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Streit ums Geld

Daniela Höller und der LH

Jugendanwältin Daniela Höller und Gleichstellungsrätin Michaela Morandini sind sauer, weil Volksanwältin Gabriele Morandell doppelt so viel verdient wie sie.

von Matthias Kofler

Die 1. Gesetzgebungskommission des Landtags hat einen Gesetzentwurf von Präsident Sepp Noggler begutachtet, mit dem die Ombudsstellen des Landtags reorganisiert werden sollen. Nachdem das Netzwerk der Vereine OEW lautstark gegen die Bestimmungen zur Einrichtung einer Antidiskriminierungsstelle protestiert hatte, schrieb man den Artikel im Sinne der OEW um: Anders als noch im Ursprungstext ist in der neuen Version nun auch der Begriff „Geschlecht“ enthalten. „Bis heute ereignen sich die meisten Diskriminierungen in Hinblick auf das Geschlecht der betroffenen Person“, betont das Netzwerk der Vereine.

Auch die Bestimmung zu den Entschädigungen der Volksanwältin, der Kinder- und Jugendanwältin und der Gleichstellungsrätin sorgten im Vorfeld der Kommissionssitzung für Stunk. Laut Gesetz wird das Gehalt der Volksanwältin, das zurzeit 10.500 Euro brutto im Monat beträgt, um 20 Prozent reduziert. Im Gegenzug dürfen sich die Gleichstellungsrätin und die Kinder- und Jugendanwältin, die derzeit 5.000 Euro brutto verdienen, über eine Aufstockung um 20 Prozent freuen. Aus Sicht des Landtags handelt es sich um ein Nullsummenspiel, weil die Ausgaben unterm Strich gleich bleiben. Das Problem: Die Reform greift erst mit Beginn der neuen Legislatur. Dieser Umstand stieß insbesondere Kinderanwältin Daniela Höller sauer auf, weil sie sich im Vergleich zu Volksanwältin Gabriele Morandell unterbezahlt fühlt.

Die Mehrheit im Landtag blieb aber dabei, die Gehaltsanpassungen erst 2023 vorzunehmen: „Man kann nicht jetzt — ein Jahr nach der Ausschreibung — schon wieder die Grundbedingungen ändern“, hieß es aus dem Hohen Haus.

Brisant ist auch: Höller lässt sich seit ihrer Wahl zur Jugendanwältin das Gehalt von 5.000 Euro brutto nicht auszahlen, da ihr als Freiberuflerin pensionsrechtliche Nachteile entstehen könnten. Mit dem neuen Gesetz sollen die Probleme beseitigt werden, wodurch Höller rückwirkend die „eingefrorenen“ Gehälter überwiesen werden. Die Kinderanwältin ist mit dieser Regelung aber nicht einverstanden. Sie hat beim Präsidium des Landtags mehrmals interveniert, damit ihr auch die Rentenbeiträge in die Rechtsanwaltskasse eingezahlt werden.

Allerdings profitiert Höller von einer Einheitssteuer von 15 Prozent. Das heißt: Wenn ihr die Rentenbeiträge vom Landtag finanziert würden, bliebe ihr der fast gesamte Bruttobetrag als Nettobetrag. Mit der jetzigen Regelung zahlt die Kinder- und Jugendanwältin 15 Prozent Steuern, muss aber höhere Beiträge zahlen als die Angestellten im Wartestand. Beim Netto ist sie aber gleichgestellt. Im Landtag wird Daniela Höller von bösen Zungen schon als „Raupe Nimmersatt“ betitelt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (18)

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  • sorgenfrei

    Wahnsinn…. mir 25 jahren ein solches gehalt und dann unzufrieden? Und wieso nur 15 % Steuer? Freiberuflerin auch noch, heißt, sie wird andere einķünfte auch noch haben, oder von was kebt sie zur zeit…. und die volksanwältin 10500 €? Wo sind jetzt diejenigen, die über die lehrergehälter schimpfen, die nur einen bruchteil ausmachen? Welcher „normale“ mensch kommt auch nur ansatzweise in die nähe solcher gehälter?

    • tiroler

      Mehr als 3000 Euro netto sollte niemand in einem öffenrlichen Job, der von Steuergeldern der Bürger bezahlt wird, verdienen dürfen.

      Wer damit nicht zufrieden ist, soll selbständig werden oder sich in der Privatwirtschaft eine Arbeit suchen. Dort zählt ausschließlich die Leistung!

    • meintag

      Das Problem an sich ist dass um diesen drei „Anwälten“ des Landes ein weiteres Heer an Angestellten herumsitzt welche die Hintergrundaufgaben abarbeiten müssen.

    • besserwisser

      das unterscheidet sie von dir: sie ist sorgenfrei, du heisst nur so!

    • martasophia

      Die wahren Probleme von Frauen die diskriminiert sind sind ganz andere, das sind Probleme aus der Komfortzone heraus. Die Gleichstellungsrätin soll erst mal Erfolge für die Frauen nachweisen. Die Gier jetzt auch schon dort wo es eigentlich Idealisten braucht, die einem Ideal zielgerichtet nachgehen.

  • rota

    Pforra, Advikattn, Zeitungsschreiber, Notare und Politika ernährn sich va die Leit mit ehrlich orbeitender Hände. Erste Lebensregel von mein Nena. Gott hob in selig!

    • marting.

      da hast du viele von den Schmarotzergruppen nicht aufgezählt. aber es stimmt schon, wir haben immer mehr solche Berufe die nichts bringen oder produzieren und den anderen nur Geld kosten. oft Versorgungsposten für die Politiker und ihre Sippen und Freunde

      • sorgenfrei

        @marting also ich bin schon der meinung, dass kinder- und jugendliche eine anlaufstelle brauchen, ich finde das an sich gut…. aber wenn man nach dem jurastudium mit kaum berufserfahrung fast direkt mit so einem gehalt einsteigt, dann würde wohl fast jeder akademiker sofort unterschreiben… und 5000 € sind zuwenig? Etwas demut wäre meiner ansicht nach schon angebracht….

        • meintag

          Man bedenke dass man in Südtirol ohne akademischen Abschluss in die Landesregierung kommen kann und weit Mehr Monatsentlohnung einstreichen kann muss es einleuchten dass die Damen sich gleichberechtigt gut bezahlt werden wollen.

  • ronvale

    Schon bemerkenswert

    Junge Anwälte welche gerade ihre Zulassung erhalten haben mühen sich für 1300 Euro Nettogehalt ab.

    Wie man wohl zu solchen privilegierten Pöstchen kommt?

  • yannis

    Die meisten arbeiteten Bürger würden an deren Stelle, „Schweigen und genießen“ (Pappen heben) aber dann noch herum nölen, von wegen „Zu wenig“ macht deren grenzenlose Unverschämtheit mehr als deutlich.

  • batman

    Wieviel öffentlich Bedienstete kann sich dieses Land leisten?

  • gestiefelterkater

    Speckmaden sind eben Speckmaden.

  • franz1

    … die SVP isch grode dabei des „Futtertrog“ nou a bisserl in die Länge zu ziehen damit olle ihre Schaflan a Plotz hobn.
    Dabei vergißt sie dauernd – wia des do Bauer im Stoll mocht – „ausmischtn“ war ungsog, denn wenn i dobei an den Lanz denk…. wo tueten der guate Monn tankn?
    So a Porsche sauft recht gimiatlich, des sieg i ba mein €6a Audi der fährt nur mit Diesl ob des recht gimiatlich…..
    Dobei hatt do Lanz den Zug noch Bozn vor der Nos…obo Kostm obrechnen….

  • summer

    Die nächste Steuervermeidungsbetreiberin, denn hier geht es nicht nur um die Pensionskasse, sondern insgeheim um den Spitzensteuersatz beim Einkommen, der wohl mit mehr als 65.000 Brutto im Jahr erreicht werden dürfte. Zumal sie sich das Gehalt nicht auszahlen lässt, was doch eindeutig daraufhinweist, dass die Dame ein weiteres Einkommen hat, denn welche junge Person als Uniabsolventin in einer solchen Position mit Spitzengehalt, kann da jahrelang auf das Gehalt vorübergehend insofern verzichten, dass die Auszahlung bisher gestoppt ist?

    • george

      Richtig geschrieben. Genau hierin liegt die Unververschämtheit einer solchen Person. Sie soll zuerst einmal tüchtig Leistung erbringen und dann mit dem vollauf zufrieden sein, was sie erhalten. Und die Volksanwältin könnte auch mit weniger zufrieden sein, machen ja schließlich die Mitarbeiter im Hintergrund eine Menge an Vorarbeit, sodass sie wohl nicht gemäß dem, was sie an Gehalt erhält, auch noch das doppelte leistet.
      Solche Postendrücker mit viel zu hohem Gehalt und bezahlt aus unseren hohen Abgaben, gibt es eine große Menge im Lande und ausgewählt vor allem aus dem „Freunderlkreis“ der Regierungsparteien. Hier müsste einmal ordentlich ausgeforstet werden. Dann würde das Geld auch noch für notwendige Gehaltsangleichungen der unteren Kategorien hinlangen.

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