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Schwierige Kommunikation

Bozen scheint bereit für den großen Massentest: Das Personal an den 120 Testlinien ist knapp, doch nun führen auch 31 Apotheken und 30 Hausärzte Gratis-Tests durch. Der Andrang ist bereits erheblich.

Von Thomas Vikoler

Wer seine ihm oder ihr zugewiesene Teststation finden will, muss lange scrollen und gute Augen haben.

Nicht weniger als 220 Seiten umfasst das Dokument im PDF-Format, das die Gemeinde Bozen am Mittwochabend auf ihre Homepage gestellt hat. Im PDF-Dokument gibt es zudem keine Suchfunktion, in die man die betreffende Straße eingeben kann.

„Das war anders nicht möglich“, bedauert Luis Walcher, Vizebürgermeister und Zivilschutzstadtrat.

Nur gut, dass der Test freiwillig ist und niemand abgewiesen wird, wenn er oder sie an der „falschen“ Station aufkreuzt.

Jede Straße der Stadt ist jedenfalls einem der 22 Testorte der Gemeindeverwaltung zugewiesen, in denen von Freitag bis Sonntag jeweils von 8.00 bis 18.00 Uhr Corona-Antigentests durchgeführt werden.

Im Normalfall handelt es sich um die Turnhalle der Schulen, in denen sich die jedem Bürger zugeordneten Wahlsitze befinden. Es gibt aber auch fünf Extra-Testorte wie die Stadthalle, in der gleich zwölf Testlinien errichtet worden sind.

„Die Vorbereitungen laufen gut“, sagte Walcher Nachmittag, „das Personal an den Teststationen ist allerdings etwas knapp bemessen.“ Das hat damit zu tun, dass Bozen kapazitätsmäßig auf 102.000 Tests eingestellt ist, obwohl sich abzeichnet, dass höchstens 70 Prozent der Bürger über sechs Jahren an den 120 Testlinien erscheinen werden. Auch deshalb, weil die Gemeinde beim Land darauf gedrängt hat, dass auch Apotheken und Hausärzte die Screenings vornehmen können.

Deren Beitrag zur Massentestung hing bis Mittwochabend buchstäblich in der Luft und es gab Kommunikationsprobleme zwischen Gemeinde- und Landesverwaltung. Inzwischen steht fest: Die Tests in den Apotheken und bei den Hausärzten sind – entgegen anderslautender Ankündigungen – kostenlos. Und es gibt eine breite Beteiligung: In Bozen haben sich 31 Apotheken und 30 Hausärzte gemeldet. Sie führen – um die 22 Teststationen der Gemeinden zu entlasten – die Tests seit Donnerstag und bis einschließlich kommenden Mittwoch durch. Die Liste der Apotheken und Hausärzte ist seit gestern auf der Homepage der Gemeinde Bozen einsehbar.

Der Andrang an einigen Apotheken war am Donnerstag erheblich. Etwa in der Madonna-Apotheke, die terminmäßig bereits ausgebucht war. Telefonisch gab es kein Durchkommen. Gewissermaßen zwangsverpflichtet wurden die Gemeinde-Apotheken.

Mehr oder weniger ausgeräumt ist inzwischen auch das „Missverständnis“ zur Möglichkeit für Pendler, den Antigen-Test in der Gemeinde ihrer Arbeitsstelle zu absolvieren. Diese Ankündigung von Landeshauptmann Arno Kompatscher am Mittwoch sorgte in der Gemeinde Bozen für Verärgerung. „Unser System würde zusammenbrechen“, bekräftigte Vizebürgermeister Walcher gestern.

Er appellierte deshalb an die Bevölkerung, sich in der jeweiligen Wohngemeinde testen zu lassen. Eine Ausnahme für Nicht-Ansässige gebe es lediglich bei triftigen Gründen – etwa wegen der Pflege eines Verwandten in der Landeshauptstadt.

Walcher rechnet damit, dass in seiner Gemeinde zwischen 60 und 70 Prozent der Bürger am Test teilnehmen werden. Und dass die 22 Teststationen den Andrang bewältigen können

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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