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„Brauchen Ausweichstrukturen“

Quarantänestation in Gossensaß (Foto: Landesrettungsverein Weißes Kreuz)

In den Quarantänestationen in Gossensaß und Sarns werden derzeit 113 Covid-19-Patienten betreut. Wer in diesen Strukturen untergebracht wird und warum es zusätzliche Strukturen braucht. 

von Lisi Lang

Bereits mit dem Ausbruch des Coronavirus wurde in Gossensaß eine Quarantänestation eingerichtet. Wegen der steigenden Zahlen wurde letzte Woche nun auch eine zweite Struktur in Sarns geöffnet. Laut Sanitätsbetrieb befinden sich derzeit nämlich insgesamt 113 Covid-Patienten in diesen beiden Strukturen, 91 in Gossensaß und 22 in Sarns. Dazu kommen noch weitere Personen, die in den beiden Strukturen in Quarantäne sind. „In diesen Strukturen bringen wir alle Personen unter, die in eine Quarantänestation müssen, weil sie keine andere Möglichkeit haben sich für die Dauer der Quarantäne zu isolieren“, erklärt Rudolf Pollinger, Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, das Grundprinzip der Quarantänestation. „Deswegen ändert sich die Belegung auch je nach Saison.“ 

Während der Erntezeit waren beispielsweise mehrere Erntehelfer in Gossensaß untergebracht, aktuell sind es laut Pollinger vorrangig Obdachlose aus Bozen und Asylantragsteller. „Aber nicht nur“, unterstreicht der Zivilschutz-Chef. 

Die 113 Covid-Patienten in den beiden Strukturen sind laut Rudolf Pollinger alle asymptomatisch, eine Betreuung von symptomatischen Patienten in diesen Strukturen sei nicht vorgesehen. „Diese Strukturen sind nicht als Erweiterung des Krankenhauses zu verstehen“, erklärt Pollinger. Wer Symptome aufweist, wird demnach also ins Krankenhaus verlegt. 

Wie der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz erklärt, ist die Quarantänestruktur in Sarns momentan fast ausgelastet. Wird man angesichts der steigenden Zahlen also weitere Strukturen suchen müssen? „Für die reine Quarantäne hat bisher die Struktur in Gossensaß immer gereicht, aber das Problem ist, dass wir auch Ausweichstrukturen brauchen, beispielsweise für Flüchtlingsheime“, erklärt Rudolf Pollinger. Sollten dort nämlich Bewohner positiv getestet werden, müsse man auch alle anderen zumindest kurzfristig verlegen, um die Struktur desinfizieren zu können. „Die Bewohner müssen dann praktisch mehrere Tage anderswo untergebracht werden, bevor die gereinigte Struktur wieder belegt werden kann“, erklärt Pollinger. Diesbezüglich sei man aber bereits mit Jugendherbergen in Kontakt, um diese bei Bedarf wie im Frühjahr als kurzfristige Ausweichmöglichkeit nutzen zu können. 

Insgesamt müsse man die Zahlen in den Quarantänestrukturen aber im Verhältnis sehen, unterstreicht Rudolf Pollinger. „Wenn man bedenkt, wie viele Personen in Südtirol derzeit positiv oder in Quarantäne sind, dann sind eigentlich fast alle in der Lage, ihre Quarantäne irgendwo verbringen zu können.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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