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„Wir haben gesunde Menschen“

Die Ärztin und Ex-First Lady Heike Müller und weitere Mediziner stellen eine kühne These auf: In Südtirol gebe es so gut wie keine Neuinfektionen – sondern nur falsch positive Testergebnisse.

von Artur Oberhofer

Der Brief an den LH und an den Gesundheits-Landesrat ist am Dienstag abgegangen.

Die ehemalige Lebenspartnerin von Alt-LH Luis Durnwalder und Ärztin, Heike Müller, der „ganzheitliche Psychologe“ Ulrich Gutweniger, die „ganzheitlich bzw. antroposophisch orientierten“ Zahnärzte Herbert Campidell und Raffaele Di Chiara sowie die Homöopathin Maria Paregger appellieren an den LH, er solle doch, bitteschön, nicht weiter „an der internationalen und nationalen unwissenschaftlichen Panikmache beteiligen“ und sich stattdessen an seinen eigenen Zahlen, jenen des Südtiroler Zivilschützes orientieren. „Wir haben in Südtirol nachweislich größtenteils gesunde Menschen, die Krankenhäuser sind leer von Covid-Kranken, wir haben keine Toten“, so schreiben Heike Müller und die anderen Mediziner in dem Offenen Brief.

In dem Schreiben stellen die Mediziner die kühne These auf, dass es in Südtirol gar keine Neuinfektionen gebe.

So heißt es in dem Brief: „Ihr testet wie verrückt und findet Neuinfizierte. Wer definiert, wer infiziert ist? Der PCR-Test.“ Es werde immer so getan, als wäre das Testergebnis die absolute Wahrheit. Dem sei aber nicht so.

Die Autoren des Offenen Briefes zitieren zwei Uni-Professoren aus Dresden und Hannover, die sagen, die verwendeten PCR-Tests hätten eine Spezifizität von 95 bis 98 Prozent. Dies – so rechnen Heike Müller & Co. vor – bedeute im Umkehrschluss, dass es gar keine Corona-Positive gibt.

Die simple Rechnung:

„Angenommen wir haben 100 Menschen, die in Wirklichkeit alle absolut gesund sind und keine Viruslast aufweisen, würde von diesen 100 der Test bei 5 Menschen ein falsch positives Ergebnis liefern; 
bei 1000 Tests scheinen 50 Menschen als infiziert auf, die jedoch nicht infiziert sind, weil sie falsch positiv angezeigt werden, etc.“

Auszug aus dem Offenen Brief

Also schließen die fünf Mediziner daraus: Die 2674 positiv Getesteten in Südtirol seien „so gut wie keine Neuinfizierten“, denn das wären 5,8 Prozent. Das heiße, dass 0,8 bis 1,5 Prozent wirklich infiziert sind, wobei Infizierte noch lange keine Kranken seien. Dies decke sich obendrein mit der „allseits beobachtbaren Tatsache, dass wir die letzten Wochen so gut wie keine Corona-Grippe-Erkrankten mehr haben“.

Es wäre daher fundamental, so die Autoren des Briefs, die „Testfehlerquote“ öffentlich zu machen.

Die Autoren des Briefes können sich auch einen gemeinen Seitenhieb nicht verkneifen. Sie „finden es gut“, dass – Zitat – „auch Sie, Herr Landeshauptmann, und der deutsche Bundespräsident Steinmeier im Privaten keine Maske aufhaben und kein Social Distancing praktizieren“. Der LH wisse scheinbar selbst, dass – Zitat – „die Virusgefahr schon länger vorbei ist und daher absolut keine Gefahr mehr besteht“.

Daher wäre es angemessen, so schreiben Heike Müller & Freunde, dass der LH seine „persönlichen Freiheiten nun auch auf das gesamte Volk“ ausdehne. „Damit wir alle wieder gesunden können …“

LESEN SIE MORGEN AUF TAGESZEITUNG Online:

Warum der Zahnarzt Herbert Campidell keine Angst vor Corona hat.

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