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Kritische Lage

Foto: Handelskammer Bozen/ Shutterstock

Der Südtiroler Dienstleistungssektor zeigt deutliche Anzeichen von Schwäche: Nur etwa die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer zufriedenstellenden Rentabilität im Jahr 2020. Noch ernster ist die Lage im Transportsektor, der besonders stark von der Corona-Krise betroffen ist. 

Das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor hat sich dramatisch verschlechtert: 48 Prozent der Betreiber gehen von einem unbefriedigenden wirtschaftlichen Ergebnis im Jahr 2020 aus.

Besonders schwierig erscheint die Lage bei den unternehmensorientierten Dienstleistungen, den beruflichen, technischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten, den Immobilienaktivitäten sowie bei den persönlichen Dienstleistungen. Vor allem letztere sind von den Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie, die bis Mitte Mai andauerten, hart getroffen worden.

Die Unternehmer/innen im Dienstleistungssektor schätzen die Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahresmonat auf insgesamt 29 Prozent im April und 19 Prozent im Mai. Ein Drittel von ihnen vermeldet auch, dass die Nachfrage im Juni immer noch unter dem Vorkrisenniveau lag. Die Zahlungsmoral der Kund/innen wird als stark verschlechtert angesehen, vor allem vonseiten der Unternehmensdienstleister und der Bankinstitute. Letztere berichteten jedoch über eine deutliche Zunahme der Kreditvergabe, was die Liquidität der Haushalte und Unternehmen unterstützt. Die Dienstleistungsunternehmen klagen auch über einen starken Kostenanstieg, der nicht durch entsprechende Preiserhöhungen ausgeglichen werden konnte. Dies hat zu einer allgemeinen Verschlechterung der betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit geführt.

Im Transportsektor ist die Lage noch kritischer. Insbesondere der Personenverkehr hat stark gelitten, aufgrund der Abhängigkeit vom Tourismus und den vorzeitigen Schulschließungen. Das Geschäftsvolumen dieser Branche ist im April um 61 Prozent und im Mai um 54 Prozent im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresmonaten gesunken. Vier Fünftel der Unternehmen im Personentransport erwarten somit ein unbefriedigendes Betriebsergebnis im Jahr 2020. Die Seilbahnbetreiber und die Warentransporteure berichten ebenfalls über erhebliche Schwierigkeiten aufgrund des Einbruchs des Tourismus bzw. des allgemeinen Rückgangs der wirtschaftlichen Aktivität in den letzten Monaten.

Insgesamt erwarten heuer mehr als sechs von zehn Unternehmen im Transportsektor eine schlechte Ertragslage. Dies hat negative Auswirkungen auf die aktuelle Investitionstätigkeit, die im Vergleich zum letzten Jahr stark zurückgegangen ist, und auf die Beschäftigung: Im zweiten Quartal 2020 lag die Zahl der unselbständig Beschäftigten im Transportsektor durchschnittlich um 4,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

 

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