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Tanke schön

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Stichproben-Vergleich von Benzin und Diesel: Die Verbraucherzentrale analysiert die Treibstoffpreise nach dem Lockdown.

Die Ausbreitung des Coronavirus schien dem Ansteigen der Rohölpreise einen Riegel vorgeschoben zu haben, wobei sich die Tendenz schon zu Beginn des Jahres infolge der Krise zwischen Saudi- Arabien und Russland abzeichnete.

In den Monaten des Lockdown war die Notierung des Rohölpreises derart gefallen, dass man annehmen musste, die Treibstoffpreise würden ebenfalls zurückgehen. Denn die virusbedingt geringere Mobilität ließ auch die Nachfrage sinken.

Tatsächlich haben die Treibstoffpreise in Italien jedoch keine starken Schwankungen verzeichnet, was sich natürlich auch in den Taschen der Verbraucher niederschlägt, insbesondere in Südtirol, das in dieser Hinsicht das „schwarze Schaf“ Norditaliens darstellt.

Die Verbraucherzentrale hat eine Untersuchung durchgeführt, um die Preise für Benzin, Diesel, Methan- und Flüssiggas (GPL) in Südtirol und den angrenzenden Regionen, sprich Trentino, Venetien, Lombardei und Friaul-Julisch-Venetien, zu vergleichen. Dabei wurden die Preise mit Datum vom 9. Juli 2020 der Webseite „Osservaprezzi Carburanti“ des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung (MISE) entnommen, bzw. von der Website des ÖAMTC für Tirol.
Die Preise im Vergleich

Beim Abgleich der Preise fällt für Südtirol auf, dass sie dort höher sind als in den Nachbarregionen, insbesondere im Vergleich zu Venetien und der Lombardei. Gegenüber Trentino und Friaul-Julisch- Venetien hingegen ist der Preisunterschied nicht markant.

Beim Preisvergleich für die zehn günstigsten Tankstellen, jeweils in Südtirol und in den angrenzenden Regionen, fällt besonders auf, dass die Preise außerhalb Südtirols für alle Arten von Treibstoff niedriger sind.

Beim Benzin reicht dieser Unterschied von 0,032 €/l an den Tankstellen des Trentino bis zu 0,11 €/l in der Region Venetien, deren Preise auch für die anderen Treibstoffarten niedriger sind (0,117 €/l für Diesel, 0,074 €/l für Methan und 0,082 €/l für GPL). Entschieden günstiger als in Norditalien sind die Kraftstoffpreise in Tirol: 0,461 €/l beträgt der Unterschied gegenüber Südtirol für Benzin und 0,382 €/l für Diesel.

Wenn man die Tankstelle mit den niedrigsten und die mit den höchsten Preisen in Südtirol vergleicht, zeigt sich für letztere ein Mehrpreis von 14% für das Benzin (0,193 €/l mehr) und von 16% für Diesel (0,210 €/l mehr). Ähnlich stellt sich die Lage im Trentino dar, wo die Preisdifferenz für Diesel zwischen den verschiedenen Tankstellen sogar 20% ausmacht (0,251 €/l Unterschied zwischen der günstigsten und der teuersten). In der Lombardei und in Friaul-Julisch-Venetien fällt der Preisunterschied weniger markant aus, in Venetien ist die Differenz zwischen der günstigsten und der teuersten Tankstelle sogar kaum wahrnehmbar, nämlich nur 0,6% für Benzin (0,01 €/l mehr) und 1,6% für Diesel (0,02 €/l mehr) – eine fast noch günstigere Situation als in Tirol.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Preisunterschied zwischen Selbstbedienung (Self) und mit Bedienung. Von der Auswahl der Tankstellen in Südtirol wendet ein guter Teil denselben Preis für Benzin und Diesel an, sowohl bei Selbstbedienung als auch mit Bedienung, aber in einigen Tankstellen ist die Preisdifferenz groß: für Benzin reicht sie von 1,448 €/l bei Selbstbedienung bis 1,999 €/l mit Bedienung; für Diesel von 1,379 €/l bei Selbstbedienung bis 1,979 €/l mit Bedienung.

Eine Tankfüllung mit Benzin (mit 50 l) für ein Auto mit mittlerem Hubraum kostet durchschnittlich 73 Euro (mehr als 80 Euro mit Bedienung), eine Tankfüllung mit Diesel 68 Euro (76 Euro mit Bedienung). Die Autofahrer in Tirol hingegen betanken denselben Fahrzeugtyp mit Kosten von etwa 50 Euro, sowohl mit Benzin als auch mit Diesel.

Ein Blick zurück

Beim Vergleich mit 2019 fällt auf, dass die Preise allgemein gesunken sind. Trotzdem bleibt das Preisgefälle zwischen den angrenzenden Regionen und Südtirol bestehen – je nach Fall unterschiedlich hoch. Sowohl für Benzin als auch für Diesel ist der Preis gefallen, zwischen 9% und fast 16%. In Südtirol liegt der Benzinpreis um fast 10% niedriger als im Vorjahr (mit einer Preisdifferenz von 0,157 €/l), der Dieselpreis sogar um 13% (0,208 €/l niedriger). Beim Flüssiggas hat der Preis um 6% nachgegeben, Methan hingegen ist mit einem Anstieg von ca. 1% etwas teurer geworden.

Die 5 Tankstellen mit den günstigsten Preisen in Südtirol

Aus den Erhebungen, die am 09.07.2020 durchgeführt wurden, sind die im Folgenden aufgeführten Tankstellen für die jeweiligen Kraftstoffarten die günstigsten in Südtirol, für Benzin und Diesel jeweils mit Selbstbedienung und mit Bedienung.

Online-Informationen nutzen lohnt sich

Es lohnt sich, einen Preisvergleich zwischen den verschiedenen Tankstellen durchzuführen: Von der teuersten zur günstigsten Tankstelle zu wechseln, kann eine Ersparnis von etwa 10 Euro bedeuten. Die Datenbank „Osservaprezzi Carburanti“ (https://carburanti.mise.gov.it/OssPrezziSearch/) des MISE mit den entsprechenden Apps für iOS und Android kann nützliche Informationen für die Entscheidung liefern, wo man tanken will. Die aktuellen Spritpreise finden Sie auch über www.spritpreise.it und die dazugehörige App.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (6)

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  • novo

    Ich benütze den Benzinpreis-Blitz.
    Ist zwar eine deutsche App, da die Deutschen aber viel reisen, wird sie europaweit (bei uns sowieso) aktuell gehalten.
    Gratis mit Werbung, bezahlt man 1,49 ist die Anwendung werbefrei.
    Es gibt zwar eine Südtiroler Tank-App, diese funktionierte allerdings gleich schlecht wie Sentres.

  • hallihallo

    der benzinpreis ist bei uns am höchsten , weil das land mitverdienen will.
    genau wie beim strom. erst haben sie mit unseren steuerngeldern die alperia aufgebaut (zuvor sel) , aber günstiger ist der strom nicht geworden.
    dann haben die gemeinden mit unseren steuerngeldern noch aktien der alperia gekauft, weil ihnen ja eine schöne rendite versprochen wird.
    und so zahlen die südtiroler den eigenen strom teuer als viele andere, weil das land und die gemeinden eine rendite einstreichen möchten ( und weil unsere alperia auch in anderen regionen und ländern ( bulgarien) investieren will und teils auch geld verliert) .

    • rumer

      Durnwalder wollte überall mitverdienen. Dieser Gedanken setzt sich auch in unseren Gemeinden fort. Diese wollen beim Strom, bei den Immobilien und mit Parkhäusern mitverdienen. Rechnen sich alles schön um zu vertuschen, dass sie fast überall Minus machen, da unfähig.

  • meintag

    Dass sich unsere Landesregierung für die höheren Preise keine Gedanken macht liegt auf der Hand. Diese Summen werden für die verschiedenen Lobbys ausgegeben die keinen Steuerberater haben.

    • rumer

      Das Geld geht in die Protzbauten des Landes. Oder warum denkst du, dass die öffentlichen Bauten bei uns dreimal so viel kosten wie in angrenzenden Regionen?
      Und so viele öffentlich Bedienstete kann sich auch nur Südtirol (und Sizilien) leisten.

      • meintag

        Da nun seit den letzten Wahlen eine andere italienische Partei mit der SVP koaliert könnte Diese für Klarheit sorgen. Aber anscheinend dürfen Sie nicht da es in den von Achammer erwähnten Papieren so festgeschrieben ist.

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