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Weniger Übernachtungen

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Trotz einiger Anzeichen für einen Aufschwung im Juli und August hat die Corona-Pandemie den Südtiroler Tourismussektor stark getroffen. Die Nächtigungen haben sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahressemester fast halbiert.

Der Tourismus ist der Wirtschaftssektor, der in der Corona-Krise den höchsten Preis bezahlt hat. In der ersten Jahreshälfte 2020 gab es in Südtirol fast 6,6 Millionen weniger Übernachtungen als im Vorjahressemester, was einem Rückgang von 46 Prozent entspricht. Selbst im Juni, als die Reisebeschränkungen bereits aufgehoben waren, lag die Anzahl der Nächtigungen um fast 75 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Eine Verbesserung gab es erst im Juli und August, die Umsatzeinbußen in den Vormonaten waren jedoch so gravierend, dass nur 22 Prozent der Unternehmer/innen des Gastgewerbes heuer noch mit einem zufriedenstellenden Betriebsergebnis rechnen. Dies ergibt sich aus dem Wirtschaftsbarometer des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen.

Laut der befragten Unternehmen betrug der Umsatzrückgang im April im Vergleich zum Vorjahresmonat 80 Prozent und im Mai 71 Prozent. Natürlich haben auch die Investitionen in Folge dieser schwierigen Konjunkturlage stark abgenommen. Darüber hinaus werden steigende Kosten und eine allgemeine Verschlechterung der betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit gemeldet. Ungefähr ein Drittel der Unternehmen beklagt sich auch über einen erschwerten Kreditzugang.

Die Krise hatte schließlich schwerwiegende Auswirkungen auf die Beschäftigung, insbesondere für Saisonarbeiter. Im zweiten Quartal 2020, von April bis Juni, gab es im Südtiroler Tourismussektor durchschnittlich 45 Prozent weniger Mitarbeiter/innen als im Vorjahresquartal. Erst seit Juli ist eine Erholung zu verzeichnen.

Betrachtet man die einzelnen Branchen innerhalb des Tourismussektors, so ist das Geschäftsklima vor allem in der Beherbergung und in der Gastronomie besonders schlecht. Die Stimmung bei den Bars und Cafés ist hingegen etwas besser, was auch auf die schnellere Wiederaufnahme der Aktivität nach der Lockdown-Phase zurückzuführen ist.

Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner betont den Handlungsbedarf: „Der Südtiroler Tourismus hat einen sehr hohen Preis für die Corona-Krise bezahlt. Die Unternehmer und Unternehmerinnen des Gastgewerbes sowie der mit dem Tourismus verbundenen Sektoren wie beispielsweise Eventveranstalter, Mietwagenunternehmen, Aufstiegsanlagen und Reisebüros müssen auch weiterhin unterstützt werden. Nur so kann die Zukunft dieses Aushängeschilds unserer Wirtschaft gesichert werden.“

„Die Hotels und Gastbetriebe sind mit Zuversicht in die touristische Saison gestartet und haben sich sehr bemüht, den Gästen einen sicheren Urlaub zu bieten. Aus der guten Auslastung in den August-Wochen kann man nicht auf das touristische Gesamtjahr schließen. Hier sprechen die Ergebnisse des WIFO-Barometers eine deutliche Sprache“, erklärt Manfred Pinzger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV).

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Kommentare (6)

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  • martasophia

    Juli und August gehören zur zweiten Hälfte des Jahres und da lief es doch gut extrem gut.

  • zeit

    Früh genug jammern ,erhöhen die Beiträge.

  • martasophia

    Ich frage mich, wer bezahlt letztendlich diese ganzen Beiträge? Ich hoffe nicht die Arbeitnehmer und Rentner, die einzigen die auf ihr Einkommen keine Möglichkeit der Steuerflucht haben. Irgendwo muss das Geld für den gemeinsamen Topf ja wieder herein. Sind tatsächlich die Touristik die großen Verliere oder sind sie jene die einfach nur mal eine schlechtere Saison hatten. Ist ein Betrieb der bei einer schlechten Saison nicht mehr zu plärren aufhört, ein gesunder Betrieb. Kann man nicht erst etwas später sagen, die wahren Verlierer sind. Sollte man nicht zu Beginn des nächsten Jahres erst mal die Einkommen ansehen. Sind es nicht vor allem die kleinen Ein-Mann-Frau-Betriebe, die Arbeitnehmer in der Lohnausgleichskasse die die großen Verlierer dieser Krise sind. Nur die haben keine Lobby die für sie ständig öffentlich jammert. Ist das eigentliche Problem nicht die seit vielen Jahren vorangetriebene Beitragspolitik und der Neoliberalismus sowieso, der die immer weniger Menschen zu immer reicheren macht und alle anderen zu Verlieren?

  • george

    Dann werden diese „Blärrer“ wohl verhungern, trotz der vielen Beiträge, die sie aus unserem Steuertopf erhalten, wo sie ja auch immer wieder eine Menge Steuern abschreiben und somit zur gemeinsamen Solidarität teilweise recht wenig beitragen.

  • george

    Ach ’schwarzesschaf‘, lies besser durch! Wer spricht hier von Beiträgen nur vom Land? Aber die 2 x 600 € vom Staat sind für euch kein Beitrag, sondern ja nur ein Almosen, das für euch zu erwähnen es gar nicht wert ist. Oder, ist es nicht so, wo doch jeder Kleinverdiener sonst dafür dankbar wäre?

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