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Ideales Terrain

Gleich sechs World Tour Teams haben ihr Trainingslager in den Gebieten der Euregio abgehalten.

Auch wenn der GS Alto Garda gezwungen war, die Tour of the Alps 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abzusagen, so mussten die drei Euregio-Gebiete Tirol, Südtirol und Trentino in diesem Jahr doch nicht vollständig auf die Elite der internationalen Radsport-Szene verzichten. In den zurückliegenden Tagen und Wochen holten sich nämlich sechs World Tour Teams in der Alpenregion den Feinschliff für die anstehenden Großereignisse im Herbst.

Für Vincenzo Nibali ist der San Pellegrino Pass mittlerweile zu einem zweiten Zuhause geworden. Im Fassatal fühlt sich der „Hai aus Messina“ pudelwohl – daher ist es wenig überraschend, dass er sich auch in diesem Jahr im Trentino für die Highlights der Saison, den Giro d’Italia sowie die Weltmeisterschaft in der Schweiz, vorbereitete.

Nibali trainierte mit der Auswahl der Trek-Segafredo-Mannschaft, die 2020 einmal mehr an der Italien-Rundfahrt teilnimmt, im Fassatal: So waren unter anderem Giulio Ciccone und Gianluca Brambilla, „Hausherr“ Nicola Conci sowie Vincenzos jüngerer Bruder, Antonio Nibali, beim Training mit dabei.

Die Gegend am San Pellegrino Pass bietet das ideale Terrain, um sich auf die großen Etappenrennen einzustimmen – dank der zahlreichen ebenen Streckenabschnitte eignet sich das Hochplateau aber auch perfekt für die Vorbereitung auf Rennen mit flachen Abschnitten. Nicht von ungefähr fiel daher die Wahl der Mannschaft Deceuninck-Quick-Step ebenfalls auf das Fassatal. Die Klassiker-Spezialisten Julian Alaphilippe, Bob Jungels und Zdenek Stybar feilten hier ebenso an ihrer Form wie der aufstrebende Remco Evenepoel, der sich beim heurigen Giro d’Italia versuchen wird.

Der technische Direktor von Deceuninck-Quick-Step, Ricardo Scheidecker, blickt zufrieden auf das Trainingslager zurück: „Wir haben im Fassatal sehr gut trainiert, die Jungs waren nach der langen Pause mit großer Motivation im Sattel und haben das Beste aus sich herausgeholt. Nun sind wir auf die Rennen in der Höhe ausgezeichnet vorbereitet.“ Sprint-Ass Sam Bennett pflichtete Scheidecker bei: „Das Fassatal ist ein wunderschöner Ort mit sehenswerten Straßen und atemberaubenden Landschaften. Nicht nur als Radsportler, sondern auch als Wanderer kommt man hier voll auf seine Kosten. Die Trainingstage waren intensiv, aber produktiv – daher bin ich guter Dinge.

Wenige Kilometer nördlich des San Pellegrino Passes, am 2.239 Meter hohen Pordoijoch, spulte das Team Bahrain-McLaren sein Trainingsprogramm ab. Die Auswahl von Team Manager Rod Ellingworth legte an der Grenze zwischen Südtirol und dem Trentino den Fokus auf die Anstiege und kletterte dabei auch die Rampen zum Sellajoch und dem Grödner Joch empor.

Die Mannschaften Bora-hansgrohe (um Superstar Peter Sagan, der in diesem Jahr den Giro d’Italia in Angriff nimmt), Team Sunweb und Jumbo-Visma schwitzten unterdessen auf österreichischem Boden, in Tirol.

Mitte Juni trafen Sagan und Co. in einer der bekanntesten „grünen Lungen“ Österreichs, in Sölden im Ötztal, ein. Die Aufstiege hin zum Rettenbachgletscher und zum Timmelsjoch eigneten sich bestens, um für die bevorstehenden Rundfahrten gewappnet zu sein. Im Rahmen des Trainings wurde auch eine „Everesting-Challenge“ durchgeführt, bei der Emanuel Buchmann mit der starken Zeit von 7.28 Stunden zu überzeugen wusste.

„Unsere Partnerschaft mit dem Ötztal trägt große Früchte. Die Bedingungen am Berg und im Tal sind hervorragend, die Straßen perfekt für das Erstellen von maßgeschneiderten Trainingsprogrammen für jeden unserer Fahrer“, kommentierte der Team Manager von Bora-hansgrohe, Ralph Denk, das Trainingslager.

Das Team Sunweb um Sam Oomen bzw. Michael Matthews ließ sich dagegen für einige Zeit im Kühtai und dem Zilltertal nieder. Ebenfalls zugegen war das Team Jumbo-Visma mit dem Kapitän und Zeitfahr-Spezialist Jos van Emden aus den Niederlanden.

In den drei Euregio-Gebieten fanden alle sechs World Tour Teams hervorragende Bedingungen für das Erproben des Ernstfalls vor. Nun richtet sich der Blick dieser Mannschaften, ebenso wie jener der Macher der Tour of the Alps, nach vorne. Spätestens im April 2021 kehren die Stars der Radsport-Szene für die nächste TotA-Ausgabe wieder in die Alpenregion zurück. Dann können sie beweisen, was die Geschichte bereits einige Male gelehrt hat: Große Erfolge haben ihre Basis in der Euregio.

 

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