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„Dieser Gegner kennt keine Gnade“

(Foto: LPA/ schoeneben.it)

Für Südtirols Tourismuswirtschaft steht nach der deutschen Reisewarnung viel auf dem Spiel. In einer Videokonferenz haben Landesregierung und Tourismuswirtschaft beraten, wie es jetzt weitergeht. 

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat für weite Teile Italiens und auch für Südtirol eine Reisewarnung ausgesprochen. Damit befinde man sich nun in einer ähnlichen Situation wie die Nachbarn im Norden. Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte für Donnerstag ein Treffen mit verschiedenen Vertretern der Tourismuswirtschaft einberufen, um gemeinsam mit Landeshauptmannstellvertreter Daniel Alfreider und Tourismuslandesrat Arnold Schuler über die aktuelle Lage zu beraten.

Man sei sich darüber einig, dass es jetzt darum gehe, den wachsenden Infektionsdruck des Coronavirus rasch einzubremsen. „Es steht sehr viel auf dem Spiel und dieser Gegner kennt keine Gnade“, betonte Tourismuslandesrat Arnold Schuler. Die von den deutschen Behörden ausgesprochene Reisewarnung, die am morgigen Samstag (24. Oktober) in Kraft tritt, sei aufgrund der aktuellen Entwicklungen zu erwarten gewesen, löse aber dennoch große Sorge in der Tourismuswirtschaft sowie allen damit verbundenen Wirtschaftsbereichen aus.

„Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass Italien ein Abkommen mit Deutschland abschließt, um die häusliche Quarantänepflicht für Reiserückkehrer nach Deutschland aus Italien durch ein negatives Corona-Testergebnis zu vermeiden“, so Landeshauptmann Kompatscher, der berichtete, dass er dafür auch in der Staat-Regionen-Konferenz geworben habe. Gleichzeitig betonte der Landeshauptmann, dass man in Südtirol nun eine Reihe von zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen auf den Weg gebracht habe. „Mir ist bewusst, dass die erlassenen Maßnahmen nicht ideal sind. Ich hoffe jedoch, dass die Zielsetzung verstanden und auf breiter Basis mitgetragen wird. Letztlich entscheiden die Disziplin und die Einsicht aller Bürgerinnen und Bürger darüber, wohin die Reise geht“, unterstrich der Landeshauptmann.

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Wintersaison berichtete Landesrat Alfreider über die Sicherheitsprotokolle, die in Abstimmung mit den Vertretern der Seilbahnwirtschaft und den Nachbarregionen auf den Weg gebracht wurden und unmittelbar vor ihrem Abschluss stehen. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um sichere Liftbeförderung und gesunden Wintersport zu ermöglichen“, erklärte der Mobilitätslandesrat.

Bereits im Rahmen der nächsten Sitzung der Landesregierung will Landeshauptmann Arno Kompatscher die wichtigsten Themen des Treffens mit der gesamten Landesregierung diskutieren. Man befinde sich aktuell in einem Entscheidungsfenster, das es richtig zu nutzen gelte, betonte der Landeshauptmann.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (21)

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  • erbschleicher

    Wo sind denn die ganzen Verschwörungstheoretiker die dem Tourismussektor diese Situation gönnen?

  • prof

    Schlimm wird es auch für die ganzen Hotelliere und Obstbauern die Ende November nicht in den verdienten Urlaub fliegen oder fahren können.

  • tirolersepp

    Ist wird kommen wie es immer in Notsituationen kommt, der Starke wirds meistern der Schwache bekommt Probleme (gelinde ausgedrückt).

    Solidarität ist nun gefragt !

  • eierkopf

    Könnte es nicht sein,dass man sich die rote Zone selbst eingebrockt hat?
    Wenn man die Tests seit Ende August vervier-fünffacht hat ist es ganz normal,dass auch die Infiziertenzahl steigt.
    Könnte es sein,dass Politik und Sanitäteinheit masslos überfordert sind und desshalb ihnen nur mehr testen-testen-testen einfällt?

  • tirolersepp

    Ohne Komplettschließung für kurze Zeit wirds wohl nicht mehr gehen !

  • mwald

    Das Virus kann man nicht aufhalten, man muss einfach damit leben. Die Grenzen zu schließen und alles nochmal runterzufahren, ist doch alles nur Alibi. Man will die Menschen glauben lassen, man hätte es im Griff. Söder und ko. haben nichts im Griff. Die Viren kommen mit dem Winter und gehen mit dem Frühling, so wie es seit 10.000 Jahren ist. Vorsicht und Rücksicht ist gut, aber mit Panik und Grenzschließung wirds nicht besser. Selbst die WHO rät allen Regierungen nicht wieder Lockdowns einzuführen. Hätte man all die Milliarden in Europa, die nötig wurden den Schaden vom Lockdown auszugleichen, in die Krankenhäuser und deren Personal investiert, dann wäre es eine sinnvolle Investition für die Zukunft gewesen. Als Vorbereitung auf das nächste Virus, das mit Sicherheit kommt….

    • hallihallo

      wer hört den noch auf die who ? wo waren die denn im letzten dezember / januar als man china schließen mußte? was die jetzt noch von sich geben, ist wohl allen egal. das desaster ist längst da und die sind nicht mal instande aufzuklären , ob das virus menschlich erschaffen wurde oder auf einem markt entstanden ist ( ich glaube eher ersteres).

    • vinsch

      @mwald den Virus haben wir ja super im Griff. Wir wissen, dass er ab 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr am gefährlichsten ist, wir wissen, dass ab 6 Personen die Gefahr steigt, wir wissen, dass er zuerst klingelt,(also sperrt euch ein und öffnet keine Türen), wir wissen, dass er im Restaurant an den Tischen die Gäste in Ruhe lässt, aber an der Theke ein Risikovirus wird. Wir wissen, dass ihr problemlos die öffentlichen Verkehrsmittel benützen könnt, aber auf den öffentlichen Plätzen darf man sich nicht versammeln, denn dort besteht die Gefahr …. Kinder sollen besser daheim bleiben, als zum Training zu gehen, denn dann wird es gefährlich…. Also wir wissen schon sehr viel mehr als im Monat März….

  • herrbergsteiger

    Dank der „Europaregion Tirol“ wird es diesmal KEINE Grenzschließung zwischen Nord-, Ost und Südtirol geben!

    Und überhaupt, die Grenzen zwischen den Tiroler Landesteilen sind ohnedies unsichtbar … und nur noch für die ewigen gestrigen Nationalisten sichtbar …

    • vinsch

      @herrbergsteiger da wäre ich mir nicht so sicher. Im Moment, wo es den Ö schlechter geht als uns, sollen sie offen bleiben, kommt Österreich aus dem Risikobereich und wir bleiben als Italien drinnen, dann schließt Kurz als 1. die Grenzen, denen vertraue ich nicht….

  • franz1

    @ eierkopf,

    … es isch jo des, olle Virolgen haben vom Herbst gewarnt, dass es wiederkommt das „Kleine“ und wer hat sich am Profit orientiert und die Sorgfalt hinten angestellt?
    Die Gastwirte, Hoteliers die 150 Gäste – ohne entsprechende Kontrolle – in den Speisesall pferchten, bei Feiern und Hochzeiten – in Sexten in der Kabinenbahn – alle wußten dass sich das Virus wie im Frühjahr exponentiell verbreitet…
    und doch die Wenigsten hielten sich daran.
    Nun wird es schwer das alles in den Griff zu bekommen…….das „Geschäft“, wie es der Moser nennt bleibt auf der Strecke und die „IVA-Nummern“ können (werden) wieder um „Corona-Hilfe“ ansuchen……

  • drago

    Sofort verklagen! Dann wird es dieser fieser Gegner schon lassen.

  • sougeatsnet

    Wir sind halt einfach die Bestigsten. IDM, Uni BZ und Eurac könnten versuchen zu beweisen, dass unser Covid besser ist als andernorts, dann kommen die Toursten wieder. Unsere Sanität ist jedenfalls bestens vorbereitet, unser Claudianaabgänger sind auch besser als alle, wir haben die meisten Impfgegener, wir haben die bestbezahltesten Politiker. Da kann man doch nicht jammern.

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