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„Nur ein kleiner Eingriff“

Quelle: Facebook/Texelbahn AG

Der AVS fordert die umgehende Einstellung der Bauarbeiten des neuen Klettersteiges am Zielbach in Partschins. Wie die Gemeinde auf die Kritik reagiert.

von Markus Rufin

Es sind schwere Vorwürfe, die der AVS erhebt. Durch Zufall habe der AVS davon erfahren, dass im Partschinser Zieltal ein neuer Klettersteig mit vier Seilbrücken über den Zielbach errichtet werden soll. „Der Bau eines Klettersteigs in einem noch unberührten Gebiet des Naturparks Texelgruppe ist mehr als fragwürdig“, schreibt der AVS. Und weiter: „Allem Anschein nach wurde eine sachliche Bewertung vorab bewusst umgangen.“

Der AVS ist also alles andere als glücklich über die Genehmigung, die für diesen „unmittelbar bevorstehenden Bau“ bevorsteht. Daher fordert der Alpenverein auch die umgehende Einstellung der Bauarbeiten.

Der AVS ist in erster Linie über das Vorgehen der Landesämter überrascht, da weder die Landeskommission für Landschaftsschutz noch das Amt für Natur Einwände gegen das Projekt vorgebracht hat: „Eigentlich ist doch das Amt für Natur für den Erhalt und den Schutz ganz besonders der Naturparke zuständig.“ Nach Angaben des Alpenvereins habe sich das Amt an einer Falschmeldung orientiert, wonach der AVS mit dem Projekt einverstanden sei. In Wirklichkeit wurde dieser jedoch nie kontaktiert. Daher kündigt er auch an, diese Art der „Beschlussfindung“ nicht mehr mittragen zu wollen.

Doch nicht nur die Landesämter, auch alle sonstigen Projektbefürworter und vor allem die Projektbetreiber werden kritisiert: „Die noch wenigen unerschlossenen Gebiete sind daher als Ruhezonen zu erhalten.“

Der Baustopp sei laut AVS alternativlos. Das könnte unter anderem die Gemeinde erwirken. Allerdings sei das nicht so einfach, merkt Bürgermeister Albert Gögele an: „Wir können nicht eine Baukonzession ausstellen und anschließend einen Baustopp verfügen, obwohl alles rechtens ist.“

Wenn es rechtliche Bedenken gäbe, werde man als Gemeinde tätig werden, doch diese Bedenken erkennt Gögele nicht: „Hier werden drei Seilbrücken gebaut. Es wird kein Betonsockel gegossen, kein Blech wird verarbeitet, es ist kein großer Eingriff.“ Wenn das nicht erlaubt sei, dann dürfe man auf keinen Berg ein Seil befestigen, meint Gögele.

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Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • batman

    „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann. “ (Weisheit der Cree)

    Entweder wir erreichen eine höhere Ebene der Selbstbewusstheit oder es bleibt nur die Selbstzerstörung

  • alsobi

    Eine verrückte Welt ist das und jeder der irgendwo seinen Einfluss geltend machen kann, der tut was er will um sich die Taschen zu füllen bzw. den Staat zu bescheißen! Das komplette Tourismuskonzept in Südtirol gehört längst überarbeitet, die Beiträge stark reduziert und die Befreiung von Steuern (u.a. GIS) darf nicht erfolgen! Die Seilbahnen haben überall Narrenfreitheit und verschandeln von Jahr zu Jahr mehr unser Land um aus unseren Bergen einen Holidaypark machen zu können, nur um noch mehr Touristen anzulocken. AUFWACHEN SÜDTIROLER!!!!!

  • novo

    Total vermurkstes Dorf.
    Verkehrstechnisch ein Horror.
    Der Weg zum Wasserfall, der Weg zur Texelbahn alles durch enge Gässchen und mitten durchs Dorf. Und jetzt auch noch der Klettersteig! Ich wünschen den Partschinsern viel Glück!

    Wollte man das Dorf aufwerten, könnte man verfallene Höfe (mitten im Dorf) und verlotterte Ansitze und Schlösser sanieren!

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