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Der Lehrer-Gipfel

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zum Teilvertrag für die Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art haben LH Kompatscher, LR Achammer und LR Vettorato die Schulgewerkschaften getroffen.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zum Teilvertrag für die Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art hat Landeshauptmann und Personallandesrat Arno Kompatscher am Mittwochabend gemeinsam mit Landesrat Philipp Achammer und Landesrat Giuliano Vettorato und dem Generaldirektor Alexander Steiner die vier Schulgewerkschaften zu einer Aussprache ins Landhaus 1 in Bozen geladen.

Bekanntlich waren im September Verhandlungen zwischen öffentlicher Delegation und Schulgewerkschaften angelaufen, um über einen ersten Teilvertrag den Lehrpersonen staatlicher Art eine Prämie zu gewähren, welche der Mehrbelastung durch den Fernunterricht und das Umstellen der Didaktik auf digitale Medien honoriert hätte.

Dafür hatte die Landesregierung im Sommer für das Jahr 2020 zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im November erzielten die Verhandlungspartner eine Einigung und der Vertrag wurde vorunterzeichnet. Die zuständigen Kontrollorgane erteilten allerdings ein negatives Gutachten zum Vertragsentwurf, sodass die Verhandlungen wieder aufgenommen wurden, aber Ende November dann ergebnislos abgebrochen wurden.

Klare Worte fand bei dem Treffen Landeshauptmann Arno Kompatscher. Er unterstrich, dass „Prämien nicht nach dem Gießkannenprinzip vergeben werden können“.

Er wies auch die Forderungen vom Tisch, dass sich die Landesregierung über das negative Gutachten hinwegsetzen hätte sollen: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass nur die öffentliche Verhandlungsdelegation zur Rechenschaft gezogen wird und persönlich haftet, auch wenn beide Seiten den Vertrag aushandeln und unterzeichnen.“ Obwohl für einen ausgeglichenen Landeshaushalt 2021 aus derzeitiger Sicht 500 Millionen Euro fehlten und Einschnitte vorgenommen werden müssten, werde die Landesregierung ihren Versprechungen treu bleiben. Kompatscher rief die Gewerkschaften allerdings dazu auf, öffentliche Debatten über Lohnforderungen im öffentlichen Dienst zu vermeiden, da solche in einer Zeit, in der zahlreiche Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft gefährdet seien, nicht auf großes Verständnis stoßen würden.

Landesrat Philipp Achammer schlug in dieselbe Kerbe: den Einwänden der Prüfstelle sei Rechnung zu tragen. „Sollte sich das Land darüber hinwegsetzen, würden sich sowohl die öffentliche Verhandlungsdelegation als auch die Mitglieder der Landesregierung einer erhöhten Haftung wegen Schadens zum Nachteil der öffentlichen Hand in Millionenhöhe aussetzen.“

Achammer bestätigte auch, dass die im Haushalt 2020 zweckgebundenen zehn Millionen Euro auch in Form eines IT-Bonus den Lehrpersonen zukommen würden: „Mit dieser einmaligen Zahlung sollen der außergewöhnliche Einsatz zahlreicher Lehrpersonen während der Corona-Pandemie im Schuljahr 2019/2020 anerkannt und die Anschaffung von Computer- und Multimedia-Mittel während des Fernunterrichts unterstützt werden.“ Wenn dies nicht über eine kollektivvertragliche Regelung möglich sei, so könne man auch den Weg über einen Gesetzespassus wählen und den IT-Bonus rückwirkend gewähren.

„Dass wir heute hier sind“, sagte Landesrat Giuliano Vettorato, „zeigt, wie ernst und wichtig es uns ist, eine Lösung in dieser Angelegenheit zu finden.“

Die im Haushalt 2020 für den IT-Bonus sowohl für die Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art als auch für die Landeslehrpersonen vorgesehenen Mittel seien nicht verloren, bestätigte auch Generaldirektor Alexander Steiner, an der neuen Lösung werde bereits gearbeitet.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (18)

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  • andreas

    Jede Lehrperson sollte eigentlich einen Computer zuhause gehabt haben, ihnen eine Prämie dafür zu geben, da sie diesen nutzen mussten, finde ich jetzt etwas überzogen.
    Wenn einer keinen hatte, war es als Lehrer höchste Zeit sich einen anzuschaffen und da wäre ein Teilbetrag der Anschaffung als Unterstützung angebracht.
    Das gesamte Gerät zu bezahlen ist nicht sinnvoll, da auch die Privatnutzung berücksichtigt werden muss.
    Kostenpflichtige Programme, welche sie sich angeschafft haben, sollten komplett ersetzt werden.

    Lehrpersonen mussten sich umstellen, das stimmt, in Notsituationen sollten aber auch Beamte flexibel sein und sich den Gegebenheiten anpassen, ohne großartig Forderungen zu stellen, da ganz einfach das notwendige Geld nicht mehr erwirtschaftet wird.

    Lehrer bekommen ihr volles Gehalt, welches auf Basis der vorherigen Einnahmen festgelegt wurde, bei stark sinkenden Einnahmen eine Erhöhung und Fleißprämien zu fordern, zeigt das Verantwortungsbewusstsein dieser Berufssparte gegenüber der Gesellschaft.

    • george

      @ andreas
      Der letzte Absatz müsste wohl so lauten: Lehrer bekommen ihr volles Gehalt, welches auf Basis der vorherigen Einnahmen festgelegt wurde, bei stark sinkenden Einnahmen eine Erhöhung und Fleißprämien zu fordern, zeigt allerdings geringes Verantwortungsbewusstsein dieser Berufssparte gegenüber der Gesellschaft.

  • ricky

    Hauptsache unsere PolitikerInnen wirtschaften immer kräftig in ihre eigenen Taschen und lenken geschickt von dieser Tatsache ab.

  • vinsch

    Ein Lehrer, der heutzutage keinen tauglichen Computer hat dürfte gar nicht Lehrer sein, der sollte sich um einen anderen Job umsehen….

  • na12

    So ein Geklemme. Seit 20 Jahren gibt es keine Lohnerhöhungen und Gehaltsanpassungen und die carta del docente gibt es in ganz Italien nur nicht in Südtirol. Das sind 500€ weniger im Jahr, die Lehrpersonen andernorts für technische Geräte, Master Ausbildungen und Fortbildungen ausgeben können. Da verdienen Leute die 5 Jahre studiert haben und 2 Jahre einen Lehrgang besuchen und 1 Jahr Probejahr machen müssen um die 1800€ und sind ständig im Einsatz. Ja Unterrichten geht so! Die Hälfte des Gehaltes im Vergleich zu Deutschland gibt es in Südtirol und das bei mehr Unterrichtstagen und längerer Ausbildung. Ein ganzes home office müssen sich Lehrpersonen einrichten, top WLAN Verbindung etc., Drucker, Papier, Toner, Webcam, Bildschirm… Für zu Hause braucht keiner so was normal. Zu leihen gibt es auch nichts. Der Betrag gehört bezahlt u schnell auch noch. Die Staatslehrer hier sind schlechter bestellt als die Landeslehrer. Die Zulagen sind dort fix im Gehalt für Zweisprachigkeit etc. Bei den Staatslehrer hier nicht. Das fehlt dann bei der Pension weil
    im Sommer alles abgezogen wird und nein im Sommer sind 30 Tage frei und nicht mehr. Sehr gerecht bei 24h Dienst unterm Jahr, auch oft während der Pausen Vorbereitung und Korrekturen. Der Passus wurde extra noch vor dem Unterzeichnen hineinschlawinert. Ja dann sagt halt IT Ausrüstung anstatt Prämie und avanti!! Bei Leuten rumkrebsen, die 24h/7Tage ständig erreichbar sind im Fernunterricht könnte man mal was rausrücken. Leute, die momentan im Winterschlaf sind, kriegen auch 900€ reingeballert und Arbeitslose. Denen die buggeln gibt man nicht das was sie zum Arbeiten brauchen.

    • gorgo

      Ihr könnt jederzeit in die Schule um was auszudrucken.
      Zudem habt ihr einen ganzen Katalog was Fortbildungen betrifft und sie fallen auch noch unter bezahlter Arbeitszeit, oder?
      Klemmen kann man 10 Millionen wirklich nicht nennen.
      Viel Freude mit dem neuen Laptop.

    • nix.nuis

      24h Dienst…
      24h/7 ständig erreichbar…

      Jetzt hast du aber einen rausgehauen…???

      Und die Leute, die deiner Meinung nach momentan im Winterschlaf sind, fühlen sich jetzt sicher besser…???

      Manchmal wäre es ganz einfach besser, still zu sein!!!

  • andreas

    @na12
    Santi subito…..
    Mir hat mal ein ganz schlauer Lehrer erklärt, dass ihr glaub 32 Tage Urlaub habt und das andere Ferien sind, aber das waren mehr als 30 Tage.
    Den Unterschied, außer der Bezeichnung, konnte er mir aber nicht erklären, den zuhause war er im Urlaub und in den Ferien.
    Wenn ihr nun beim Land seit, nehmt ihr gerne alle Vorteile im Vergleich zum Staat in Anspruch, ist aber mal ein Nachteil, heulst du wegen 500 Euro rum.

    Nebenbei steht es jeder Lehrperson meines Wissens frei, Job zu wechseln, wenn es schon so schlimm ist.

    Auch haben die sich im „Winterschlaf“ befindenden Leute, welche 900 Euro „reingeballert“ bekommen, dieses Geld erwirtschaftet und eingezahlt und diese Leute haben bis jetzt dein Gehalt erwirtschaftet.

    Und zu deiner Ausdrucksweise und deiner Aussage, dass kein Lehrer zuhause einen Computer, Drucker und Web braucht. Du bist sprachlich eine Zumutung für Schüler und wenn eine Lehrperson zuhause keinen Computer hat, wird das immer wieder behauptete, dass ihr euch zuhause zu Tode arbeitet, nicht wirklich so gravierend sein.

  • murega

    das leidige Thema mit den Lehrpersonen. Welche Familie bekommt Hard- Software oder Internetverbindungen vom Staat/Land oder sonstwem ersetzt? Familien mit 2 Kindern benötigen 2 PC’s jeweils mit Office-Paket und leistungsfähigem Internet…
    Das mit den 30 oder 32 Urlaubstagen ist eine Rechnung, die ich nicht nachvollziehen kann. Habe ich schon mit mehreren Lehrern diskutiert – keiner konnte es mir erklären. Es gibt im heurigen Schuljahr 176 Schultage… der Rest… keine Ahnung?
    Die Wochenstunden sind 18… – bei 45 oder 55 Minuten pro Stunde. In privaten Unternehmen sind es 40 Stunden á 60 Minuten.
    Somit bleiben bei den Lehrern 25 Wochenstunden für die Vorbereitung und die Korrektur. Sollte reichen. Es wird sicherlich welche geben, die sich wirklich einsetzen – sehr viele sollten anstatt einer Gehaltserhöhung einen Teilzeitvertrag erhalten… und noch froh darüber sein…

    • nix.nuis

      Wenn die 25 Wochenstunden für die Vorbereitung nicht reichen, spricht das eigentlich für sich oder gegen die Lehrer*innen?
      Kennt ihr eigentlich auch alle den Spruch: „mah, früher… das waren noch Lehrer!“?

      • gorgo

        Ich glaube, ein Teil der Wahrheit ist, dass die meisten die länger in diesem Beruf sind, gar keine Vorbereitung gewöhnt sind.
        Spulen aus dem Stehgreif seit 10, 20 Jahren ihr Zeug ab, sobald sie in der Klasse sind.
        Das Material nun anders aufzubereiten und zu portionionieren hat wohl am meisten Schwierigkeiten gemacht. Im Grunde wäre es besser gewesen, dass die besseren Lehrer gute YouTube Videos gestaltet hätten, wie dieser Mathelehrer,
        die anderen via Google Doc korrigiert und sich um schwächere gekümmert hätten.

  • sorgenfrei

    @ Murega: jeder handwerker oder unternehmer nimmt sein altes oder neues gerät mit nach hause, und schreibt es ab oder hat es abgeschrieben…. hat also auch einen teil der steuerzahler gezahlt…. jetzt prämien fordern ist vielleicht unpassend… aber ordentliche gehälter zahlen wie in der privatwirtschaft, dann bräuchte es nicht den ruf nach prämien …seit 20 jahren keine lohnerhöhung, obwohl das restliche land jahr für jahr rekordumsätze verzeichnete… damals, in den guten zeiten, gab es immer irgendwelche ausreden…
    Dies zeugt auch nicht gerade von wertschätzung…. lehrer und öffentliche beamte haben also schon seit jahren durch ihren geschmälerten gehalt den (staats) landeshaushalt saniert… jetzt trifft es halt andere auch mal….

  • murega

    Jeder Lehrkraft steht es frei in die Privatwirtschaft zu wechseln. Oder ist der „unkündbare““ Job ohne Kurzarbeit doch nicht so schlecht?

  • roadrunner

    Na wenn die Leher „gescheider“ in die Privatwirtschaft wechseln sollen, wer unterreichtet dann unsere Nachkommen?

    • heinz

      @roadrunner
      Im heiligen Land Südtirol geht es vor allem um die Betreuung, Bildung wird als nicht notwendig erachtet. Hauptsache früh orbatn, Ferienwohnung vermieten und Beitragsformular ausfüllen können.

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