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„Andrò a drogarmi“


Mit den drogenverherrlichenden Aussagen ihres Kandidaten Giuseppe Martucci hat die Bozner Lega im Gemeindewahlkampf den absoluten Tiefpunkt erreicht.

Von Matthias Kofler

In Bozen haben die meisten für Giuseppe Martucci nur noch Kopfschütteln übrig: Der Gemeinderatskandidat der Lega sorgte auf Instagram mit einem provokanten Slogan für Aufregung. So schrieb Martucci unter seinem Foto: „Un giorno andrò anche io in vacanza a Formentera a drogarmi come le persone normali, forse.“

Ein Kandidat, der Drogen verherrlicht? Auch innerhalb des „Carroccio“ ist das für viele ein absolutes No-Go. Das Ganze erinnert an den Fall „Kevin Masocco“, der infolge einer sexistischen Sprachnachricht (C’è una figa da violentare) den Bozner Gemeinderat verlassen musste. Und es ist dies nicht der einzige Fauxpas des 55-jährigen Unternehmers. Erst kürzlich rief der Leghista die Bozner über einen Flyer dazu auf, am Samstag und Sonntag zu den Urnen zu schreiten. Dabei finden die Wahlen am Sonntag und Montag statt.

Wer ist Giuseppe Martucci? Der 55-Jährige hat sich in der Landeshauptstadt als Besitzer des Nightclubs in der Buozzi-Straße einen Namen gemacht. Heute ist er als Leiter der Firma B17 tätig. Aus Lega-Kreisen ist zu vernehmen, dass Martucci der rechtsextremen Partei Casapound nahestehe: So habe er in seinem Büro eine Mussolini-Büste stehen.

Wie rechtfertigt der Gemeinderatskandidat seinen Drogen-Sager? Er habe keine Drogen verherrlichen, sondern das Gegenteil bezwecken wollen, erklärt Martucci. „Ich sehe in Bozen viele Leute, die mit Drogen handeln, und ich sehe auch normal erscheinende Menschen, die Drogen konsumieren. Es kommt einem fast schon vor, als wäre man unnormal, wenn man keine Drogen konsumiert“, meint der Gemeinderatskandidat. Sein Instagram-Profil hat er in der Zwischenzeit sperren lassen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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