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Botschaft der Angst

Christa Ladurner

Christa Ladurner vom Forum Prävention findet die neue Corona-Kampagne des Landes fragwürdig. Ängste zu schüren, nütze niemandem.

von Karin Gamper

Eine Seniorin mit Maske auf einer Seite, ein kleines Kind auf der anderen, dazwischen eine Glasscheibe und die Handflächen der beiden, die sich dort treffen.

Ein verzweifelter Mann in gebückter Haltung, eine weinende Pflegekraft, ein einsamer Junge, der durch ein Fenster nach draußen blickt.

Das sind die Bild-Motive der neuen Corona-Kampagne des Landes zur Eindämmung der Pandemie. Alles in düsteren Farben mit der Botschaft: „Jetzt alle. Bevor es zu spät ist. Abstand. Hygiene. Maske“.

Christa Ladurner, Soziologin beim Forum Prävention, hat einige dieser Bilder Menschen aus ihrem Umfeld gezeigt. „Kommentarlos, weil ich niemanden beeinflussen wollte“, wie sie betont. Die Assoziationen waren durch die Bank dieselben: düster, traurig und negativ. „Ist es wirklich das, was wir in Krisen brauchen?“, hat Ladurner deshalb auf ihrem Fb-Profil gepostet.

Als Mitarbeiterin des Forum Prävention hat Christa Ladurner selbst viele Kampagnen mitgestaltet. Sie weiß, dass das nicht immer einfach ist und dass eine Plakatserie auch mal daneben gehen kann. 

Aber gerade jetzt braucht es – so ist sich die Soziologin sicher – keine Depro-Bilder. „Was es braucht, ist neben einer klaren Botschaft zur Achtsamkeit eine Perspektive für die Menschen“, fordert sie. Christa Ladurner:

„Im Gegensatz zur ersten Phase kennt jetzt beinahe jeder einen Corona-Fall, teilweise mit schwerem Verlauf und ich stelle fest, dass die Menschen ängstlicher und betroffener reagieren als im Frühjahr. Diese zweite Welle ist für viele bedrückender und deshalb muss man in einem solchen gesellschaftlichen Klima auch unbedingt eine positive Botschaft vermitteln. Man sollte den Menschen sagen, dass wir die Pandemie überwinden, wenn wir aufeinander aufpassen und wenn wir aufeinander Rücksicht nehmen“.

Nur Ängste schüren, das nütze niemandem. „Ich bin auch überzeugt davon, dass Angst dem Immunsystem schadet“, fügt Ladurner hinzu.

Ulrich Stofner, Chef der Landesagentur für Presse und Kommunikation, verteidigt die knapp 89.000 Euro Sensibilisierungsaktion.

Er sagt: „Diese Kampagne ist auf drei Phasen angelegt. Die erste zeigte Bilder mit leeren Plätzen und Straßen im Lockdown. Die nunmehrige zweite Phase rückt die Leidtragenden in den Vordergrund. Die dritte Phase wird dann das sein, was Frau Ladurner anmahnt, nämlich die Botschaft des Zusammenhalts und der Solidarität.“

Findet er die Bilder aber nicht insgesamt zu negativ? Stofner: „Nein, denn gerade jetzt braucht es die klare Ansage, dass wir alle die Sicherheitsregeln einhalten müssen, sonst ist es zu spät“. 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (22)

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  • criticus

    Auf der einen Seite bezahlt man für die Bild-Motive der neuen Corona-Kampagne 89.000 Euro und auf der anderen Seite verschlampt man in der Sanitätseinheit 2 Wochen lang 1300 Tests. Was soll man dazu sagen?
    Ein Herr Stofner muss diese Corona-Kampagne-Aktion natürlich befürworten was soll er sonst sagen?

  • unglaublich

    Diese Corona-Kampagne ist dumm und gefährlich. Panik schüren ist immer falsch!

    • saustall_kritiker

      Ja stimme voll zu, die stellen immer Großverdiener wie diesen Stofner und andere Abzocker rundum an, die sich dann am Elend und Leid der Bevölkerung auch noch bereichern. So bewirken sie das Gegenteil. Die Leute ärgern sich wegen diesen dümmlichen hochbezahlten Plakaten und tun dann gar nimmer mit. Mir graust…

  • cicero

    Es braucht überhaupt keine Kampagnen sondern ein Ende des Lockdowns. Denn wie es weitergehen soll da hört man nichts. Sollen noch mehrere Lockdowns folgen oder was.?DAS interessiert die Leute, ein KONZEPT das längerfristig wirkt. Das wäre die Prävention die einmal eingefordert gehört.
    Und nochwas : Alle von uns kennen Leute die oft unschuldig Opfer von Verkehrsunfällen geworden sind. Konsequenterweise müsste sofort der gesamte Straßenverkehr abgeschafft werden, damit es keine Opfer mehr gibt. Wird nicht gemacht, denn die Mobilität trägt zum Wohlstand und pers. Freiheit bei. Beim Lockdown wäre die gleiche Argumentation. Das Problem wie man sieht ist die NICHT funktionierende Sanität. Da helfen keine Plakate zumal die „Waffen“ um bei der Kriegsrethorik zu bleiben ungenügend sind.

  • gestiefelterkater

    Sind die Coronapriester nur dumm oder sind es gefährliche Kriminelle??

  • cicero

    Die beste Prävention wäre es den Lockdown sofort zu beenden. Denn dass es eine längerfristige Strategie braucht das ist doch klar . Schauen wir mal wie lange es noch dauert bis der Weg Schwedens eingeschlagen wird. Denn um bei der Logik der Aussage von Frau Ladurner zu bleiben dass bald jeder ein Coronaopfer kennt, wäre zu sagen dass auch jeder Straßenverkehrsopfer kennt, im Gegensatz aber meist junge Leute tot oder mit bleibenden Schäden oft gänzlich unschuldig. Wird deswegen der Straßenverkehr abgeschafft nein, die Mobilität dient dem Wohlstand und der pers. Freiheit. Evtl. Opfer werden hingenommen. Dieselbe Argumentation mit dem Lockdown. Die Wirtschaft und das gesamte Gesellschaft. Leben kann nicht abgewürgt werden. Der einzige Unterschied: Beim Straßenverkehr kommen die Opfer nicht alle gleichzeitig ins Spital. Also liegt das Problem NUR bei der Sanität. Hier sind halt alle Kräfte zu mobilisieren und zukünftig vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Nicht wie bis jetzt einsparen und einsparen.

    • n.g.

      @cicero Du hast es erfasst. Wie du sagst. Schweden hat weitsichtig gehandelt. Fährt eune Strategie die man zur Not Jahre durchhalten kann.
      Uns wurden si zu sagen weniger Tote durch die Lockdouns versorochen aber das war und ist Augenwischerei! Bei Schweden wird gesagt wieviel Tote sie im Vergleich hätten. Das stimmt eben nicht. Was passiert denn jetzt? Unsere Strategie! Es sterben wieder mehr Menschen. Wie ich so oft aufzeigen wollte…, es werden überall gleich viele sterben! Sieht man doch was es uns gebracht hat!
      Sagt Arni es werden weniger sterben? NEIN! Alle Politiker sagen Eines, Sanität darf nicht überlastet werden. Die Menschen interpretieren das falsch und gkauben es werden durch duesen Unsunn am Ende weniger krank und es gibt weniger Tote. IRRGLAUBEN!
      Den Beweis erleben wir gerade!
      Schweden, Japan handekn weitsichtig, zerstören nicht das soziake Leben und schränken die Freuheit ihrer Leute bei weitem nicht so ein! Dafür haben sie um einuges wenuger Probleme in anderen Bereichen wie wir!
      Wir handeln nach dem Motto, bist du krank, gibts ne Tablette!
      Schweden nach dem Motto, es werden ohnehin die meisten krank werden, machrn wir das beste draus.

  • goggile

    IHR MEDIEN SEIT BOTSCHAFT DER ANGST!!! SEIT ERLICHEN MONATEN!!

  • prophet

    Wie es scheint herrscht noch zu wenig Panik in der Bevölkerung um die volle Kontrolle über sie zu bekommen!

  • andimaxi

    Hat das die SVP-Agentur Succus gemacht? Wieviel hat die Agentur dafür gekriegt?

  • n.g.

    Die Kampagne ist einfach KLASSE! Die animiert nicht dazu Abstand einzuhalten oder Maske zu tragen! Die zeigt genau das was die Masnahmen der Politik VERURSACHEN! Angst, Vereinsamung, Depression!

    Wie dumm kann man sein!

    Bevor es zu spät ist? Das sollten sich die Virologen und Politiker mal fragen, vielleicht Psychologen und Psychiater konsultieren um absehen zu können was sie tun!
    Ein Virolige wird aus seiner Sicht nur seine Vorschläge bringen. Politiker machen ohnehin alles um wieder gewählt zu werden aber Psychologen würden auch eine dritte Sicht auf die Dinge haben!

  • checker

    Ein absolute Katastrophe diese Kampagne. Mir ist lange schon klar, dass wir es mit absoluten Dilettanten zu tun haben die ganz klar weg müssen. Stehen wir auf und lassen wir uns doch nicht dermassen ruinieren.
    Ich betone: Es geht nicht um die Leugnung oder Nichteinhaltung von Sicherheitsmassnahmen. sondern um das Totalversagen der Landesregierung. Jeder der noch halbwegs bei Verstand ist muss sich jetzt erheben und endlich diesen Dilettanten einen Riegel vorschieben.
    60 Jahre Südtiroler Einheit werden gerade das Klo runtergespült. Haben wir uns das verdient?

  • morgenstern

    Diese Plakataktion ist genau so bescheuert wie die „No Credit“ Kampagne am Straßenrand.
    Nichts desto trotz, irgend wer verdient sich damit eine goldene Nase deshalb darf man die soziale Komponente nicht aus den Augen verlieren.

  • sougeatsnet

    Ich finde die Plakataktion angemessen, da sich viel zu viele nicht an die Regeln: ABSTAND HYGENE MASKE halten. Hätten wir uns bereits im Oktober besser verhalten, hätten wir jetzt nicht dieses Problem. Dass viel zu viele eine Exponentialfunktion nicht verstehen ist verständlich, dass aber Leute aus dem Bereich Soziologie/Psychologie sich mit wissenschaftlichen Fakten nicht zurechtkommen, zeugt von ihrer schlechten Ausbildung. Leider haben wir solche Typen mehr als genug. Traurig dass selbst Ärzte auf dieser populistischen Welle mitschwimmen. Unser Sarner müsste allen ein Vorbild sein.

  • severine

    Was wird da immer von Angst schüren geredet,,ich habe keine Angst,,gehe aber respektvoll mit der ganzn Situation um,,

  • mwald

    1,3 Mrd. für die Sanität ausgeben, um dann den Menschen in der Tagesschau zu erklären, dass wir ähnliche Verhältnisse wie in Bergamo bekommen können. Das ist die größte Bankrotterklärung, die ein Landesrat jemals abgeben hat.. Respekt und Rücksicht ja, aber nein bei Geldverschwendung und Panikmache von höchster Stelle.

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