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Die Legende vom heiligen Trinker

Das Kleine Theater Bruneck führt bei der Gänseliesl am Brunecker Schlossberg die Erzählung „Die Legende vom heiligen Trinker“ von Joseph Roth auf.

Die Legende vom heiligen Trinker ist die letzte Erzählung von Joseph Roth, der 1939 vereinsamt und dem Alkohol verfallen in Paris starb. Dorthin emigrierte er bereits 1933, um der nationalsozialistischen Barbarei zu entkommen.

Das Kleine Theater Bruneck realisiert Roths Erzählung vor dem Hintergrund der nostalgischen Freilichtszenerie der Gänseliesl am Schlossberg von Bruneck. Doch Georg Paul Aichner erzählt nicht nur die Geschichte des Stadtstreichers Andreas, der Schauspieler lässt unter der Regie von Norbert Seeber die vielen Dialoge lebendig werden, haucht den Figuren Leben ein und nimmt die Zuschauer mit nach Paris in das Jahr 1934.

Der Obdachlose Andreas Kartak lebt unter den Brücken der Stadt der Liebenden. Die Liebe hat ihn auch einst ins Gefängnis gebracht und schließlich in die Obdachlosigkeit getrieben. Andreas hadert nicht mit seinem Schicksal; er nimmt das Leben, wie es kommt, und somit auch die 200 Franc, die ihm ein vornehmer Herr eines Tages überreicht. Andreas besteht darauf, das Geld zurückzugeben, und sie einigen sich, dass Andreas es bei der Heiligen Therese von Lisieux in der Kapelle Ste Marie de Batignolles hinterlegen wird. Wie sich ihm nun durch die unerwartete Gabe noch einmal die Möglichkeit eröffnet, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen – begleitet und gelenkt vom Alkohol -, davon erzählt Roth in der Legende vom heiligen Trinker. Doch ist Roths letzte Erzählung vielmehr auch eine Parabel auf die Wendungen des Schicksals, auf das Verschwimmen von Wollen und Getrieben-Werden, auf das Sich-Erfreuen-am-Leben und auf das Annehmen-Können: „Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und so schönen Tod.“

Termin:  Freitag, 21. August (Premiere), weitere Aufführungen am 23., 25., 27., 29., 31. August jeweils um 20.00 Uhr.

 

 

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