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„Eine Kompromisslösung“

Patrick Franzoni

Nach dem Massentest ist nun besondere Vorsicht geboten. Das gilt insbesondere für jene Personen, die Kontakt zu positiv Getesteten hatten. Wie sich diese Personen nun verhalten sollen.

von Markus Rufin

„Der Massentest war ein Volltreffer.“ Auch Covid-Einsatzleiter Patrick Franzoni ist von den Ergebnissen des Massentests begeistert. Er selbst hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich so viele Personen daran beteiligen: „Alle haben es ernst genommen. Ich habe es noch nie erlebt, dass so viele Personen so viel Engagement für eine Sache aufgebracht haben.“

Doch so groß Die Freude über den gelungenen Massentest auch ist, so wichtig sei es nun, weiter vorsichtig zu sein, meint Franzoni. Immerhin sind in Südtirol mit Stand Sonntag rund 3.200 Personen positiv getestet worden.

Ob der Massentest nun auch die gewünschten Effekte mit sich bringt hängt insbesondre von diesen Infizierten und deren enge Kontakte ab.

Im Vorfeld des Tests wurde schon klargestellt, dass sich Personen, die Kontakt zu positiv Getesteten hatten, nicht in Quarantäne begeben müssen. „Wir sind eine Art Kompromiss eingegangen“, berichtet Franzoni. „Wenn enge Kontakte von Positiven Symptome entwickeln, sollen sie sich an den Hausarzt wenden, ansonsten sollen sie aber nur vorsichtig bleiben. Das heißt, sie sollen die Maske tragen, Abstand halten und Hände waschen.“

Wie viele Personen Kontakt zu Infizierten hatten, weiß man im Sanitätsbetrieb nicht, aber wenn jeder der Infizierten drei enge Kontakte hat, dann kommen im gesamten Land 10.000 weitere potenziell infizierte Personen dazu.

Dass diese ein Risiko darstellen habe man von Anfang an gewusst, meint Franzoni, man habe sich aber dazu entschlossen, dieses Risiko im Kauf zu nehmen, auch weil Contact-Tracing bei einer so hohen Anzahl an Infizierten auch nicht möglich ist: „Es wäre überhaupt nicht möglich gewesen, alle Kontaktpersonen unter Quarantäne zu stellen und testen zu lassen. Aber diese Regelung gilt nur so lange, bis der Massentest vollständig abgeschlossen ist.“

Dieser läuft offiziell noch bis morgen, danach wird der Sanitätsbetrieb wieder damit beginnen, Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten, unter Quarantäne zu stellen und einen Test anzuordnen.

Mit der Isolierung der 3.200 Personen, die beim Massentest ein positives Ergebnis erhielten, habe der Sanitätsbetrieb sein Ziel erreicht, möglichst viele asymptomatische Patienten zu isolieren, erklärt Franzoni. Damit die Zahlen aber noch schneller nach unten sinken, müssen die Kontaktpersonen sich nun an die Maßnahmen halten.

Franzoni ist zuversichtlich, dass das gelingt. Schließlich habe die Bevölkerung beim Test bewiesen, dass man sich auf sie verlassen könne.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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