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„Nicht auf Kosten der Kinder“

Weil die Firma Tundo wohl die Ausschreibung für den Schülertransport in Südtirol gewonnen hat, sieht der lvh nun endgültig einige Betriebsexistenzen ausgelöscht.

Nicht nur monatelange Ausfälle aufgrund von Covid-19 haben Südtirols Mietwagenunternehmer in extreme finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Am Montag hat die Nachricht die Runde gemacht, dass der Auftrag für die Durchführung des Schülertransportes in Südtirol zukünftig an eine auswärtige Firma gehen soll. Nämlich an die Firma Tundo, die die provisorische Rangordnung anführt, wie die TAGESZEITUNG in ihrer Dienstag-Ausgabe berichtet.

Die Nachricht hat beim Handwerkerverband lvh für Unmut und Unverständnis gesorgt. Im Rahmen einer außerordentlichen Beiratssitzung haben die Mietwagenunternehmer im lvh die Entscheidung kritisiert.

„Unser Sektor ist ohnehin schon stark angeschlagen durch die Corona-Pandemie. Damit werden nun endgültig einige Betriebsexistenzen ausgelöscht“, befürchtet Hansjörg Thaler, Obmann der Mietwagenunternehmer im lvh.

Viele Südtiroler Mietwagenunternehmer hätten jahrelang verlässlich und professionell die Schülertransporte sogar in den entlegensten Tälern durchgeführt. Über 4.000 Grund-, Mittel- und Oberschüler haben sie täglich zur Schule und wieder nach Hause gebracht.

Der Vorteil der hiesigen Dienstleister laut lvh: „Sie stellen ein kapillares lokales Personentransport-Netzwerk dar und kennen die geographischen Herausforderungen gerade im ländlichen Gebiet.“

Lvh-Chef Martin Haller betont: „Auf keinen Fall darf diese Entscheidung auf Kosten der Kinder gehen. Ich bin zuversichtlich, dass die zuständigen Aufsichtsstellen genauestens prüfen werden, ob die Qualitätskriterien auch erfüllt werden können, damit keines der Kinder auf der Straße stehen bleibt. Zudem wäre es gerade jetzt richtig und wichtig, regionale Kreisläufe zu stärken und dem Mietwagensektor wirtschaftliche Perspektiven zu geben.“

EINEN AUSFÜHRLICHEN ARTIKEL ZUM MÖGLICHEN SIEG DER FIRMA TUNDO UND WAS LANDESRAT DANIEL ALFREIDER DAZU SAGT, LESEN SIE IN DER DIENSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (14)

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  • watschi

    wir kònnten uns im allem selbst versorgen, aber nein, da muss man in die ferne schweifen.

  • nix.nuis

    Das ist doch dieselbe Firma, die bereits bei den Behindertentransporten so geglänzt hat…
    Und ich dachte, dass bei den Ausschreibungen in erster Linie auf die Qualität geachtet wird…

  • hallihallo

    mich wundert das gar nicht.
    habe für gäste ein taxi vom flughaten innsbruck buchen wollen ( euro 270,00).
    die gäste haben sich selber ein österreichisches taxi gebucht ( euro 180,00).

  • n.g.

    Interessant. Mein Komentar wurde gelöscht? Kanns ja nochmal versuchen. Auf ein Neues!
    Wie die deine Gäste, versucht jeder den günstigsten Preis zu finden. Wozu 90€ ausgeben wrnn ichs billiger bekomme. Machen *wir* das nicht alle? Klamotten, Reisen, Konszm jedweder Art!? Was ma ht das Land? Sparen,mit Ausschreibungen! Qualität bleibt auf der. Strecke, durch unser Kaufverhalten. werden Arbeitsplätze vernichtet… heuchlerische Diskussion.
    Zudem, werr in Südtirol würde für das Geld. das da geboten wird arbeiten? Wir bestimmt nicht! Wen haben wir da noch… Süditaliener und Migranten… letztere wollen. wir ja los werden… dann fährt niemand mehr?

  • sabine

    Insbesondere bei grossen Ausschreibungen ist der Ausgang immer ungewiss. Es gibt keine Garantie, dass die einheimische Bieter vorne liegen, genauso wenig wie eine Vorzugsschiene für Einheimische zulässig ist. Ansonsten wäre es ja kein Wettbewerb. Oder wollen wir manipulierte Wettbewerbe? Die Firmen in Südtirol sind leider immer noch nicht wirklich fit, was die richtige Angebotsstellung anbelangt. Man muss Qualität im Angebot auch richtig präsentieren können, um entsprechend bewertet zu werden. Es ist sicher nicht Schuld der Verwaltung, wenn sie dieses Handwerk nicht beherrschen.

  • ohnehirnlebtmanbesser

    Oh Watschile. Dann friss mal 10 kg “ echten“ Sùdtiroler Speck am Tag, sauf 10 Flaschen Wein dazu,und benutze nur Unterhosen aus Wolfspelz………so kònnen wir uns selbst versorgen. Und ich bin Ohnehirn.

  • nochasupergscheiter

    Hier wird Sabine wohl recht haben… Es geht bei der öffentlichen Verwaltung oftmals nicht um für uns selbstverständliche Dinge die wir gar nicht besonders anführen, sondern nur das Geschreibsel muss passen… Möglichst viele sinnlose zahlen, Werte, zertifikate, Geschreibsel und Bestätigungen. Die Bürokratie muss gefüttert werden, die Zettel präsentiert. Dass die Milch für die sanität dann nur mehr alle paar Tage geliefert wird, und billig vor Verfall irgendwo in Europa zusammengekauft wird, das interessiert niemand. Man liefert den Dreck ja mit Zertifikat…Und nach din en und iso…. Dreck bleibt es trotzdem… Schaut nur unsere strassen an, lt. Zetteln alles in Ordnung, hebn tut der Belag aber weniger als ein Käseaufstrich die letzten Jahre… Die Händler udn zertifizierer jubeln, der kleine man kann essen und ausbaden… Jaja so ist das System das sich die Beamten ausgedacht haben.. Man muss nichts entscheiden keine Verantwortung nur auf die Zettel zeigen

  • iceman

    wenn Südtiroler Unternehmer oder Konsortien bei Ausschreibungen gegenüber Anbietern aus anderen Provinzen unterliegen liegt es meistens daran, dass sie darauf vertrauen den Wettbewerb zu gewinnen, weil es sowieso immer schon ihr Metier war und sie die Beschtigschten von Olligschten sind.
    Bei einer Ausschreibung über einen Auftrag von mehreren Millionen Euro sollte man nicht zu knausrig sein und wirkliche Profis mit der Erstellung des Angebots betrauen.

    Solange bei den Ausschreibungen die Pönalen lachhaft niedrig sind und bei vertraglichen Verstößen meistens auch nicht angewandt werden, haben solche Firmen wie Tundo leichtes Spiel gegen die Hinterwäldler aus Canederland.

  • franz1

    Des muss auf Qualität hinaus und nicht auf eine Preisstrategie.
    Tundo erfüllte letzthin die vorgegebenen Kriterien nicht, also darf es kein 2tes Mal geben…..

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