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Contes Geständnis

Ministerpräsident Giuseppe Conte hat SVP-Senatorin Julia Unterberger verraten, dass er ein schlechter Skifahrer sei und vom Schneeschuhwandern noch nie etwas gehört habe.

Von Matthias Kofler

In der jüngsten Videokonferenz der SprecherInnen der Mehrheitsfraktion mit Ministerpräsident Giuseppe Conte sorgte SVP-Senatorin Julia Unterberger für einen Moment der Heiterkeit.

Bekanntlich plant die römische Regierung, Hotels und Skipisten über die Weihnachtsfeiertage geschlossen zu halten. Unterberger wandte ein, dass der Wintertourismus nicht nur aus dem Skifahren bestehe. Es gebe noch viele andere Möglichkeiten, sich in den Bergen sportlich zu betätigen. Conte fragte bei der Sprecherin der Autonomiegruppe nach, was sie damit meine. Unterberger zählte daraufhin eine Reihe von Wintersportarten auf, vom Langlauf übers Rodeln bis hin zum Schneeschuhwandern.

„Der Premier muss zurzeit an Tausend Sachen denken – daran hatte er nicht gedacht“, beschrieb die SVP-Politikerin in der Radiosendung „Un giorno da pecora“ die verblüffte Reaktion des Ministerpräsidenten. Conte rechtfertigte seine Wissenslücken damit, dass er ein „sehr schlechter Skifahrer“ sei.

Für die nationalen Medien ist das überraschende Geständnis des Regierungschefs freilich ein gefundenes Fressen. Die Moderatoren von „Un giorno da pecora“ bezeichneten Conte wegen seiner bescheidenen Skifahrkünste augenzwinkernd als einen „Schneepflug“.

Die Autonomiegruppe fordert indes einen Kompromiss im Skipisten-Streit. „Entweder man lässt die Hotels offen, um im Winter sanften Tourismus zu ermöglichen – oder man gestattet zumindest den Einheimischen, Ski zu fahren“, so Unterberger. Beides zu verbieten, halte man für übertrieben. Schließlich habe man im Sommer ja auch die Strände aufgesperrt und sei damit den südlichen Regionen entgegenkommen. „Conte ist auf unserer Seite, aber die Hardliner in der Regierung – Regionenminister Francesco Boccia und Gesundheitsminister Roberto Speranza – scheinen bei ihrer Position zu bleiben“, erklärt die Senatorin.

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