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Mickriger Gewinn

Das Betriebsergebnis der Brennerautobahngesellschaft im ersten Halbjahr 2020 weist mit -6,25 Millionen Euro einen Rückgang von 51,20 Millionen Euro im Vergleich zu den 44,95 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019 auf.

Der Nettogewinn sinkt von 39,62 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 auf 1,64 Millionen Euro in diesem Jahr.

Dieses Ergebnis kommt nicht unerwartet und hängt mit dem Zusammenbruch des Verkehrs während der Monate des Lockdownszusammen. Mehrere Faktoren haben jedoch dazu beigetragen, dass diesen Zahlen kein Minuszeichen vorangeht: der umsichtige Umgang mit der wohl bedeutendsten Kostenstelle, dem Personal, und die höheren Finanzerträge, die einer sorgfältigen Portfolioverwaltung zu verdanken sind.

„In diesen komplexen Monaten haben wir stets entschlossen und vorausschauend agiert, um Probleme rechtzeitig zu erkennen und mögliche kritische Folgen abzufedern“, kommentiert Geschäftsführer Diego Cattoni.

„So haben wir mehrere Instandhaltungsarbeiten vorgezogen und uns dadurch das geringere Verkehrsaufkommen zunutze gemacht sowie der lokalen Wirtschaft einen bedeutenden Motor für eine rasche Erholung gestellt.“

Der Verwaltungsrat der Brennerautobahngesellschaft hat am Freitagvormittag unter dem Vorsitz von Präsident Hartmann Reichhalter die Halbjahresbilanz positiv bewertet. „Angesichts des Gesundheitsnotstandes und den damit verbundenen Einschränkungen konnten die Auswirkungen auf das wirtschaftliche Ergebnis bestmöglich abgefedert werden“, so Reichhalter, „ohne deshalb Abstriche in unserem besonderen Augenmerk auf die angrenzenden Gebiete oder die Qualität der Dienstleistungen machen zu müssen.“

Die negative Tendenz der Halbjahresbilanz 2020 im Vergleich zum Vorjahr steht in erster Linie im Zusammenhang mit einem deutlichen Verkehrsrückgang ab März aufgrund des Gesundheitsnotstandes und den damit einhergehenden Einschränkungen in der Mobilität: die Mauteinnahmen sind um 59,46 Millionen Euro auf 116 Millionen Euro gesunken.

Auf den Gewinn ausgewirkt hat sich auch der Rückgang der Einnahmen aus Lizenzgebühren an den Autobahnraststätten, die um 51,88 Prozent von 9 Millionen Euro im Vorjahr auf 4,38 Millionen Euro gesunken sind.

Der Produktionswert in den ersten sechs Monaten des Jahres beläuft sich auf insgesamt 125,89 Millionen Euro, was einem Minus von 33,85 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht (190,30 Millionen Euro).

Trotz dieser Schwierigkeiten hat die Brennerautobahngesellschaft in den vergangenen sechs Monaten in die Sicherheit, die Innovation und die Instandhaltung investiert. Die verschiedenen Projekte in der Höhe von etwa 5,61 Millionen Euro betreffen insbesondere die Anpassung der Notfallspur für den Bau einer dritten dynamischen Fahrspur zwischen Verona und der A1 sowie andere kleinere Arbeiten. 21,03 Millionen Euro wurden in die ordentliche Instandhaltung investiert.  

Gute Nachrichten gibt es in Bezug auf die Sicherheit: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 lag die Unfallrate (TIG) – sprich das Verhältnis zwischen Unfällen und gefahrenen Kilometern – bei 15,91. Dies entspricht einem historischen Minimum. In den vergangenen zehn Jahren (2011 bis 2020) ist damit die Unfallrate entlang der A22 in Bezug auf jeweils die erste Jahreshälfte um 18,69 Prozent gesunken.

Der Schwerpunkt der Brennerautobahngesellschaft liegt indes unverändert auf den angrenzenden Gebieten. Der Verwaltungsrat hat am heutigen Vormittag unter anderem die Erneuerung und Erweiterung der Lärmschutzwände um zwei Kilometer sowohl auf der Nord- als auch auf der Südspur in der Gemeinde Trient auf der Höhe der Mautstelle Trient Zentrum beschlossen. Die Kosten sind mit 12,38 Millionen Euro veranschlagt. Es handelt sich dabei um eine neue Art von Lärmschutzwänden, die von der Gesellschaft entwickelt worden sind. Diese ermöglichen eine osmotischeBeziehung“ mit der Umwelt und wirken wie ein Schaufenster, das die Formen und Farben der Umgebung zeigt ohne die Fahrer abzulenken. Damit verbindet die Brennerautobahngesellschaft das vordergründige Ziel des Lärmschutzes mit der Integration des Bauwerkes in seine Umgebung.

Der technische Generaldirektor Carlo Costa fasst das Projekt wie folgt zusammen: „Vordergründiges Ziel ist eine dynamische Lärmschutzwand, die sich in die Landschaft integriert und deren architektonischen Merkmale die niemals statische Natur in der Umgebung wiederspiegelt. Farbtafeln, Siebdruckelemente und Inschriften kennzeichnen die neuen Schutzwände, die damit auf die durchquerten Orte und ihre Geographie verweisen. Damit erhält der entsprechende Autobahnabschnitt eine Identität. Solche Lärmschutzwände werden auch in Südtirol, in Feldthurns südlich von Brixen, errichtet.“

Nicht zuletzt genehmigte der Verwaltungsrat Ausgaben in der Höhe von 7,5 Millionen Euro für die Sanierung des Straßenbelags an verschiedenen Streckenabschnitten zwischen Mantua Nord und Campogalliano, um so die Sicherheit und den Verkehrsfluss zu gewährleisten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (5)

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  • olle3xgscheid

    Für deren Spitzenfunktionäre , Präsidenten uvm. wirds zu einem Topjahresgehalt schon reichen. Der Rubel rollt 😉

  • novo

    Die Autobahngebühren für LKW‘s weiter senken, dann nimmt der Schwerlastverkehr weiter zu und dadurch steigen die Mauteinnahmen…
    … glauben nicht wenige.

  • sorgenfrei

    Was heißt umsichtiger umgang mit kostenstelle personal? Dass diese in lohnausgleich geschickt wurde? Wenn ja, was ist daran umsichtig? Zahlt ja der steuerzahler…. und due wenigen unfälle? Wenn kaum verkehr, kanns ja keine umfälle geben! Auch wenn diese auf den km gerechnet werden ist dies woll weniger den erhöhten sicherheitsinvestitionen als dem verminderten verkehrsaufkommen geschuldet sein?! Oder?

  • 2xnachgedacht

    mickriger gewinn? die meistn warn glücklich wennse kua defizit hattn…
    auf anfrage oder angebot hintrloss i gearn mein iban…für die überweisung des mickrigen gewinns auf mein konto…

  • sara

    Die Brennerautobahn sollte nicht eine gewinnorientierte Gesellschaft sein. Dies steht im Widerspruch zu allen Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung. Lärmschutzwände sind ein Tropfen auf dem heißen Stein, einzige ordentliche Entschädigung für das Eisacktal wäre eine komplette Untertunnelung. Diese würde „der lokalen Wirtschaft einen bedeutenden Motor für eine rasche Erholung stellen.“

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