchmal sp…

  • franz19

    Sie halt halt auch coronafrei,ausser beim Gehalt…

  • franz1

    Jo die Magda isch holt a in do SVP Spur wia die Oberhammer und ondere a…..

  • sorgenfrei

    @summer es ist schon eigenartig, dass sie angestellte der öffentlichen hand nicht als arbeitnehmer bezeichnen…

    • summer

      Warum bezeichnend? In allen Ländern Europas werden Beamte (öffentlich Bedienstete) als solche bezeichnet und nicht als Arbeiter. Außerdem vielfach in eigenen Gewerkschaften organisiert.
      Sehen Sie es, wie Sie wollen, Fakt ist, dass meine Bezeichnung richtig ist.

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