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Der Hilferuf

Foto: 123RF.com

Der Dachverband für Gesundheit und Soziales ist besorgt, weil viele sanitären Dienste  und Leistungen für Patienten, die nicht an Covid-19 erkrankt sind, ausgesetzt wurden.

Im Dachverband für Soziales und Gesundheit ist man besorgt.

Der Grund:

Viele sanitären Dienste  und Leistungen für Patienten, die nicht an Covid-19 erkrankt sind, wurden ausgesetzt.

In einem Offenen Brief hat sich der Dachverband nun an die Verantwortlichen im Gesundheitsbereich gewandt.

Der Tenor in dem Schreiben:

In der Covid-19 Pandemie scheinen alle anderen Formen der Gesundheitsversorgung zweitrangig zu werden. Patient/innen mit chronischen Krankheiten sind äußerst besorgt, weil wegen Covid-19 viele nötige Gesundheitsdiente ausgesetzt werden.

Visiten, Verschreibungen, Therapien und Anleitungen fehlen, wobei ohnehin schon große Verzögerungen aus dem ersten Lockdown abzuarbeiten wären, gibt der Dachverband jetzt zu bedenken.

Das ist der offene Brief:

Sehr geehrter Herr Landesrat, sehr geehrter Herr Generaldirektor,

in Vertretung der Organisationen von chronisch Kranken, die rund ein Viertel der Südtiroler Bevölkerung ausmachen, stellen wir fest, dass einzig die Einschränkung und Behandlung der Covid-19-lnfektionen im Fokus der öffentlichen Diskussionen stehen.

Seitens des Dachverbandes drücken wir unseren größten Respekt vor der außerordentlichen Anstrengung aller Mitarbeiter/innen der Gesundheitsdienste angesichts der enormen Herausforderungen durch das Zusammentreffen von Regelarbeit mit den Leistungen für Covid-19.

Gebannt vom Anstieg der positiven Testergebnisse und vom bedrohlichen Anstieg der Krankenhauseinlieferungen und dem damit verbundenen Organisationsaufwand ergibt sich der Eindruck, dass alle anderen Formen der Gesundheitsversorgung zweitrangig werden, wenngleich sie ebenso gefährliche und schmerzliche Krankheitsverläufe betreffen.

ln den Anweisungen an das gesamte Gesundheitspersonal des Sanitätsbetriebes werden zwar einige Vorgaben zur Regelung der ambulanten Dienste gemacht, allerdings werden diese mit wenigen Ausnahmen bis auf weiteres ausgesetzt..

Aus diesem Grund sind die betreffenden Patienten mit chronischen Krankheiten äußerst besorgt, dass Covid-19 für sie gravierende Folgen haben kann, ohne dass sie selbst daran erkranken. Denn es werden Visiten, Verschreibungen, Therapien und Anleitungen fehlen, wobei ohnehin schon große Verzögerungen aus dem ersten Lockdown noch abzuarbeiten wären.

Aus diesem Grund fordert der Dachverband dazu auf,

1. dass die Leistungen an chronisch Kranke jedenfalls derart gesichert bleiben, damit keine lebensgefährlichen Versäumnisse bei Visiten, Diagnose und Grundbehandlungen riskiert werden und auch alle Therapien und Anleitungen in jenem Ausmaß durchgeführt werden, dass nicht wiedergutmachende Verschlechterungen und vermeidbare Schmerzzustände verhindert werden können – dazu ist eine aktive Begleitung der Patienten auch per Telefon seitens des Gesundheitspersonals zu gewährleisten.

2. dass ein ständiger Dialog zum Krisenmanagement für das Gewährleisten der Gesundheitsdienste zu Covid-19 und aber aller anderen unverzichtbaren von Politik, Betrieb, Verwaltung in unmittelbarer Einbeziehung der Patientenvertretung organisiert und kontinuierlich gepflegt wird, etwa durch eine Task Force dieser vier Funktionen;

3. dass – auch in Absprache mit den Patientenorganisationen bzw. mit dem Dachverband als Netzwerk dieser Vereinigungen – unmittelbar Informationsarbeit aufgenommen wird, um Menschen als Klienten des Gesundheitswesens, aber ohne Covid-19-Infektion, transparent und deutlich über die Abwicklung und eventuellen Einschränkungen der Leistungen in der Notstandszeit aufzuklären. Nur so nämlich kann auch der enorme psychische Druck verringert werden, unter dem viele dieser Patienten angesichts der unsicheren Versorgung und Betreuung durch das Gesundheitswesen leiden.

Bislang gab es nur wenige Momente einer konsequenten und kontinuierlichen Einbeziehung der Patientenorganisationen in die Gestaltung des Gesundheitswesens. Dies widerspricht allerdings in jeder Hinsicht dem Prinzip des eigenverantwortlichen Umgangs mit Vorbeugung und Erkrankungen, der Anerkennung des bürgerlichen Engagements und der „Verbrauchernähe“, wie es auch öffentliche Betriebe zur Aufgabe haben.

Gerade die letzthin zwischen dem Landesrat und der Generaldirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebs mit dem Dachverband eingeleiteten Bestrebungen zu einer vertieften Zusammenarbeit stehen mit Covid-19 auf dem Prüfstand. Es muss gelingen, gerade in Krisenzeiten wie diese mit Weitblick allen Adressaten des Gesundheitswesens in Südtirol weiterhin die nötigen Antworten geben zu können.“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (20)

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  • n.g.

    Arni würd vielleicht sagen:Im Krieg ist alles erlaubt und mit Kolateralschäden muss man rechnen.
    Wir sind im Krieg!

  • andreas

    Es ist beschämend, wie die Südtiroler Sanität und an der Spitze Widmann und Zerzer, von sozialen Verbänden gebettelt und an ihre Pflichten erinnert werden müssen.

    Diese Thematik gab es schon im Frühjahr und wenn es dort vielleicht noch damit erklärbar war, dass sie wie die gesamte Welt unvorbereitet waren, sollte jetzt im Herbst diese Ausrede nicht mehr gelten.

  • n.g.

    Und es ist ein Gemetzel sondersgleichen.
    Früher standen die Fürsten wenigstens noch auf dem Schlachtfeld, wenn auch hinter ihren Soldaten. Heute sitzen die im warmen Kämmerchen und sind zu Schreibtischtätern geworden.
    Neulich war bei uns in der Firma Not am Mann und wen sah man plötzlich arbeiten!? 2 Betriebsleiter und deren Boss in einer Montage Linie. Vorbildlich!
    Könnte Arni und seine Mitstreiter nicht auch 3 Tage Stäbchen in Münder und Nasen stecken und den Stundenlohn spenden.
    Damit er sozusagen mal direkten Kontakt zu seinen Untertanen hätte.

  • gestiefelterkater

    „Der Dachverband für Gesundheit und Soziales ist besorgt“

    Dann ist ja gut, alle Verbände mit ihren hoch bezahlten Direktoren, Vizedirektoren und dazugehörigen vom Steuerzahler teuer bezahlten Rattenschwänzen sind BESORGT!
    Dank ihrer enormen Besorgtheit wird bestimmt bald Besserung eintreten.

  • novo

    Der Verein kann sich bei jenen bedanken, die sich aus Rücksichtslosigkeit, Eigennutz und Dummheit, sträuben jegliche Vorsichtsmaßnahme mitzutragen und dadurch das Gesundheitssystem überlasten.
    Bei denen die ihren asozialen Zügen freien Lauf lassen und jene verspotten, welche sich aus Verantwortungsbewusstsein an die Regeln halten!

    • n.g.

      Wenn sich die Gesellschaft spaltet, wie jetzt, hat nicht die Bevölkerung daran Schuld. Es ist die Politik! Mit zunehmendrm Anteil der Medien! Denk mal darüber nach!

      • n.g.

        Ein Vorschlag. Was wäre wenn sich endlich Landespolitiker mal hinsetzen würden und 4 Stunden lang in einem Meeting, Fragen der Menschen beantworten. Von Beführwortern und Gegnern.Nur von oben herab zu regieren und nichtsagende Erklärungen abgeben bringt NULL, das sieht man ja.
        Bin überzeugt, wenn sich das später alle ansehen könnten, würde er so viel mehr erreichen! Egal was er sagt, es wäre ein grosses Zeichen und würde so manch Einen dann mitnehmrn auf seinem Weg, egal ob richtig oder falsch!
        So streiten sich die Leute nur rum und die Gräben werden immer tiefer!
        Hiet diskutiert auch niemand mehr. Nicht ein einziger Blick auf Argumente des Gegenübers!
        Wo ist den der Respekt des Gegenübers im Forum? Aber bei Covid Maßnahmen wird er erwartet, wo ist er?

        • n.g.

          Ich hab des öfteren Verständnis auch für Argumente der Gegner sogar für gut geheißen oder wenigstens respektiert.
          Wenns Leute gibt die vollkommene neben der Spur …, kein Verständnis!
          Beispiel, wenn ich dauernd Schwedens Weg für gut heisse werde ich als Idiot bezeichnet. Wo ist der Respekt. Wenn mehr als 5 Millionen von 10 Millionen Schweden das gut finden, dann beleidigt man damit nicht nur mich, sondern stellt ein ganzes Volk als Dummköpfe dar!
          Ist das ok?
          Oder wie heute schin unterstellt wurde, man wüsste nicht was da los ist. Bitte, das kann jeder nachlesen, kein Problem! Da gehts nur um Ablehnung und sonst nichts. Fakten sehe ich hier so gut wie keine!

    • cif

      Novo, kurz gesagt die Cividioten sind die Hauptschuldigen, das sind auch jene welche sich hier im Forum am meisten brüskieren.

      • n.g.

        Eben nicht. Denn das sind die Wenigsten! Die Allgemeinheit hat und wird sich auch in Zukunft nicht dran halten.
        Ich versteh dich nicht.Gehst du nie ausser Haus? Man sieht es überall in Mengen, dass sich sogar jetzt nur wenige an Regeln halten!
        Das war Ende Frühjahr so, im Sommer noch viel weniger.. .. Du suchst nur Schuldige!
        Wenns stimmt, dass nur eune Minderheit gegrn fue Regeln ist, das wird auch von den Medien berichtet… Glaubst du, dass die Wenigen das verursachen konnten? NIEMALS!

  • novo

    Es ist Youtube, Facebook und so weiter, welche mit ihren Algoritmen die ingoranten Nutzer (die sich erleuchtet fühlen) vor sich hertreiben.

    • n.g.

      Und Facebook, Instagram noch viel mehr! Die Menschen gkazben Leuten un irgendwelchen Posts mehr als tatsächlichen Fakten due man auf seriösen Seiten lesen könnte.

    • eierkopf

      Aus Erfahrung muss ich feststellen,das ich unzählige Male von Istitutionen und von der Politik belogen wurde.Desshalb fällt es mir schwer diese Regeln und Zahlen einfach eins zu eins zu glauben und desshab versuche mich anderweitig zu informieren.Ich bin sehr wohl in der Lage
      das zur Wahrheitsfindung nützlich ist zu verstehen.

  • n.g.

    Du suchst Negatives zu Covid. Du wirst am Anfang wenige Einträge finden, gemischt, positiv, negativ,und je mehr negative du liest, irgendwann nur noch solche gezeigt bekommen und glaubst es dann.
    So funktionieren alle Medien um Internet. Nur wissen das 90% der Leute nicht.

  • n.g.

    Und mit Beschimpfungen erreichtst du gar nichts. Wrnn du schon überzeugz bist, dass du intelligenter bist, dann wüsstest du das.

  • novo

    Ich beneide keinen verantwortlichen Politiker.
    Bei jeder Maßnahme welche die Infektion einschränken sollte, wütet irgend eine Interessenvertretung solange, bis die Maßnahmen verwässert werden, und schlussendlich nicht mehr greifen.

  • n.g.

    @novo Und was macht ihr? Auf kosten der Armen und Schwachen, Die, die keine Lobby haben, euer Leben retten wollen?

  • novo

    @n.g.
    Wo entnimmst du das meinen Kommentaren?

    Gerade zum Schutz dieser von dir genannten Gruppe plädiere ich für einen rücksichtsvolleres Verhalten.

    • n.g.

      @novo Dann bräuchte der Verband wie oben im Bericht nicht nach Hilfe zu schreien, dass sie vergessen werden. Und wenn das Kund in den Brunnen gefallen ist, wie jetzt, dann muss auch denen geholfen werden. Davon rede ich!
      Dass die Gesellschaft schin seit Jahrzehnten verroht ist, ist kein Geheimnis! Was erwartest du dann, dass es jetzt plötzlich anders sein soll! Mitnichten! Und genau darum plädiere ich für Maßnahmen die man auch umsetzen KANN und nicht nur davin träumt, dass es due Leute schin tun werden. Sie tuns mit und ohne Zwang nicht. Verstehst du das?Wer einiges an Lebenserfahrung hat, weiss das!

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