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Die Covid-Betrüger

Claudio Zago

Zwei Unternehmer haben auf betrügerische Weise ihnen nicht zustehende staatliche Hilfsmittel angesucht und eine hohe Summe erhalten. Einem Wirtschaftsprüfer fiel das falsche Spiel auf: Er schaltete die Finanzpolizei ein.

Covid-19 hatte unterschiedliche Auswirkungen auf den unternehmerischen Alltag, als der Lockdown zahlreiche Firmen in die Zwangspause geschickt hatte. Tatsächlich mussten unzählige Arbeitnehmer die Lohnausgleichskasse in Anspruch nehmen, zahlreiche warteten Monate auf die Überweisung der INPS, da es zu Verspätungen gekommen war. Es gab aber auch jene, die es geschafft haben, dass System zu umgehen und schnellstens an Gelder zu gelangen, die der Staat strauchelnden Unternehmen zur Verfügung gestellt hatte.

So auch zwei Bozner Unternehmer, die sich auf illegalem Wege einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von 83.000 Euro sicherten.

Nun wurden die Unternehmer von der Finanzpolizei Bozen angezeigt, nachdem ein Wirtschaftsprüfer auf die illegalen Machenschaften hingewiesen hatte. Diesem waren die Tricksereien aufgefallen, nachdem er nach einer Analyse einer der beiden Unternehmer festgestellt hatte, dass dieser eigentlich keinen Anspruch auf die Gelder hatte, aber anschließend eigenhändig den Antrag dazu stellte.

„Die Wirtschaftsprüfer melden des Öfteren solche Machenschaften. Dank regelmäßiger Fortbildungsmaßnahmen, Auffrischungskurse und unserem Protokoll gegen Geldwäsche sind sie bestens darauf vorbereitet, illegale Vorgänge zu erkennen. Das sind die Früchte des gemeinsamen Protokolls, das in Zusammenarbeit mit dem Regierungskommissariat entstanden ist “, erklärt Claudio Zago, Präsident der Kammer der Wirtschaftsprüfer Bozen.

„Außerdem zeigt dieser Fall auf, wie gut die Zusammenarbeit zwischen der Kammer und der Finanzpolizei funktioniert. Und gerade in Zeiten wie diesen gilt es, achtsam zu bleiben. Gerade bei großen Veränderungen können Schlupflöcher entstehen, die ausgenützt werden. Bei verdächtigen Handlungen müssen die Alarmsirenen klingeln, sodass das Geld auch zu jenen gelangt, für die es gedacht ist und die es wirklich brauchen.“

 

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