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Razzia im Schloss

Schloss Winkel wurde am Mittwoch geräumt

Es war nur eine Frage der Zeit. Das seit langem von Obdachlosen besetzte Schloss Winkel in Meran wurde am Mittwoch geräumt. Bereits zum dritten Mal.

von Karin Gamper

Obermais, Mittwochvormittag. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften, bestehend aus Carabinieri, Staatspolizei, Ortspolizei und Finanzwache mit Drogenspürhunden, rückte im Winkelweg Nummer 13 an und sicherte die Zone ab. Ziel der Razzia war Schloss Winkel, ein leerstehendes Gebäude im Eigentum einer Baugesellschaft, das in den vergangenen Jahren schon mehrmals negativ aufgefallen ist. Der Grund: mehrere Obdachlose haben das Gebäude besetzt und leben dort unter teils äußerst prekären hygienischen Zuständen, wie Fotos der Einsatzkräfte belegen. Ebendiese Verwahrlosung und das Verhalten der illegalen Bewohner haben die Anrainer auf den Plan gerufen, die mit zunehmender Vehemenz gegen die unerwünschte Nachbarschaft intervenierten. Bürgermeister Paul Rösch hat schließlich vor wenigen Tagen das Räumungsdekret unterzeichnet. Es ist bereits das dritte in seiner Amtszeit.

Die Einsatzkräfte haben am Mittwoch im Innern von Schloss Winkel zwölf Personen vorgefunden. Neun Männer nordafrikanischer Herkunft sowie drei italienische Staatsbürgerinnen. Allesamt ohne festen Wohnsitz, die meisten ohne gültigen Aufenthaltspapiere und bereits polizeibekannt. Sie wurden mit auf die Kaserne genommen. Die Männer dürften laut den Einsatzkräften die Kriterien für ein Ausweisungsdekret erfüllen. Ob dieses umgesetzt wird, ist allerdings unklar. Geprüft wurde zudem, ob die im Schloss lebenden Personen mit den gewalttätigen Vorfällen zu tun haben, die sich jüngst am Theaterplatz ereignet haben.

Im Schloss wurden mehrere Fahrräder und Fernsehgeräte vorgefunden. Auch hier wird überprüft, ob es sich um Diebesgut handelt. Zudem stellten die Fahnder geringe Mengen an Kokain und Marihuana sicher.

Wie geht es nun weiter? Eine Reinigungsfirma hat nach der Razzia mit den Aufräumarbeiten im Innern des Schlosses begonnen. Anschließend werden die Fenster zugemauert. Die Kosten hierfür müssen die Eigentümer übernehmen.

Wie lange die Ruhe im Schloss anhalten wird, bleibt abzuwarten. Ein am Einsatz beteiligter Polizist meinte gegenüber der Tageszeitung: „Es war bereits die dritte Räumung dieses Gebäudes. Bleibt der Einsatz ohne Konsequenzen, werden wir die Bewohner wohl bald wieder hier antreffen“.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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