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„Lebensräume aufwerten“

Das Biotop in Naturns aus der Vogelperspektive, Foto: LPA

Das Land kauft zwei Biotope an: das Englisch Moos in Naturns und eine Fläche im Schilfgürtel am Kalterer See.

Das Land Südtirol kann zwei Biotope – Englisch Moos in Naturns und eine Fläche im Schilfgürtel des Kalterer Sees – ankaufen. Dies hat die Landesregierung am Dienstag auf Vorschlag der Landesrätin für Raumordnung und Landschaftsschutz Maria Hochgruber Kuenzer genehmigt.

Beide Gebiete sind nach Einschätzung der Fachleute von außerordentlichem biologischem Wert und sollen langfristig als Biotope erhalten und dafür auch aufgewertet werden, berichtete Landesrätin Hochgruber Kuenzer in der Pressekonferenz nach Sitzung der Landesregierung:

„Das Landesgesetz Raum und Landschaft ermöglicht den Ankauf von besonderen Gebieten auch, um die Landschaft als Ressource und als unser Kapital wertzuschätzen.“ Das Landesamt für Natur wird nun gemeinsam mit dem Vermögensamt den Ankauf abwickeln.

Tümpel für die Artenvielfalt

Das Biotop Englisch Moos gehört den Englischen Fräuleins. Sie sind bereit, die Flächen abzutreten. Auf der Fläche von rund 7600 Quadratmetern befinden sich ein Auwald und Schilfflächen. Das Amt für Natur wird nach dem Ankauf Renaturierungsarbeiten vornehmen: Mit Tümpeln und kleinen Gräben können Laichgewässer entstehen, in denen Amphibien und Insekten Nistplätze finden. Pflegemaßnahmen für das Schilf kommen dem angrenzenden Auwald, aber auch den umliegenden Flächen zugute.

Neue Lebensräume für Wasserinsekten am Kalterer See

Am Kalterer See ist das Land bereits Eigentümer einer Fläche im Schilfgürtel. Nun ist Kuenburg Graf Eberhard & CO bereit, dem Land eine weitere Fläche von rund 3,6 Hektar abzutreten. Somit sind nun auch dort Renaturierungsmaßnahmen, wie zusätzliche Lebensräume für Wasserinsekten möglich. Die Fläche liegt südlich des Campingplatzes St. Josef am See.

20 Biotope in Landesbesitz

Mit den Neuerwerbungen gehören dem Land nun 20 der in Südtirol ausgewiesenen 242 Biotope. Alle anderen sind privates Eigentum. Die Landesrätin hob hervor: „Biotope, die dem Land gehören, gehören jeder und jedem einzelnen von uns!“ Mit 3057 Hektar sind 0,41 Prozent der Landesfläche als Biotop geschützt. Dabei unterscheiden sich die Biotope sehr in ihrer Größe: 93 davon sind weniger als zwei Hektar groß. Mit lediglich 376 Quadratmetern ist die „Seabl Lack“ in Mölten das kleinste Biotop. Das mit 278 Hektar größte Biotop ist das in Wald eingebettete Moorgebiet „Seikofl-Nemes“ in der Gemeinde Sexten.

Als Biotop werden unterschiedliche Lebensräume geschützt: Feuchtgebiete (182 Biotope), Auwald, Augebüsch und sonstige Feuchtwälder (38 Biotope), Trockenrasen (10 Biotope), Wald (7 Biotope) und Alpine Rasen (5 Biotope).

Mit anderen Schutzkategorien – den sieben Naturparken, dem Nationalpark Stilfserjoch, mit Natura-2000-Gebieten – und mit den 1178 Naturdenkmälern stehen 44,79 Prozent der Landesfläche 739.974,53 ha unter Naturschutz. „Das Land Südtirol schätzt und schützt besondere Lebensräume für Pflanzen, Insekten und Vögel. Damit sichert es auch den Lebensraum für uns Menschen“, versichert Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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