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Alle Jahre wieder

Trotz Corona-Krise werden die traditionellen Südtiroler Christkindlmärkte voraussichtlich stattfinden. Wie die Märkte in den Südtiroler Städten aussehen werden und mit wie vielen Touristen man trotz Covid-19 rechnet.

von Mathilde Galli

Wird es die traditionellen Christkindlmärkte in den Südtiroler Städten heuer geben? Wie soll ein Christkindlmarkt in Corona-Zeiten aussehen? Die Arbeitsgruppe der Christkindlmärkte, welche die jährlichen Christkindlmärkte in Bozen, Meran, Bruneck, Brixen und Sterzing organisiert, klügelt in Zusammenarbeit mit dem IDM zurzeit Antworten auf diese Fragen aus.

Die Vorbereitungen für die heurigen Christkindlmärkte sind bereits angelaufen, denn bis jetzt sieht alles so aus, als würde es auch heuer die traditionellen Weihnachtsmärkte in Südtirol geben. Die definitive Entscheidung wird allerdings erst Mitte September gefällt, dafür soll eine Expertenrunde, der auch die Sanität angehört, grünes Licht geben. Der Bozner Stadtrat für Wirtschaft, Stephan Konder, zeigt sich zuversichtlich: „Wir hoffen, dass wir die Christkindlmärkte auch dieses Jahr organisieren dürfen. Selbstverständlich müssen diese an die Corona-Bestimmungen angepasst werden.“

Und wie stellt man sich das vor?

„Wir arbeiten an einem soliden Sicherheitskonzept“ sagt Wolfgang Töchterle, Marketingdirektor des IDM. Und Stadtrat Konder ergänzt: „Wir müssen darauf achten, dass die Marktstände in einem gewissen Abstand voneinander stehen – sollte in Bozen der Waltherplatz dafür beispielsweise nicht ausreichen, müssen wir auch den Platz vor dem Dom beanspruchen“. Die Organisatoren rechnen aber bereits jetzt mit weniger Marktständen als in den Vorjahren.

Und wie will man die Besucherströme steuern? Laut Stephan Konder sollen an den Wochenenden Sicherheitsdienste dafür sorgen, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Marktplatz befinden. Ob auch unter der Woche ein Sicherheitsdienst die Belastbarkeit der Marktplätze überprüfen wird und ob eine Maske eine Zugangsvoraussetzung sein wird, ist noch unklar. „Die Arbeitsgruppe muss sich zu vielen Details noch genauer beraten, aber sollte sich die Situation rund um die Neuinfektionen nicht weiter verschlimmern, wird es den Christkindlmarkt voraussichtlich geben“, erklärt Stadtrat Konder.

Auch Wolfgang Töchterle ist grundsätzlich guter Dinge: „Der Christkindlmarkt könnte aufgrund eines Aufflammens der Corona-Infektionen im November oder Dezember abgesagt werden, wenngleich die Wahrscheinlichkeit hierfür gering ist. Die Welt hat im Frühling ja viel dazugelernt.“

Um den Christkindlmarkt in Corona-Zeiten zu organisieren, müssen aber nicht nur die platztechnischen Fragen und grundsätzlichen Corona-Bestimmungen berücksichtigt werden, die Expertengruppe muss sich auch um den logistischen Aspekt der Christkindlmärkte kümmern. Viele Touristen, die jährlich aus ganz Italien und der Welt in der Weihnachtszeit nach Südtirol strömen, reisten in den letzten Jahren häufig mit Großbussen. Doch heuer wird erwartet, dass diese Busse Corona-bedingt weitgehend leer bleiben werden. „Man weiß nicht ob diese Busse aus der Lombardei oder der Emilia-Romagna überhaupt fahren, wenn sie nur zur Hälfte gefüllt werden dürfen“, so Konder.

Wolfgang Töchterle bestätigt, dass bereits viele Transportunternehmen, vor allem Busreiseveranstalter, den Großteil der Reisen aus dem Kalender gestrichen haben und fordert deshalb: „Weniger Bus-, dafür mehr Autoparkplätze.“ „Sollten die Touristen hauptsächlich mit Privatautos anreisen, müssen wir uns auch überlegen, ob unsere Straßen eine noch höhere Verkehrsbelastung aushalten können“, gibt der Stadtrat zu bedenken. Aber da viele Busunternehmen bereits die Fahrt nach Bozen gestrichen haben, sind „die großen Touristenströme wie in den Vorjahren nicht zu befürchten“, meint Töchterle.

Rudi Benedikter, Bozner Stadtviertelrat für Gries-Quirein, hat sich klar gegen die heurigen Christkindlmärkte ausgesprochen. Er bedauert, dass man den Bozner Christkindlmarkt als „systemrelevantes Event für die Bozner Wirtschaft sehe, dem man auch die Gefahr einer „zweiten Welle“ unterordnen kann.“ Stephan Konder meint: „Sollte es eine zweite Corona-Welle geben, werden sowieso alle Veranstaltungen abgesagt“ und Töchterle fügt hinzu: „Sofern wir die Rahmenbedingungen nicht sicher gestalten können, kommen die Märkte ja ohnehin nicht in Frage.“ Außerdem will das IDM bereits im Rahmen seiner Kommunikationsarbeit dafür sorgen, dass der Kunde die Limits kennt und weiß, welche Vorkehrungen ihn erwarten.

Dem Christkindlmarkt in der kommenden Weihnachtszeit scheint also nicht mehr viel im Wege zu stehen. „Die Tatsache, dass sich alles im Freien abspielt, könnte sich positiv auswirken. Letztlich entscheidet die Expertengruppe“, so Wolfgang Töchterle.

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