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„Gehalt statt Taschengeld“

Alex Ploner

Das Team K fordert, dass Menschen mit Behinderung für ihre Tätigkeit nicht nur eine kleine Entschädigung bekommen, sondern rechtlich und finanziell abgesichert werden.

„Es ist für jeden Menschen wichtig eine Arbeit zu haben. Über die Arbeit werden zwischenmenschliche Beziehungen ebenso gepflegt, wie die notwendigen finanziellen Mittel verdient, die es ermöglichen, ein erfülltes Leben zu führen. Dies muss auch für Menschen mit Behinderung gelten“, schickt Alex Ploner voraus. Das Südtiroler Inklusionsgesetz sage, dass Inklusion nur dann möglich ist, wenn Abhängigkeitsprozesse innerhalb der Gesellschaft minimiert werden. Also sei ein rechtlich abgesichertes und entlohntes Arbeitsverhältnis für Menschen mit Behinderung durchaus möglich.

„Nur die Realität sieht anders aus“, so der Landtagsabgeordnete Alex Ploner. Mit dem Beschlussantrag ,Gehalt statt Taschengeld‘ will der Team K Abgeordnete Alex Ploner in dieser Thematik die Landesregierung aufrütteln.

Für Menschen mit Behinderung sehe die UN-Konvention vor, dass auch sie durch die Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Dieser Grundsatz werde allerdings auch in Südtirol in vielen Fällen nicht eingehalten.

„Sehr oft erhalten Menschen mit Behinderung für ihre Tätigkeit nur eine kleine monatliche Entschädigung von 200-300 Euro ohne Sozial- oder Rentenversicherung. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie Weihnachtskarten basteln, die in eigenen Shops verkauft werden, oder für große internationale Unternehmen Teile zusammenstellen oder als Kellner/innen in den Bars der Sozialgenossenschaften tätig sind. Ein Blick nach Luxemburg würde genügen um zu sehen, wie Inklusion funktionieren sollte. Dort gibt es seit 7 Jahren ein Gesetz, wonach Menschen mit Behinderungen in Werkstätten als vollwertige ArbeitnehmerInnen anerkannt und entlohnt werden. Diese Arbeitsverhältnisse unterliegen dem Arbeitsrecht und sehen Zusatzregelungen vor, die durch die spezifischen Bedürfnisse und Fähigkeiten erwerbstätiger Menschen mit Behinderungen notwendig werden. Es wäre höchst an der Zeit, dass die Landesregierung diesen Bereich neu definiert und auch der Empfehlung des Südtiroler Monitoringausschusses Folge leistet, der die Entwicklung eines Modells empfiehlt, welches Menschen mit Behinderung ein Grundeinkommen sichert und eine soziale Absicherung vorsieht“, sagt Alex Ploner.

Der Beschlussantrag des Team K wird diese Woche im Landtag behandelt und fraktionsübergreifend mitgetragen. Die Wichtigkeit dieser Thematik unterstreichen die neuesten Statistiken, wonach nur jeder zweite Mensch mit Behinderung in Europa erwerbstätig ist. Dass der Weg zur Arbeitsinklusion für diese Arbeitnehmer noch lang ist, zeigt die Tatsache, dass in der gesamten Europäischen Union Arbeitgeber weiterhin lieber ein Bußgeld zahlen, als Menschen mit Behinderung einzustellen.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (10)

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  • watschi

    das gibt es noch nicht? das wird erst jetzt eingefordert? ja sagt mal, das kann doch nicht wahr sein

  • stefanhhh

    Traurig, dass die Opposition dies einfordern muss.

    Zeigt einmal mehr das Versagen der Landesregierung im Bereich des Sozialen. Reden tun sie immer viel, die Landesräte/innen, aber offensichtlich scheitert es an der Umsetzung. Südtirol barrierefreies Land? Von wegen… die Schwächsten der Schwächsten werden zurückgelassen.

    • yannis

      Bin ganz Deiner u. Herrn Ploners Meinung, aber nicht nur ein Blick nach Luxemburg, sondern auch nach DE wo zwar Menschen mit Behinderung nicht voll, wie andere entlohnt werden, aber voll sozial abgesichert sind und nach einer relativ kurzen Lebensarbeitszeit vollen Rentenanspruch haben.
      Sogar einer der vielfach geschimpften US-Konzerne leistet hierbei Vorbildliches.

  • summer

    Ach Herr Ploner, nach so langer Erfahrung als Nachrichtensprecher sollten Sie vor allem wissen, dass es keine Menschen mit „BEHINDERUNG“ gibt, außer jene, die sich als Schönling vor die Kamera stellen und vom Teleprompter ablesen.
    Eine Frechheit, dass im Jahr 2021 jemand mit einem gewissen Bildungsstand noch von Menschen mit „Behinderung“ spricht.

    • watschi

      summer, was soll diese heuchelei? nenne es wie du willst, es ändert nichts daran, dass diese menschen nur taschengeld bekommen. das ist wichtig und, dass es ihnen gut geht und spass macht

      • summer

        @watschi
        Widerlich, wer heute noch Menschen so nennt. Lebt noch im Mittelalter. Aber watschi wird Zivilinvaliden oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen schon lieber Behinderte nennen.
        Vom Gehalt habe ich kein einziges Wort gesagt.
        Also watschi, Maul halten.

        • gorgo

          Heut bist du aber geladen Summer.
          Natürlich gibt es Menschen mit Behinderung. Nur sollte man sie nicht auf diese reduzieren und ‚Behinderte‘ nennen.

          Und watschi. Nein, diese Menschen bekommen nicht nur diese 200 € sondern auch Begleit/Pflegegeld und/oder Zivilinvalidenrente. Bei letzterer gibt es Einkommensgrenzen. Was die ganze Sache dann wieder kompliziert.
          Es geht bei der ganzen Angelegenheit wohl weniger um soziale Absicherung, sondern um die Anerkennung ihrer Tätigkeit als ‚Arbeit‘. Was in dieser Welt offenbar nur über Geld möglich ist.
          Das Taschengeld, wird deshalb in den betreffenden Einrichtungen auch nicht als „Taschengeld“ bezeichnet.

          • summer

            @gorgo
            Ich bin heute sauer. Die Zahlen steigen, alles ist offen, die Pfleger Impfgegner, Menschen mit Beeinträchtigungen werden von einem Landtagsabgeordneten Behinderte genannt, usw.
            Soll da nicht langsam die Geduld ausgehen, wenn wir in Südtirol 530.000 Egoisten haben?

          • gorgo

            @summer
            Ja, dass kann ich nachvollziehen. Corona hat so einiges an Dummheit und Egoismus ans Licht gebracht.

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