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Die zweite Chance

Foto: 123RF.com

Nach dem Bauernbund-Schlamassel im Herbst können die Betriebe jetzt doch noch um den 1.000-Euro-Beitrag ansuchen – auch ohne Umsatzrückgang. Aber die Geldmittel sind sehr knapp.

Es war ein riesiges Schlamassel für den Südtiroler Bauernbund: Er hatte seine Mitglieder im Sommer nicht rechtzeitig darüber informiert, dass alle landwirtschaftlichen Betriebe Anrecht auf den staatlichen Corona-Verlustbeitrag von mindestens 1.000 Euro hatten. Der Bauernbund hatte zu spät erfahren, dass Südtirol wegen des Sturmtiefs Vaia vom Herbst 2018 noch Notstandsgebiet ist und somit jeder Betrieb den Beitrag erhalten kann – also unabhängig von einem Corona-bedingten Umsatzrückgang von mindestens einem Drittel im April 2020.

Anderen Wirtschaftsverbänden und Steuerbüros gelang es im Gegensatz zum Bauernbund noch im letzten Moment, die Gesuche ihrer Kunden einzureichen.

Jetzt hat der Bauernbund gute Nachrichten: „Die Ansuchen um diese staatlichen Verlustbeiträge sind wieder möglich“, schreibt er auf seiner Website. Dank einer Gesetzesänderung, die unter anderem von den SVP-Parlamentariern vorangetrieben worden war, wurde die Frist für die Ansuchen verlängert. Mit dem Argument, dass die Ausnahmeregelung für Corona-unabhängige Notstandsgebiete nicht klar kommuniziert worden sei.

Die Agentur der Einnahmen hatte in ihrer Anleitung nur beispielhaft einige Notstandsgebiete aufgelistet. Südtirol war nicht darunter, was viele Steuerbüros in die Irre geführt hatte.

Nun gibt es also eine zweite Chance. „Bedauerlicherweise stehen aber nur sehr geringe Finanzmittel zur Verfügung, die bei weitem nicht für alle Ansuchen ausreichen werden. Deshalb ist eine rasche Gesuchstellung ab dem Datum der Wiedereröffnung höchstwahrscheinlich von Vorteil“, informiert der Bauernbund. (hsc)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (48)

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  • criticus

    Jetzt passiert etwas, was für Südtirol typisch ist: Nicht von den Baumwurzeln nach oben, sondern von der Krone nach unten wird verteilt. Bedauerlicherweise stehen nur geringe Finanzmittel zur Verfügung!

  • andreas

    Also, zack, zack liebe Obstbauern, holt euch das Geld, auch wenn ihr die Äpfel im Frühjahr besser als alle Jahre zuvor verkauft habt, sonst kriegt es vielleicht einer, welcher es vielleicht wirklich nötig hätte.

    Eventuell könnt ihr es dann in Werbung investieren, in welcher ihr erklärt, dass das Volk solidarisch mit euch sein und eure Produkte kaufen soll.

  • wurzelsepp

    Die Obstbaronlobby hat wieder gute Arbeit geleistet, bravo (Bauern)volksvertreter.
    Die Mitarbeiter der Sanität, die nun zum zweiten Mal den Karren aus dem Dreck ziehen müssen, haben trotz vollmundiger Versprechungen gar nichts bekommen. Es wird wieder bei ein bisschen Klatschen bleiben.
    Und eines bin ich mit jetzt schon sicher: Schon bald wird unsere Bauernlobbyregierung wieder neue Corona-Euros an die unsere Papierbauern, Jetsetwinzer und andere Mercedesbauern verteilen…

  • stefanhhh

    Solange jene Arbeitnehmer die immer noch auf ihren Lohnausgleich warten brav die Lobbypartei wählen wird sich nicht viel ändern. Das System erhält sich selbst und funktioniert wie seit 70 Jahren.

  • sorgenfrei

    Gießkanne lässt grüßen nach dem motto: nach mir die sintflut! Man zahlt gelder aus für schäden, die man gar nicht hat? Und dies gilt, wie ichs aus dem artikel lese, auch für andere wirtschaftstreibende… und wer bezahlt das? Wie immer die arbeitnehmer…
    Wo ist summer, wenn man ihn mal braucht? Ist das nicht geldpolitik auf kosten unserer nachkommen?

    • summer

      @sorgenfrei
      Ich muss nicht immer alles kommentieren, wenn andere bereits das sagen und schreiben, was ich zu schreiben hätte. Da Sie aber nach mir rufen, obwohl Sie es selbst zu 100% auf den Punkt gebracht haben, nur soviel:
      Das ist eine einzige Lobbypartei, die nichts dagegen unternimmt, die wirklich unter Corona notleidenden Betriebe zu stützen, und das Geld in jenen Rachen schmeißt, von denen sie es nie mehr zurückbekommt, weil steuerbefreit, was man von all den anderen Betrieben nicht behaupten kann.
      Und zugleich wird das Leben der nächsten beiden Generationen zerstört.

  • politikverdrossener

    nemmts lei Olle enkere Kinder werden es enk hoch anrechnen.

  • summer

    So sieht die Zerstörung der aktuellen Wirtschaft und damit die Zerstörung des Lebens der nächsten beiden Generationen aus.
    Und wie hat der LR Achammer gestern in der TZ gemeint?
    Man kann nicht ewig die Betriebe stützen, dafür fehlt das Geld.
    Da sieht man die totale Unkenntnis dieses LR, aber wer verdenkt es ihm, wenn ihm jegliche Kenntnis in der Pädagogik und in der Wirtschaft fehlt:
    Den Bauern alles in den Rachen schmeißen, wo man durch deren Steuerfreiheit das Geld nie mehr zurückbekommt, den Betrieben, die keine Steuerfreiheit genießen, das Überleben schwer oder unmöglich machen, wo man es aber über Steuern zurück bekommen würde. Durch betriebliche Steuern bis hin zu Lohnsteuern, lieber morgen die Arbeitslosen unterstützen müssen.
    Eine schwäbische Hausfrau könnte weit besser das Ressort führen als dieser Maturant mit mangelnden, kompetenten Beratern.

  • batman

    „Man kann nicht ewig die Betriebe stützen, dafür fehlt das Geld.„

    DANN MUSS MAN ES HALT SELBER DRUCKEN
    DIE ZEIT IST REIF FÜR EIN DEMOKRATISCHES GELDSYSTEM

    https://m.youtube.com/watch?v=rE2phUSem_0

  • teiflskroute

    Immer wieder amüsant die ganzen Kommentare. Bin am überlegen ein Buch darüber zu schreiben-wird sicha a bestseller! Wie eine einst so bodenständige Bevölkerung zur Neidbevölkerung verkommen ist – na geh bitte – was sagt uns das? Euch gehts allen noch viel zu gut. Mir kann niemand erzählen, dass er auf diese Beitragszahlung verzichten würde, weil so geldgeil wie ihr Südtiroler seit, is kaum eine Bevölkerung-kein Wunder das alles den Bach runter geht! Hauptsach gegen alles und jedem sein – pfui teufel!

    P.s. bin kan bauer, a kan südtirol, sondern österreicher-deshalb wundert euch nicht, wenn Österreich euch net wieder zrug will

    • ostern

      @teiflskroute
      Die südtiroler Bauern welln net zruck za Österreich,
      weil sie nor net de Unterstützung kriagn de si jetz kriagn.
      Gonz oanfoch.

      • teiflskroute

        Da bist du aber wirklich schlecht informiert! Aber hauptsach mal schnell in den Raum werfen-is ja so typisch!
        Bei uns werden sie auch von diversen subventionen unterstützt und weisst du was!? Ich gönn es ihnen-sind immerhin eines der schönsten Länder der Welt und das habm ma halt auch den Landwirten und net den normalen Arbeitnehmern zu verdanken, ganz einfach-deshalb zeigt doch a bisserl anstand und respek und stempelt sie net immer als umweltzerstörer usw dar! Du fährst sicha a ned mit da pferdekutsche von a nach b

        • ostern

          @teiflskoute
          Du bist schlecht informiert, und niemals über den Brenner
          oder unter Salurn gewesen, sonst könntest du nicht so einen
          Blödsinn sagen. Die Pestizid Angelegenheit lässt grüssen.
          Binn auch kein Neider, aber es gibt viele Menschen in Südtiro
          die es notwendiger hätten als die Bauern. Und wenn du dazu nein sagst dann ist dir wirklich nicht zu helfen!!!

      • rumer

        @ostern
        Stimmt nicht. Die Bauern wollen alle zu Österreich. In Österreich bekommt man pro ha deutlich mehr als in Südtirol. Unsere Politiker haben z.B. „vergessen“ die Almen bei der „EU als landwirtschaftlich genutzte Flächen anzugeben.
        Nur du als Sozialhilferentner hast Angst vor Österreich.

    • summer

      @teilfskroute
      Habe ich da etwas missverstanden, oder meinen Sie tatsächlich, dass wir freiwillig zu Österreich zurück wollen?
      Ich lebe als Österreicher in Südtirol und darf Sie als Landsmann oder Landsfrau daran erinnern, was euer Meidlinger Wastl bei der Verhandlung zum EU-Budget mit den sparsamen 5 angerichtet hat: mit der größten Geldgeilheit, die für Österreich symptomatisch ist und weit größer ist als jene in Südtirol, hat er es geschafft, dass das Modell der illiberalen Demokratie in Ungarn und Polen weiter bestehen bleibt.
      Und warum ich sage, euer Meidlinger Wastl? Weil dies nie und nimmer mein Kanzler ist, und ich deshalb froh bin, in Südtirol leben zu können, so brauche ich mich international nicht für mein Heimatland zu schämen, denn wenn ein solcher Kanzler von einem Trump gelobt wird, ist das keine Ehre für mein Heimatland.
      Noch weitere Fragen, @teifelskroute?

      • teiflskroute

        Ja da tun sich schon ein paaar fragen auf! Hier so zu tun als ob du als Landflüchtling stolz auf Südtirol bist-is das net a bisserl widersprüchlich? Und was den trump anbelangt-als einziger prösident hat er sein wahlversprechen gehalten nur wird das von den medien totgeschwiegen- ich kenne einige Amerikaner und diese werden trump wieder wählen-aber glaubt schön weiterhin alles was eich vorgegaukelt wird-darüber breitet sich eine grinsen über mein gesicht aus!

  • protea

    Ich hoffe, dass ganz viele Kastanienbaumbesitzer – angeblich werden sie ihre gute Ware heuer nicht ganz schnell los – auch den Tausender kriegen. Rentner und Arbeitnehmer zahlen ja fleißig Steuern.
    Weiter das Maul groß aufreißen und nie genug in den Kragen kriegen.

    • summer

      @protea
      Also die Pensionisten brauchen nicht zu klagen, die haben keinen Cent durch den Lockdown verloren, obwohl der Lockdown gerade zum Schutz für sie gemacht wurde.
      Außerdem sind die Pensionisten heuer fröhlich mit dem Bonus Vacanze in den Urlaub gefahren.
      Nein, Bauern, Beamte und Pensionisten brauchen sich nicht beklagen, denn die ArbeitnehmerInnen und viele UnternehmerInnen haben heuer die A…karte gezogen, und das ist die größte Frechheit und Ungerechtigkeit.

      • ostern

        @summer
        ……und die Bauern haben nur dazugewonnen!!!

        • summer

          @ostern
          Habe ich ja geschrieben, dass Pensionisten, Beamte und Bauern monetäre Corona-Gewinner sind.
          Und deshalb wirklich keinen Grund zu klagen haben.
          Im Sinne der Gerechtigkeit müsste jenen eigentlich einiges abgezogen werden und an die tatsächlichen Verlierer zu geben, damit es in Wirklichkeit sozial gerecht zuginge.
          Aber das wollen weder die Lobbyisten noch die PolitikerInnen.

  • sorgenfrei

    Unternehmer und mit ihnen die arbeitnehmer haben dafür in dem letzten 10 jahren von einer überaus prosperierenden wirtschaft profitiert, während renten und löhne der beamten stagnierten, also de facto einen kaufkraftverlust von mind. 10 % hinnehmen mussten…. es spricht auch nichts gegen beiträge, um bestimmte sparten, darunter auch bauern, zu unterstützen, wenn nötig… es ist aber obsolet, gelder auszuschütten an betriebe (auch landwirtschaftliche), die keine oder kaum einbußen hatten… das war schon im frühjahr der fall, da kann man es noch mit dem argument, dass alles schnell gehen musste, abtun… aber jetzt? Dies ist eine verschiebung von steuergeldern zu gunsten von priviliegierten oder gar reichen menschen….

  • franz1

    Gönnt`s in dei ormen Bauern – dei jo sowieso kuane Stuiern zohlen . wenigsten`s van Ehrlichen Steurzahler finanzierten Beitrog (va do Gießkanne) und vogesst`s nit enk ba do SVP in do Brennerstroße, ban Tiefenthaler und Rinner zi bedonken…..
    Schlaraffenland südtirol läßt grüßen…

  • waldi

    Zahlt zuerst mal Steuern, wie alle anderen auch, dann könnt ihr auch um Beiträge ansuchen. Die einzigen die immer arbeiten konnten, egal wie hart der Lockdown war und dann noch Geld dafür kriegen. Schämen würde ich mich, aber dieses Wort existiert bei euch leider nicht. Geldgeiles Pack.

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