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Der Erfolg der Bürgerlisten

Andreas Colli

Kastelruths Bürgermeister Andreas Colli verliert ein Drittel seiner Stimmen, die Freie Liste kehrt in den Gemeinderat zurück. In Welschnofen, Ritten, Jenesien und Völs schneiden die Bürgerlisten/Grünen ebenfalls stark ab.

Von Thomas Vikoler

Er kam zu keiner SVP-Wahlversammlung (schickte aber immerhin Grußbotschaften), schaffte aber das, was er sich vorgenommen hatte: Kastelruths Bügermeister Andreas Colli, früher selbst Bürgerlistler, wurde mit bescheidenen 71,8 Prozent für ein drittes (und letztes) Mandat wiedergewählt. Bei der Auszählung der Seiser Wahlsektionen vier und fünf hatte es zunächst nicht nach diesem Ergebnis ausgesehen: Colli lag dort lediglich knapp vor Christoph Senoner (233 zu 219 bzw. 260 zu 160), dem Bürgermeisterkandidaten der zurückgekehrten Freien Liste. Dazu gab es zahlreiche ungültige bzw. weiße Stimmen, die man als Proteststimmen werten kann.

Am Ende verlor Colli gegenüber 2015, als sein Gegenkandidat ein Vertreter der SVP Seis war, rund ein Drittel seiner Stimmen. Das Ergebnis war aber am Ende eindeutig: Mit 2.169 Stimmen lag er deutlich vor Christoph Senoner mit 853 Stimmen (28,2 Prozent).

Der Denkzettel der Wähler für Colli zeigt sich noch deutlicher bei den Listenstimmen: Dort kommt seine Partei, die SVP, mit 81,8 Prozent auf 15 Mandate. Die Freie Liste, die vor fünf Jahren nicht angetreten war, auf 18,2 Prozent und drei Mandate (Christoph Senoner, Simon Profanter, Maximilian Ploner).

Überraschend stark war auch der Wahlergebnis der oppositionellen bzw. grünen Bürgerlisten in Welschnofen, Völs, Ritten und Jenesien. In der Eggentaler Gemeinde wurde SVP-Bürgermeister Markus Dejori, mit 81,2 Prozent wiedergewählt. Sein Herausforderer Dieter Bologna, Kandidat der Bürgerliste Welschnofen, kam auf 18,8 Prozent. Im Gemeinderat ist der Anteil der Bürgerliste mit 27,4 Prozent wesentlich höher. Das bedeutet vier Mandate statt bisher drei. Die SVP verlor entsprechend einen Sitz im 15-köpfigen Gemeinderat.

Auch die Dorfliste Völs konnte am Sonntag und Montag zulegen: Mit dem historischen Ergebnis von 14,9 Prozent sicherte sie sich drei anstatt der bisher zwei Mandate (Brigitte Mair, Roland Pattis, Martin Agostini). Die SVP errang mit 19 Kandidaten 15 Mandate. Bei der Bürgermeisterwahl lag der Anteil von Dorfliste-Kandidatin Mair mit 19,6 Prozent sogar höher. Othmar Stampfer (SVP) wurde mit 1.015 Stimmen (77 Prozent) wiedergewählt, allerdings gab es nicht weniger als 635 ungültige Stimmzettel. PD-Bürgermeisterkandidat Alessio Evangelista war mit 46 Stimmen chancenlos.

Am Ritten überraschten die Grünen mit 17,3 Prozent der Stimmen (drei Mandate im 18-köpfigen Gemeinderat). Vor fünf Jahren lag ihr Anteil bei 7,8 Prozent, allerdings trat Erdpyramiden-Liste nicht mehr an. Bürgermeister Paul Lintner (SVP) wurde als einziger Kandidat mit 3.061 Stimmen wiedergewählt.

In Jenesien wurde mit Paul Romen ebenfalls ein SVP-Bürgermeister bestätigt. Herausforderer Erwin Domanegg von der Liste Zukunft Jenesien nahm ihm immerhin 23,3 Prozent der Stimmen ab. Im Gemeinderat kam die Bürgerliste auf vier Mandate.

In der Gemeinde Karneid gab es hingegen ein Comeback: Langzeit-Bürgermeister Albin Kofler wurde nach fünf Jahren als Vizebürgermeister mit 1.286 Stimmen (91,5 Prozent) gewählt, Konkurrent Karl Saxer kam auf 120 Stimmen. Es gab 433 ungültige Stimmen (23,5 Prozent). Ex-Bürgermeisterin Martina Lantschner, welche für Kofler den Platz freigemacht hatte, ist mit 611 Stimmen Erstgewählte auf der SVP-Liste.

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