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Weniger Hochzeiten

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Im vergangenen Jahr gaben sich 2.241 Paare das Jawort, 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Außerdem wurden 21 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften eingetragen.

Wie die neuesten ASTAT-Daten zeigen, gehen die Eheschließungen in Südtirol zurück: Im vergangenen Jahr heirateten 2.241 Paare. Das ist 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit flaut der leichte Aufwärtstrend, der in den letzten fünf Jahren aufgekommen war, wieder etwas ab. Die Eheschließungsrate liegt damit bei 4,2 Hochzeiten je 1.000 Einwohner.

Vergleicht man aber die Daten mit dem restlichen Staatsgebiet, zeigt sich, dass die Südtiroler durchaus heiratswillig sind. Denn die Eheschließungsrate betrug 4,4 Promille, das ist Platz eins. Dennoch liegt Südtirol deutlich hinter den Nachbarländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der Anteil der standesamtlichen Eheschließungen bleibt mit 73,2 Prozent weiterhin hoch. 2019 ließen sich nur mehr 26,8 Prozent aller Paare kirchlich trauen. In Italien werden im Schnitt 50,1 Prozent der Ehen vor dem Standesbeamten geschlossen. In den Städten Bozen und Meran haben nur noch 12,4 Prozent und 11,4 Prozent der Paare die Eheschließung vor dem Traualtar zelebriert.

Den höchsten Anteil kirchlicher Eheschließungen verzeichnen im Jahr 2019 die Bezirksgemeinschaften Pustertal (39,4 Prozent) und Salten-Schlern (34,0 Prozent).

Der Rückgang der kirchlichen Trauungen lässt sich laut Astat durch die fortschreitende Säkularisierung, die Zunahme der Zweitehen und interkonfessionellen Hochzeiten aber auch durch die neuen, gesetzlich geregelten Formen des Zusammenlebens und den Wandel der Einstellung zu Ehe und Familie erklären. Damit einhergehend werden auch immer mehr Kinder außerehelich geboren. Bei 46,5 Prozent der im Jahr 2019 geborenen Kinder hatten die Eltern keinen Trauschein. Vor 30 Jahren war das nur bei 16,1 Prozent der Fall.

Im vergangenen Jahr wurden außerdem 21 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften standesamtlich eingetragen. Ende 2019 schienen in Südtirols Melderegistern insgesamt 619 nichteheliche Lebensgemeinschaften auf.

Klare Favoriten für das Ja-Wort sind im Bezugsjahr die Monate Juni und September mit jeweils 348 Hochzeiten. Ebenfalls sehr beliebt ist der Mai mit 317 Hochzeiten sowie der Monat Oktober (229) und Juli (223).

Der Großteil der Paare entscheidet sich für die Gütertrennung: 2019 sind es 55,8 Prozent der Frischvermählten. Im italienweiten Vergleich (2018) weist Südtirol mit 45,7 Prozent den höchsten Anteil an Eheschließungen mit gemeinsamem Güterstand auf, gefolgt von Sardinien (35,4 Prozent), dem Trentino (35,1 Prozent) und Umbrien (34,2 Prozent).

Aus der Astat-Erhebung geht außerdem hervor, dass immer später geheiratet wird. Laut Astat gibt es dafür auch einen Grund: Die Ehe wird schon lange nicht mehr zwangsläufig als Voraussetzung für eine Familiengründung angesehen. Das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund, weshalb viele Paare den entscheidenden Schritt hinauszögern. Der Trend zur immer späteren Hochzeit dürfte zudem auf die gestiegene Ausbildungszeit zurückzuführen sein, aber auch, dass immer mehr Paare zuerst unverheiratet zusammenleben.

Insgesamt kann gesagt werden, dass fast 40 Prozent der volljährigen Personen in Südtirol in einer Ehe leben. Je nach Alter ergeben sich auch Abweichungen zwischen Männern und Frauen. In der Altersgruppe zwischen 18 und 39 Jahren sind Frauen häufiger verheiratet als Männer: 26,6% gegenüber 17,2%. In der Altersgruppe von 40 bis 64 Jahren leben 61,3% der Männer und 63,1% der Frauen mit ihrem jeweiligen Ehepartner zusammen. Anders ist das bei Personen im höheren Alter. Ab dem 65. Lebensjahr leben 75,0% der Männer in einer Ehe, auf Frauen trifft dies nur mehr auf 46,9% zu. Hauptgrund dafür sei die höhere Lebenserwartung der Frauen mit einem entsprechend größeren Verwitwungsrisiko.

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