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Widmanns Appell

Thomas Widmann

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann erklärt, wie sich die 92 Neuinfektion von Samstag zusammensetzen. Und richtet einen Appell an die Südtiroler Bevölkerung.

TAGESZEITUNG ONLINE: Herr Landesrat, am Samstag gab es mit 92 Neuinfektion erneut einen deutlichen Anstieg. Wie setzen sich diese Neuinfektionen zusammen?

Thomas Widmann: Der Großteil der Fälle hängt mit verschiedenen Clustern zusammen. Der größte davon ist Sexten, wo vor allem die Testreihe die Zahlen in die Höhe getrieben hat, derzeit dürften es 75 sein, aber ich denke, dass noch einige dazu kommen. Einen neuen Cluster gibt es auch bei Hockey Meran, wo sieben Fälle verzeichnet wurden. Die Fälle, die für unser Sanitätssystem gefährlich sind, sind jene, die über Hausärzte und die Erste Hilfe gemeldet werden, denn die sind immer symptomatisch. In den letzten Tagen blieb die Zahl der symptomatischen Fälle trotz ansteigender Neuinfektionen immer gleich, es wurden immer zwischen 18 und 25 Fälle verzeichnet.

Das heißt, trotz der 92 Neuinfektionen bleibt der Druck auf die Krankenhäuser gleich hoch?

Ja, genau. Zwar ist die Zahl der symptomatischen Patienten höher als im Sommer, in den letzten Tagen gab es aber keine wesentliche Steigerung. Trotzdem stellen große Cluster wie jener in Sexten eine Gefahr dar.

Warum?

Anhand von Sexten sieht man, wie ein einziger Cluster eine ganze Provinz schlecht dastehen lassen kann. Ohne diese Cluster hätten wir nach wie vor unter 50 Fälle…

…und jetzt droht uns eine Reisewarnung?

Ja, dabei wären diese Fälle absolut vermeidbar gewesen. Wir haben im Sommer auch in Branzoll flächendeckende Tests gemacht. Dabei wurden keine Infektionen verzeichnet. Das heißt, in Branzoll wurden die Regeln – im Gegensatz zu Sexten – eingehalten.

Braucht es also strengere Maßnahmen?

Darum geht es mir gar nicht. Auch dem Landeshauptmann geht es nicht darum, diese Diskussion wollen wir derzeit gar nicht führen. Mein Appell an die Bevölkerung lautet, die bestehenden Regeln einzuhalten. Denn es ist so: Ob die Maßnahmen verschärft werden oder nicht, ob es eine Reisewarnung für Südtirol gibt – das hängt alleine von der Südtiroler Bevölkerung ab, denn durch die Nichteinhaltung der Regeln werden die Zahlen in die Höhe getrieben. Nur wenn sich die Bevölkerung an die Regeln hält, ist es möglich, ein normales Leben wie im Sommer zu leben. Ansonsten wird es mehr Einschränkungen geben.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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