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Gepflegte Landschaft

„Plattnerhöfl“ in Wolfsgruben am Ritten (Foto: lpa)

Rund 1,9 Millionen Euro an Beiträgen hat das Land Südtirol 2020 für die Aufwertung und Pflege der Landschaft gewährt. 2021 werden die Förderkriterien überarbeitet.

Die Bearbeitung der Anträge für Landschaftspflegebeiträge für das Jahr 2020 ist abgeschlossen. Im Rahmen des Landschaftspflegeprogramms der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung wurden dieses Jahr in Zusammenarbeit auch mit dem Landesverband für Heimatpflege insgesamt rund 1,9 Millionen Euro für mehr als 700 Beitragsansuchen bereitgestellt.

„Die Zahlen belegen, dass seitens der Bevölkerung weiterhin ein breites Interesse besteht, sich an den Landschaftspflegemaßnahmen zu beteiligen“, unterstreicht die Landesrätin für Landschaft, Raumentwicklung und Denkmalpflege Maria Hochgruber Kuenzer. „Und sie zeigen, dass die Landesregierung der Gestaltung und Pflege der Landschaft einen wichtigen Stellenwert einräumt.“ Seit 1975 werden auf der Grundlage des Landschaftsschutzgesetzes und nunmehr des neuen Landesgesetzes „Raum und Landschaft“ Beiträge für die Erhaltung und Aufwertung der traditionellen Kulturlandschaft Südtirols vergeben.

2021: Überarbeitung der Förderkriterien

Aufgrund der großen Anfrage und auch, um die Gelder für die Landschaftspflege noch gezielter einsetzen zu können, hat die Landesregierung beschlossen, die Beitragskriterien zu überarbeiten und 2021 die Beitragsvergabe auszusetzen. Innerhalb der Schutzgebiete – Natura2000-Gebiete, Nationalpark, Naturparke, Biotope oder Naturdenkmäler -, denen im Sinne des Landschafts- und Naturschutzes besonderes Augenmerk zukommt, soll es auch während der Überarbeitung der Beitragskriterien möglich sein, um Bezuschussung anzusuchen.

Schindeldächer, Trockenmauern und Holzzäune

„Der größte Anteil der gewährten Landschaftspflegebeiträge betrifft traditionelle Schindeldächer„, berichtet der Direktor des Verwaltungsamts für Landschaft und Raumentwicklung, Horand Maier. „Hier wurden 2020 für 161 Anträge Beiträge in der Höhe von rund 620.000 Euro gewährt.“ 141 Gesuche betrafen hingegen Trockenmauern, wofür insgesamt circa 509.000 Euro vorgesehen wurden. Für traditionelle Holzzäune wurden 314 Anträge vorgelegt und knapp 385.000 Euro bereitgestellt.

Instandhaltung von Wegen und Waalen

Für die Instandhaltung von Zufahrts- und Wanderwegen innerhalb der Naturparke wurden hingegen rund 124.000 Euro vorgesehen, während die Erhaltung von Waalen mit 156.000 Euro zu Buche schlägt.

Im Gebiet des Nationalparks Stilfserjoch wurden 2020 für die Pflege landschaftlich-ökologisch interessanter Objekte rund 182.000 Euro gewährt. Über 614.000 Euro betreffen die Förderung von Objekten in Schutzgebieten wie Naturparken und Biotopen. Auf die restliche Landesfläche, also außerhalb der ausgewiesenen Schutzgebiete, beziehen sich knapp 1,3 Millionen Euro der gewährten Fördermittel für die Landschaftspflege.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • treter

    „Die Landesregierung spricht sich für die Erhaltung der Kulturlandschaft aus und vergibt dafür auch Beiträge“ sagt die Landesrätin Maria Kuenzer. Frage: wieso schützt man dann nicht den sehr wertvollen Brixner Auwald (64 gezählte Vogelarten, darunter 7 der Roten Liste) der erst 2015 mit Landesgeldern gepflegt wurde? Der Auwald in der Industriezone soll bekanntlich für die Erweiterung der Firma Progress und Parkplätzen gerodet werden! Sozusagen als „Entschuldigung“ dafür soll die Millander Au hinein in Bauschuttgelände und Pestizid-Obstwiesen erweitert werden…. Ausgleichsmassnahmen nennt sich sowas! Und die Umweltgruppe Eisacktal inklusive Dachverband für Natur- und Umweltschutz „unterstützen“ diesen faulen Deal auch noch!! Einfach unverständlich für einen echten Naturschützer?

  • george

    Was Kulturlandschaft ist, bestimmt die Landesregierung. Gibt es für die Schleifung solcher Landschaften (z. B. Brixner Auenwald oder den Hofburggarten) auch Beiträge, oder verstehe ich das schlecht? Ach ja, das ist mir entgangen: es sind ja alles keine Naturwissenschaftler in diesem Gremium, sondern alle selbst ernannte „Beschützer“, ob für Kultur oder für reine Wirtschaftsinteressen, das bleibt dahingestellt. 😛

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