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Todesursache Corona

Zwischen März und April 2020 war Covid-19 die zweithäufigste Todesursache in Südtirol. Fast jeder 4. Todesfall kann auf Covid-19 zurückgeführt werden.

von Lisi Lang

Das Landesstatistikinstitut Astat hat die Auswirkungen von Covid-19 auf die Sterblichkeit in Südtirol untersucht. Nachdem das Astat für März und April 2020 bereits eine Übersterblichkeit von 64 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre feststellen konnte, wurden nun die Daten aus der Erhebung der Todesfälle und Todesursachen genauer untersucht.

Und diese Daten zeigen, dass Covid-19 nach den Herz- Kreislauf-Erkrankungen im März und April die zweithäufigste Todesursache und für 23,3 Prozent aller Todesfälle in Südtirol direkt verantwortlich war. Tumore hingegen wurden zur dritthäufigsten Todesursache. Nach Geschlecht betrachtet, ändert sich allerdings die Reihenfolge: Bei Männern war Covid-19 mit 26,4 Prozent der Todesfälle die häufigste Todesursache, die zweithäufigste Todesursache waren Herz- Kreislauf-Erkrankungen (25,5 Prozent). Bei den Frauen waren diese hingegen die häufigste Todesursache (30,1 Prozent), während Covid-19 mit rund 20 Prozent die zweithäufigste Todesursache war.

Im März 2020 wurden in Südtirol 665 Todesfälle verzeichnet, im April waren es 563 und damit insgesamt 1.228. Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Verstorbenen beläuft sich auf 303. Wie das Astat erklärt, wurde in 94,4 Prozent dieser Fälle Covid-19 als zugrundeliegende Todesursache angegeben, d.h. als die unmittelbar für den Tod verantwortliche Ursache. In den verbleibenden 5,6 Prozent der Fälle war der Tod auf eine andere Krankheit zurückzuführen, Covid-19 wurde aber dennoch als eine Ursache betrachtet, die zum Tod beigetragen haben könnte, indem bereits bestehende Krankheitsverläufe beschleunigt oder bestehende Krankheiten erschwert wurden.

Mehr als 70 Prozent der an Covid-19 Verstorbenen waren über 80 Jahre alt und bei mehr als 76 Prozent der Todesfälle wurde mindestens eine weitere Mitursache im Todesschein genannt. Die am häufigsten gemeldete Komplikation war die Lungenentzündung, die bei mehr als zwei Dritteln der Todesfälle auftrat. Bei 23,8 Prozent der Todesfälle mit Covid-19 als zugrundeliegender Ursache wurden allerdings keine anderen Mitursachen festgestellt.

Den neusten Daten zufolge starben 479 Personen mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre in den Monaten März und April. Dies führte zu einer Übersterblichkeit von 63,9 Prozent. Rund 60 Prozent der Übersterblichkeitsfälle wurden laut Astat direkt auf Covid-19 zurückgeführt. Der verbleibende Teil umfasst Todesfälle, bei denen kein positiver Test vorliegt und Todesfälle, die nicht direkt mit dem Virus, jedoch mit der Pandemie zusammenhängen, beispielsweise weil Visiten verschoben werden mussten oder Personen aus Angst das Krankenhaus nicht aufgesucht haben.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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