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Klein und fein

Zurück in die Zukunft: Mit „Music at the Grand Hotel 2020” holt das Euregio Kulturzentrum Toblach den musikalischen Sommer nach. Die Gustav Mahler Musikwochen, die Festspiele Südtirol und das Grandhôtel Orchestra Toblach sorgen ab Ende August für besondere Momente.

Klein und fein. Es braucht nur wenig Worte, um „Music at the Grand Hotel 2020” zu beschreiben. Die ausgewählte Konzertreihe im Euregio Kulturzentrum Toblach ist in Zeiten wie diesen die Alternative zum traditionellen Sommerprogramm: Die seit vielen Jahren weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Fixpunkte im Kulturkalender des Oberpustertals, die Gustav Mahler Musikwochen, die Festspiele Südtirol sowie das das neu gegründete Grandhôtel Orchestra Toblach präsentieren sich heuer erstmals unter dem Dach der Stiftung. Mit dem Programm geht der Blick in die Zukunft. Musik gehört zum Leben, was sonst?

Gerade deshalb gehört am 29. August der Auftakt der Jugend. Die Festspiele Südtirol haben sich als Plattform für lokale, nationale und internationale junge Musiker*innen etabliert, die sich mit Meisterwerken der Klassik auseinandersetzen und untereinander messen. Einer von ihnen: der Südtiroler Maximilian Trebo, Schüler von Pavel Gililov, der sich mit einem technisch und stilistisch sehr anspruchsvollen Programm präsentieren wird. Auch Geigerin Yuki Serino beehrt Toblach. Zwischen 10 und 13 Jahre alt sind die Wunderkinder am Klavier der PianoFriends Association Milano. Und dann wird Maurizio Pollini in diesem Rahmen zum ersten Mal sein Können in Südtirol zeigen. Der weltbekannte Pianist, ein Fixstern in der Carnegie Hall, hat mit vielen große Dirigenten gearbeitet. „Gerade jetzt ist es mir eine besondere Freude, solch kleine und große Stars in Toblach präsentieren zu können”, sagt Hubert Stuppner, künstlerischer Leiter der Festspiele Südtirol.

Seit 40 Jahren stehen die Gustav Mahler Musikwochen für Toblach und für Musik im Zeichen eines großen Meisters. Mahler fand den Ort „wunderherrlich” und nutzte die Zeit der Sommerfrische zum Komponieren. „Wer hätte gedacht, dass uns ein Virus die große Jubiläumsfeier zunichte macht”, sagt Josef Lanz. Um ein Zeichen zu setzen, stellte der künstlerische Leiter der Musikwochen im Juli eine Digital Edition der Musikwochen auf die Beine und – dem Zeitgeist entsprechend – Clips zur Geschichte des Festivals und bedeutenderOrchester und Dirigenten ins Netz. Auch für Filmaufnahmen wusste man die Zeit zu nutzen. Dass es trotz aller Widrigkeiten im Jubiläumsjahr ein Stück Mahler in Toblach geben wird, ist Genugtuung und Ansporn zugleich. Ab 4. September stellen die Gustav Mahler Musikwochen in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Künstlerbund Werke des böhmischen Komponisten in den Mittelpunkt.

Die Schweizer Komponistin Katharina Rosenberger und die aus Südtirol stammenden Komponisten Hannes Kerschbaumer und Alexander Kaiser arrangieren eine bereits bestehende Komposition Mahlers für vier Stimmen, Violine und Akkordeon. Diese Bearbeitung des Originals wird zugleich als Referenzstück für eine Neukomposition verwendet. In der Folge steht der Auftritt eines Kammerensembles an, bestehend aus acht Instrumentalisten und dem Bariton Simone Marchesini. Gerade jetzt will man Musiker*innen aus dem Euregio Raum Auftrittsmöglichkeiten bieten.

Und dann ist da ja noch das mit Spannung erwartete Grandhôtel Orchestra Toblach. Das neu gegründete Orchester erarbeitet die Musik Mahlers auf Originalinstrumenten. Die große Premiere: auf 2021 verschoben. Aber es gibt eine interessante Kostprobe, die Stimmführer und Student*innen mit dem künstlerischen Leiter Philipp von Steinaecker und dem Musikhistoriker Clive Brown erarbeiten und ab 11. September an drei aufeinander folgenden Tagen im Mahler Saal präsentieren werden.

Auf dem Programm stehen Werke von Mendelssohn, Schumann, Brahms, Schönberg, Webern, Schreker, Janáček und natürlich Mahler. Musikkenner ahnen es schon: Die Kammermusikkonzerte lassen die Zuhörer in die Zeit Mahlers und das Wien der Jahrhundertwende eintauchen. Es ist für uns alle eine große Freude, wieder Musik machen zu können”, sagt Philipp von Steinaecker. Klein und fein. Hauptsache spielen.

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