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„Wie im Horrorfilm“

Foto: 123rf

Ein 48-jähriger Völser, Christian Gasser, erlitt nach dem Tritt in ein Erdwespennest 80 Stiche. Und überlebte. Wegen seiner starken Natur und weil er öfters bei der Arbeit von Wespen gestochen wird.

Von Thomas Vikoler

Er wollte am frühen Abend in der Nähe seiner Wohnung Pilze sammeln. Und erlebte dabei etwas, das er zehn Tage später so beschreibt: „Es war wie in einem Horrorfilm“.

Christian Gasser, 48, Fernsehtechniker aus St. Konstantin bei Völs, traf im Wald nicht auf böse Monster oder durchgedrehte Motorsägen-Typen.

Er trat unvermutet in ein Erdloch.

Bis zum Knie brach er mit seinem rechten Fuß ein. Und dachte zunächst, dort befänden stechende Brennnesseln. Doch es war etwas anderes: Es waren Erdwespen, die sich gestört fühlten. Und sich wehrten.

„Ich hatte den Fuß voller Wespen, die mich stachen, ich war in ein Wespennest getreten“, erinnert sich Gasser. Der daraufhin sofort die Flucht antrat: „Die Wespen waren sehr aggressiv, sie sind mir in einem Schwarm von mindestens 50 Tieren nachgeflogen und haben mich durch das T-Shirt in den Rücken gestochen“.

Gasser lief so schnell er konnte, doch die Wespen ließen nicht von ihm ab. Er lief rund eineinhalb Kilometer weit und versuchte dabei mehrmals mit dem Handy Verwandte anzurufen. „Ich war offenbar so geschockt, dass ich dachte, das geht schon. Deshalb habe ich Verwandte angerufen und nicht den Notruf 112“, sagt Gasser heute.

Die Wespenattacke im Wald ereignete sich vor genau zehn Tagen bei St. Konstantin. Niemand, der durch das Unterholz spaziert, denkt nicht daran, dass er in ein Erdloch tappen könnte. Gasser trug lange Hosen. Doch das nützte in seinem Fall wenig. Die Wespen wehrten sich ohne Gnade gegen den Eindringling in ihr Erdloch.

Schließlich erreichte der Gestochene in der Nähe seiner Wohnung telefonisch seinen Schwager, der ihm zur Hilfe kam. Zu jenem Zeitpunkt hatte Gasser Atembeschwerden, ihm war übel und das Augenlicht schwand. Der Schwager verständige den Notruf.

„Da habe ich gemerkt, es könnte knapp werden“, erinnert sich Gasser.

Es wurde knapp. Von der Wespenattacke bis zum Eintreffen der Notärztin mit dem Hubschrauber verging eine halbe Stunde. Gasser erhielt eine große Dosis Antihistamin und eine Cortisonspritze. Das wirkte. Nach rund einer Stunde, die er im stehenden Hubschrauber lag, gingen die Schwellungen an seinem Körper etwas zurück. Er wurde nach Hause gebracht.

Die Notärztin zählte 80 Wespenstiche.

Gasser überlebte, wie die Notärztin konstatierte, wegen seiner guten Natur. Und weil er öfters mit Wespen zu tun hat. „Bei meiner Arbeit werde ich häufig von Wespen gestochen, in diesem Jahr besonders oft. Das macht mir eigentlich nichts aus“, sagt der Fernsehtechniker.

Das legt die Vermutung nahe, dass er eine gewisse Immunität gegen Wespenstiche entwickelt hat. Zu seinem Glück

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • n.g.

    Die Problemwespen! Einfangen oder abschießen! Zäune oder Hütehunde, das ist hier die Frage!
    Die Natur ist nun mal gefährlich! Da muss was unternimmen werden!
    Goggule würde sagen:
    gogguie sieht schwarz, frisst giggilan

    • rumer

      @n.g.
      Hast du keine andere Beschäftigung im Leben? Geh doch als Freiwilliger zum weißen Kreuz, oder zur Caritas. Dann kriegt dein Leben wieder einen Sinn und du wirst zufriedener.

      • n.g.

        Ne, lass mal stecken…. Denn dann müsste ich wahrscheinlich ungewollt mal jemanden wie dir helfen. Möchte ich dann auch nicht.
        Da mach dir mal keine Gedanken, mein Leben ist ausgefüllt und macht Spaß. Text hat jetzt 2 Minuten meiner Zeit verbraucht, also genug übrig für anderes.

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