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„Rasen auf Katastrophe zu“

SVP-Senatorin Julia Unterberger erklärt, warum es im Kampf gegen das Virus regional differenzierte Lösungen braucht. 

Ministerpräsident Giuseppe Conte hat dem römischen Parlament die neuen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus illustriert. Neben einer Ausgangssperre um 21 Uhr (innerhalb der Regierungsmehrheit gibt es auch Vertreter, die die Ausgangssperre auf 20 Uhr bzw. 18 Uhr vorverlegen wollen) soll die Kapazität in den öffentlichen Verkehrsmitteln auf 50 Prozent reduziert und an den Oberschulen nur noch Fernunterricht angeboten werden. Auch stellte Conte klar, dass in den Regionen, in denen die Situation besonders kritisch ist, Sondermaßnahmen getroffen und lokale Lockdowns verhängt werden sollen.

Die Mehrheitsfraktionen im Parlament unterstützen die Regierung in ihrem Bestreben, zwischen den Regionen zu differenzieren. Der PD-Vertreter Dario Franceschini erklärte in einer Videokonferenz der Fraktionen mit Premier Conte: „Wenn in Turin die Krankenhäuser überfüllt sind, kann nicht in ganz Italien den Lockdown verhängen.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch SVP-Senatorin Julia Unterberger: „Die großen Autonomisten der Lega, die noch im Frühjahr lautstark nach regionalen Differenzierungen gerufen haben, wollen jetzt auf einmal, dass der Staat eingreift, um für unangenehme und unpopuläre Entscheidungen nicht die Verantwortung übernehmen zu müssen.“ Laut der Sprecherin der Autonomiegruppe führt mittlerweile kein Weg mehr an harten Maßnahmen vorbei, da die Nachverfolgung der Kontakte außer Kontrolle geraten sei. „Wenn wir nicht handeln, rasen wir auf eine totale Katastrophe zu“, warnt Unterberger.

In einem Interview mit dem „Fatto Quotidiano“ übte die Bergsteigerlegende Reinhold Messner harsche Kritik am chaotischen Krisenmanagement der Landesregierung. Wegen „politischer Spielchen und einer arroganten Haltung gegenüber Rom“ habe Südtirol in den vergangenen Tagen sehr viel an Glaubwürdigkeit aufgegeben, so Messner. Senatorin Unterberger sagt zwar, dass einige Entscheidungen der letzten Tage „unglücklich“ gewesen seien und für Konfusion gesorgt hätten. Die Landesregierung habe darauf gesetzt, dass man mithilfe der Schulferien in der Allerheiligenwoche, die es nur in Südtirol gibt, die sozialen Kontakte reduzieren könne, fügt die SVP-Politikerin entschuldigend hinzu. „Arno Kompatscher ist der erste und bisher einzige Regionenpräsident, der die Verantwortung übernimmt, drastische Maßnahmen zu ergreifen“, so die SVP-Politikerin.

Im Netz wird Julia Unterberger für ihre jüngste Parlamentsrede gefeiert, in der sie der Rechtsopposition mangelnde Kohärenz und Kooperationsbereitschaft vorwarf. „Anders als beispielsweise die AfD in Deutschland legen Lega und Co. keine Alternativvorschläge auf den Tisch, sondern konzentrieren sich ausschließlich darauf, die Regierung zu kritisieren.“ Conte lege sehr viel Geduld an den Tag. Er sei in den letzten Wochen und Monaten über zehn Mal im Parlament aufgetreten, um über die Corona-Maßnahmen zu informieren – so oft wie kein anderer Regierungschef zuvor in Italien. Zuletzt habe der Ministerpräsident die Einsetzung eines Runden Tisches vorgeschlagen, um die Opposition stärker mit einzubeziehen. Dieses Angebot sei aber von der politischen Minderheit ausgeschlagen worden, schüttelt die Vorsitzende der Autonomiegruppe den Kopf. (mat)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (17)

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  • yannis

    >>>> wir rasen auf eine Katastrope zu……..

    Wir sind schon angekommen und zwar seit wir der italienischen Politik ausgeliefert sind, eine der größten Katastrophen die schon da sind, ist die exorbitante Staatsverschuldung.
    Der Conte plärrt bei der EU um Geld um es sogleich wieder beim Fenster hinaus zu werden z.B. beim Militär.
    Ob er einen Bürgerkrieg erwartet dass er ausgerechnet beim Militär investiert ????

    • tiroler

      Unterberger verherrlicht wieder einmal Conte. Ob da nicht mehr dahintesteckt…
      Derweil landen täglich 1000 Tunisini auf Lampedusa an.
      Ohne Abstand ohne Maske mit Corona…

      • watschi

        und vielleicht auch so mancher mit saudummen ideen im gebàck…… paris und nizza lassen grùssen

      • mizzitant

        Seids es olle blind. Hier derf man lei einschreiben, wos den mochern der Zeitung gfollt, und des isch lei geschimpfe, und wenn wer wos richtiges wahres innituat, werd ausigschmiss. Olles nur gekafte Schweinerei. Un des nennt sich seriöse Zeitung. Nix anderes als unobjektive Berichte. Die Leute derfn dompf oblossen. Die Wahrheit vertuscht. Und bitte tiats mie jetzt blockieren, weil ihr jo selber net besser seid als Herf Kompatscher und Anhang. Die Menschen im Irrglauben lassen. Feiglinge waren immer schon machtgierige Denunzianten. Und dei die Wahrheit bezeugen aufgehängt. Jesus war der erste offizielle Mensch. Ihr rennts in die Kirche und betrügt an Herrgott und enk selber. Zum speibn

  • gestiefelterkater

    „Rasen auf Katastrophe zu“
    Julchen hat wohl noch nicht verstanden, was es mit diesem Virus auf sich hat!
    Aber in der Politik tummeln sich bekanntlich Gaukler die nicht gerade die Hellsten sind.

  • vinsch

    Wie lange wollen Sie Conte eigentlich noch den Rücken stärken? Für wie blöd halten Sie uns Südtiroler? Die Katastrophe haben wir dank eurer Untätigkeit in Rom. Nach der 1. Welle hätte man in Intensivbetten, Sanitätspersonal, öffentlichen Verkehrsmitteln usw. investieren müssen. Sie haben es in Rom verschlafen. Dafür wurden Milliarden ausgegeben für rollende Schülertische und mono-pattini, welche in China hergestellt werden. Jetzt fällt euch nichts anderes ein, als die kleinen Betriebe wieder zuzusperren. Weshalb dann nicht die großen Industrien??? Euer Lohn ist natürlich nach wie vor nicht in Gefahr…. Nein, eine Aufstockung hätte es in Südtirol sogar beinahe gegeben.

    • gestiefelterkater

      „Jetzt fällt euch nichts anderes ein, als die kleinen Betriebe wieder zuzusperren. Weshalb dann nicht die großen Industrien???“

      Eines der Ziele von Corona ist, kleine Betriebe zu vernichten!
      Die Speckmaden sind natürlich gut abgesichert (noch), in weiser Voraussicht haben sie sich ja deswegen schon mal ihre schmale Pension vor ausbezahlt.

      • yannis

        Ah, ha
        Bei den vorausgezahlten Pensionen kristallisiert sich es heraus, wie man vorsorgt bevor man die Karre an die Wand fährt.
        Manche Bankrotteure verfahren genauso, rechtzeitig genügend Speck aus der Insolwenzmasse zur Seite achaffen, bevor der Gerichsvollzieher kommt……

      • n.g.

        Na, ja… Wenn du nur ein bißchen weitsichtiger wärst, dann würdest du wissen warum Industriebetriebe nicht geschlossen werden. Erstens kostet das um Vergleich zu den kleinen Betrieben nur nen Bruchteil davin und zweitens, wenn man der grissen Masse das Einkommen nimmt, verdienen die kleinen später aus Mangel an Geld auch nichts mehr.
        Oder hast du nicht gesehrn was um März an den Börsen los war als alle zumachen mussten. Das ein zweites mal und wir finden uns im Mittelalter wieder.
        Einfach nur Privinzdenke!

  • olle3xgscheid

    10 X im Parlament , Höchstleistung ……. 😉

  • robby

    Ja wenn uns lieb – Julchen als fachkompetente Person die Gefahr so gut erklärt dann können wir uns doch beruhigt zurücklehnen.
    Schön dass es Julchen gibt.

  • staatsfeind

    Mit eurer erbärmlichen Angst vor einem Virus, das noch nicht mal isoliert wurde und somit nicht einmal seine Existenz bewiesen ist, öffnet ihr durch euere Unterwerfung der Totalherrschaft Tür und Tor.

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