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Geöffnete Diskos

Weil sie nicht explizit in der Verordnung erwähnt worden, war es am vergangenen Wochenende noch möglich, in Diskotheken bis drei Uhr morgens zu feiern.

von Markus Rufin

Diskotheken-Betreiber hatten in den letzten Monaten nur wenig Grund zur Freude. Sie haben die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus mit am härtesten getroffen.

Rund einen Monat – vom 15. Juli bis zum 18. August – durften sie regulär öffnen, aber nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Dennoch waren einige Diskos auch in den letzten Wochen geöffnet, da laut der Verordnung des Landeshauptmannes nur „Tanzveranstaltungen“ verboten waren.

Einige Diskotheken, wie der „Exclusiv Club“ in Lana oder die Diskothek „Baila“ in Eppan stellten Stühle und Tische zur Verfügung und machten aus der Disko kurzerhand einen Pub.

Mit der Verordnung von letzter Woche sollte das Nachtleben dann aber stark eingeschränkt werden. Dennoch war es für Jugendliche noch möglich, in den Diskotheken feiern zu gehen. So hatte das „Baila“ in Eppan am Freitag bis 3.00 Uhr geöffnet – und das obwohl Bars und Restaurants bereits um 23.00 bzw. 24.00 Uhr schließen musste.

Der Betreiber der Diskothek und Präsident der Fachgruppe Diskotheken im HGV erklärt: „Wir hatten geöffnet, weil wir es laut Verordnung durften. Die Diskotheken verfügen über eine eigene Lizenz, die in der Verordnung nicht explizit erwähnt wird, deshalb waren wir von den Einschränkungen auch nicht betroffen.“

Regele informierte sich im Vorfeld zur Sicherheit bei den zuständigen Behörden und erhielt die Bestätigung, dass er seinen Betrieb öffnen durfte. Auch andere Diskotheken hätten diese Möglichkeit gehabt.

Doch Regele hat die Diskothek nicht nur aufgrund der rechtlichen Basis geöffnet: „Wir haben den Club geöffnet, weil ich das mit reinen Gewissen tue. Wir haben alle Maßnahmen eingehalten und darauf geachtet, dass das auch die Gäste machen.“

Besucher, die am Freitag zugegen waren, berichten der TAGESZEITUNG, dass am Eingang Fieber gemessen wurde und sich alle Personen hinsetzen mussten. Die Getränke wurden zu den Tischen gebracht und sobald sich Gäste von den Tischen entfernt haben, mussten sie die Maske tragen.

Dennoch handelt es sich um eine paradoxe Situation, schließlich mussten Bars bereits um 23.00 Uhr schließen, so war es nur in Diskotheken möglich, nach 23 Uhr feiern zu gehen.

Regele kritisiert diese Maßnahmen: „Mich würde interessieren, ob die Politiker diese Entscheidungen treffen würden, wenn auch sie auf sämtliche Einkünfte verzichten müssen.“

Mit der neuen Verordnung ist aber auch die Schließung der Diskotheken beschlossene Sache, zwar werden diese wieder nicht erwähnt, aber da von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr das Haus nur aus triftigen Gründen verlassen werden darf, werden auch die Tanzlokale nicht mehr öffnen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (5)

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  • thefirestarter

    Eh, siamo in Italia

    Nicht nur die unsere Politiker haben sich angepasst.

  • andreas

    „Mich würde interessieren, ob die Politiker diese Entscheidungen treffen würden, wenn auch sie auf sämtliche Einkünfte verzichten müssen.“

    Besser hätte man es nicht beschreiben können, denn einerseits verbieten die Politkern den Betrieben das Arbeiten und im gleichen Moment erhöhen sie ihre Einkünfte, welche aber von denen bezahlt werden, welchen sie das Arbeiten verbieten.

  • george

    Sie verbieten den Betrieben nicht das Arbeiten und den Leuten den Ausgang ins Freie, sondern gebieten die Distanzen einzuhalten und die Möglichkeit weiterer Ansteckung und Verbreitung mit dem SARS-CoV-2 entgegen zu wirken. Wer das nicht einhält oder meint einhalten zu können, der muss halt dafür die Konsequenzen tragen.

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