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Südtirol Filarmonica

Das SF-Team v.l.: Isabel Goller, Zeno Kerschbaumer, Cornelia Goller und Michael Pichler. (Foto: Helmut Moling)

Südtirol ist seit heute um ein Sinfonieorchester reicher. Südtirol Filarmonica, so der Name, setzt sich aus 224 Auslandssüdtirolern zusammen, die weltweit in verschiedenen Orchestern engagiert sind. Sein Debüt gibt das neue Orchester im Mai in Toblach, Bozen und Meran.

Geboren wurde die Idee bei dem 7. Treffen der Brixner Südsterne am 23.12.2019 im Restaurant Traubenwirt in Brixen. Cornelia und Isabel Goller aus Mellaun, Michael Pichler aus Lüsen und Zeno Kerschbaumer aus Brixen lernten sich dort kennen. Ihr Lebensmittelpunkt befindet sich außerhalb von Südtirol und zwar respektive in Zürich, Wien, Heidelberg und Kuala Lumpur. An jenem Abend entschieden sie, ihren gemeinsamen Traum in die Tat umzusetzen.

Das Projekt.

Musik wirkt – das ist die gemeinsame Überzeugung der Initiatoren. Die Südtirol Filarmonica soll einen konkreten Beitrag zum Miteinander leisten: Das Orchester kommuniziert in der Sprache der Musik. Südtirol lebt Musik schon von Kindesalter an. Die unzähligen und vielbesuchten Musikschulen sind Beweis hierfür. Das Spektrum der dabei praktizierten Instrumente trägt auch zur Vielfalt bei, die in Südtirol einen ganz besonderen Geist genießt. Aber Musik ist noch viel mehr: Menschen erleben Musik als verbindendes Element, Musik ermöglicht ein Miteinander auf verschiedenen Ebenen.

Ein Orchester bringt das gemeinsame Empfinden und Agieren deutlich zum Ausdruck. Die Südtirol Filarmonica versteht sich als sprachgruppenunabhängig. Sie lässt die Sprache der Musik walten und ist nur der Qualität verpflichtet. Diese besondere Energie wird bei den drei Konzerten im Mai 2021 für das Südtiroler Publikum spürbar werden.

Die MusikerInnen.

Der erste Schritt war es, die weltweit verstreuten MusikerInnen ausfindig zu machen, da es bisher kein diesbezügliches Verzeichnis gibt. Aus den anfänglichen 24 E-Mail-Adressen der MusikerInnen aus dem Bekanntenkreis von Isabel Goller (Harfenistin) und Michael Pichler (Dirigent) wurden innerhalb 48 Stunden 131 Anmeldungen, welche im Laufe der folgenden Monate auf aktuell unvorstellbare 224 angestiegen sind.

Die MusikerInnen entstammen praktisch aus jedem Tal und jedem Ort Südtirols; auch sind alle Sprachgruppen zahlreich vertreten. Der herausragende Punkt ist jedoch, dass diese MusikerInnen ihrer beruflichen Leidenschaft vorwiegend außerhalb der Landesgrenzen nachgehen; in Festanstellung oder freiberuflich.

Weltweit ist der deutsche und italienische Sprachraum der stärkste Arbeitgeber für OrchestermusikerInnen und stellt somit den Löwenanteil dar. Die internationale Vielfalt der Südtiroler MusikerInnen geht aber viel weiter: sie umfasst vier Kontinente und erstreckt sich von Australien über China bis in die USA. Darüber hinaus erstaunt die Bandbreite namhafter Orchester – vom South Florida Orchestra über den Bayrischen Rundfunk, das Orchestra della Scala di Milano bis hin zum Malaysian Philharmonic Orchestra. Damit steht fest: Südtirol kann stolz auf die erfolgreiche, internationale Tätigkeit seiner ProfimusikerInnen sein.

Das Orchester.

Ein Sinfonieorchester lebt von der Vielfalt seiner Instrumente. Obwohl Südtirol traditionsgemäß die Blasmusik pflegt, bilden die 224 MusikerInnen die instrumentale Vielfalt eines klassischen Orchesters ab, angeführt von den Violinen bis hin zur Tuba.

Die Südtirol Filarmonica bietet den MusikerInnen eine Bühne in der Heimat – noch kein Vorhaben hat bisher dieses Ziel verfolgt. Zudem ergibt sich aus der Begegnung der MusikerInnen ein sich Kennenlernen und damit ein wichtiges Netzwerk der klassischen Musikszene. Südtirol Filarmonica versteht sich auch als Vorbildfunktion für die heranwachsende Generation von MusikerInnen. Sie bestärkt durch viele herausragende Karrieren junge Menschen in deren Wunsch, mit Mut und Fleiß ihre instrumentalen Fähigkeiten durch ein Studium an einer Musikuniversität zu vertiefen und den Werdegang eines Berufsmusikers einzuschlagen.

All diese Elemente verleihen der Südtirol Filarmonica eine nicht zu unterschätzende gesellschaftspolitische Wirkung, welche für jeden Einzelnen der 224 MusikerInnen eine zusätzliche Motivation darstellt.

Der Name.

Nachdem das Projekt sprachgruppenunabhängig ist, war es klar, dass auch der Name diese Haltung widerspiegeln muss: übersetzen in alle drei Sprachen kam nicht in Frage. Mit Südtirol zum einen und Filarmonica zum anderen wurden zwei Wörter gefunden, die in allen drei Landessprachen verständlich sind. Zudem bringen die beiden Wörter die Initiative klar auf den Punkt: Südtirol Filarmonica – von SüdtirolerInnen für Südtirol.

Das Logo.

Die Südtirol Filarmonica möchte einen Beitrag zum Miteinander leisten. Der Kreis bringt dies zum Ausdruck; er ist ein starkes, zeitloses Symbol für Gemeinschaft und Verbindung. Die sanft geschwungene Linie, die den Kreis durchdringt, ist der fließenden Harmonie von Musik und dem Schwung des Dirigentenstabs nachempfunden.

Die Linie beschreibt aber auch das Eintauchen in eine gemeinsame Welt und das gemeinsame Erleben von Musik, sowohl für die Orchestermitglieder wie auch für das Publikum. Zudem verdeutlicht die Linie die Anreise der MusikerInnen, das gemeinsame Proben, die gemeinsamen Auftritte in Südtirol und das anschließende Entschwinden in alle Windrichtungen.

Die Konzertreihe.

Die Südtirol Filarmonica wird im Mai 2021 ihr Debüt geben. Die Konzertreihe umfasst drei Auftritte: am 7. Mai im Gustav-Mahler-Saal in Toblach, am 8. Mai im Auditorium in Bozen, am 9. Mai im Kursaal in Meran.
Vorbereitet werden die Auftritte bei gemeinsamen Proben, die sich vom 3. bis 7. Mai im Kulturzentrum in Toblach erstrecken. Die musikalische Leitung der Südtirol Filarmonica übernimmt der Dirigent Michael Pichler.

Der Kulturverein ARTON.

Musik hat die Macht, uns zu verbinden und uns zu inspirieren, wir selbst zu sein. ARTON nimmt diese Elemente auf, verknüpft sie mit den unzähligen künstlerischen Disziplinen und trägt damit zur Vielfalt, welches die Basis für die gesellschaftliche Entwicklung bildet, bei.
ARTON wurde am 8. August 2020 als ehrenamtlicher Verein gegründet; dem Ausschuss des Vereins gehören Zeno Kerschbaumer als Vorsitzender, Isabel Goller als stellvertretende Vorsitzende, Cornelia Goller und Michael Pichler als Mitglieder an. Der Name ARTON setzt sich zusammen aus den Wörtern Art, Ton und on: jene Elemente, die in ihrer Verbindung wie auch in ihrer Alleinstellung die Aufgaben und Ziele des Vereins beschreiben.

Die Südtirol Filarmonica ist ein Projekt von ARTON.

Informationen unter : www.arton.bz

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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