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„Rallye“ durch Prad

Die rasante Fahrt einer Sportwagen-Clique durch Prad sorgt für Stunk. Die Anrainer fordern zum wiederholten Male bessere Kontrollen, der Bürgermeister verteidigt sich. KLICKEN SIE HIER AUF DAS VIDEO.

von Karin Gamper

Mehrere Sportflitzer, die mit ohrenbetäubendem Lärm durch Prad donnern und empörte Anrainer zurücklassen. Das hört bzw. sieht man auf dem Video, welches Umweltschützer Rudi Maurer vor wenigen Tagen auf Facebook gepostet hat und das seither für zahlreiche Reaktionen sorgt. 

Rudi Maurer bezeichnet die „Rallye“ der rund 20 Sportwagen aus Holland auf der Stilfserjoch-Straße als „täglichen Wahnsinn“, dem die Anrainer ausgesetzt sind. Wörtlich schreibt er: „An Werktagen und besonders an Wochenenden ist unsere Straße ein Eldorado für rasende und lärmende Fahrzeuge. Alle die gerne ordentlich aufs Gaspedal drücken, können sich bei uns richtig austoben zur Freude der Bewohner und Feriengäste“. 

Der Verkehr auf der Stilfserjoch Straße hat die Anrainer in Prad in den letzten Jahren bereits mehrmals auf die Barrikaden steigen und Protestschilder anbringen lassen. Auch diesmal werden verstärkt Kontrollen gefordert.

Was sagt Bürgermeister Karl Bernhart zum lautstarken Auftritt der teuren Sportwagen in seiner Gemeinde? Er reagiert pikiert: „Solche Fahrmanöver im Ortskern sind eine Sauerei und nicht akzeptabel“, schickt er voraus. 

Er kritisiert jedoch auch Rudi Maurer und die Umweltschützer, die „immer nur das Negative“ hervorheben würden. „Es geht ihnen nur um die Polemik“, behauptet der Bürgermeister verärgert und verweist auf die zahlreichen verkehrsberuhigende Maßnahmen, die in den letzten fünf Jahren umgesetzt wurden. „Wir haben all das realisiert, was die vorhergehenden Gemeindeverwaltungen verabsäumt haben“, stellt Bernhart klar. Konkret: Speedcheck-Boxen, Geschwindigkeitsanzeiger, Fahrbahnteiler sowie eine Tempo-30-Zone. „Demnächst ist die Entschärfung von zwei weiteren Kreuzungen geplant“, verteidigt sich der Bürgermeister gegen den Vorwurf der Untätigkeit und der fehlenden Verkehrskontrollen. „Es wird kontrolliert, aber es gibt nicht genug Polizisten, um den ganzen Tag präsent zu sein“.

Für den Bürgermeister war die Rallye der Sportwagen ein „Einzelfall“, den Rudi Maurer und die Umweltschützer schlicht aufgebauscht haben. Dabei seien die Lenker der Sportwagen auch bereits ausfindig gemacht worden. Ein Polizist in zivil, der hinter den Sportwagen herfuhr, habe die Kennzeichen erfasst, woraufhin die Autos gestoppt wurden. Ob Strafen verhängt wurden, weiß Bernhart nicht.

Was sagt Rudi Maurer dazu? „Es mag ein krasser Fall gewesen sein, zeigt aber die Rennfahrer-Mentalität, mit der die Stilfserjoch-Straße beworben und befahren wird“, erklärt der Umweltschützer. Er bleibt dabei: „Es braucht mehr Kontrollen und vor allem Lärmmessungen“.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (11)

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  • andreas

    So ca. 20 Holländer hab ich vor 2 Jahre aufs Stilfserjoch fahren gesehen.
    Zwischen Ferrari, Lamborghini und Porsche war alles dabei. Die Ferrari hatten eindeutig den schönsten Ton.
    Wobei die Beschleunigung in einer Steigung, für den Lärm den sie machen, nicht wirklich berauschend ist.

    Jedenfalls haben sich alle gefreut und waren begeistert, die Wagen zu sehen.

    • rumer

      Den Grünen geht es ja nicht um die Sache, sondern nur ums Eiern!

      • george

        „Die Grünen, die Grünen“? Was soll diese Polemik? Als ob diese Leute, die sich um Umwelt und Menschenschutz kümmern die Farbe grün tragen würden. Dabei kümmern sich solche Leute doch um das Wohl aller Anrainer, Bewohner und heimatliebenden Lebewesen und versuchen das Ausufern extremer und schädigender Verhaltensweisen einzudämmen. Also ‚rumer‘, sie arbeiten auch für dich! Oder gehörst du etwa auch zu der Sorte, die immer wieder gegen unsere gesunde Umwelt ausbüxen müssen und jede Landschafts-, Klima-, Gesundheits-, Artenschädigung bestreiten und meinen, sie allein könnten sich alles auf Kosten anderer zugestehen?

    • freitag

      so einen Schwachsinn habe ich selten gelesen.

      Anwohner eigentlich alle Bewohner der Alpentäler sollten sich diesen Lärm und Umweltfrevel NICHT mehr gefallen lassen.

      sollen auf die Rennbahn, ah die ist nicht gratis

  • kritiker

    wenn der herr umweltschützer maurer bürgermeister wäre, könnte er auch nicht für 24 stunden eine polizeipräsenz garantieren. hier wird anhand eines einzelerreignisses Polemik betrieben. wird wohl seinen Frust abbauen müssen, da er bei den Landtagswahlen als grüner Kandidat in prad keinen erfolg hatte.

    • george

      Diese Gegenwehr ist im Gegensatz zu deinen stänkerischen Aussagen und Übertreibungen keine Polemik. Der Schutz der Gesundheit, des Bodens und des Lebensumfeldes betrifft alle und nicht nur die von euch so genannten „Grünen“. Das gibt sogar der Bürgermeister klein bei.

  • hallihallo

    ja will schnell meinen die herrn , daß diese autos gefahren sind?
    der lärm täuscht. außerdem beschleunigen sie nur kurz und bremsen wieder voll ab. selbst bei einer kontrolle müßte man sie am schnellsten punkt blitzen, ein ding der unmöglichkeit.
    und außerdem , wenn die filmer dieses videos dann in der bozner drususstraße mit 51 km/h geblitzt werden und ihnen 3 punkte entzogen werden, dann schreien sie von skandal.

  • adler

    Hauptsache sich immer über etwas aufregen!Ein wenig Neid spielt sicher auch eine Rolle!!

  • flixoflex

    Kann es sein, dass es Leute gibt, die Raserei im Dorf, stark überhöhte Lärmemissionen und gefährliches Verhalten auf unseren Dorfstraßen als normal ansehen? Wird dabei in Kauf genommen, dass unschuldige Menschen zu Schaden kommen können? Anstatt für Normalität auf unseren Dorfstraßen zu sorgen, wird die Situation verharmlost.

  • 2xnachgedacht

    lei weitr so….jo, ols reglementiern! und nor plerrn wennmr nochr lei mear noch an bestimmtn reglement af sch…hitt derfn…

  • morgenstern

    Hat sich anscheinend bis Holland herum gesprochen dass die orangen Kästen, und davon gibt es in Prad einige, allesamt leer sind.
    Dabei wäre es die beste Investition für Prad Diese zu bestücken, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, hätte allerdings den Nachteil dass gelegentlich auch ein Prader gefilzt wird.

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