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Das Zins-Rätsel

Rosa Thaler

Im Luxusrenten-Verfahren gegen Rosa Thaler Zelger wurde Stefano Visintin als Zeuge angehört, der das erste (für die Politiker ungünstigere) Gutachten zu den Vorschüssen angefertigt hatte.

Von Matthias Kofler

Am Landesgericht Bozen wurde gestern das Strafverfahren gegen Ex-Regionalratspräsidentin Rosa Thaler Zelger und Ex-Pensplan-Präsident Gottfried Tappeiner in der Causa „Luxusrenten“ fortgesetzt. Als Zeuge wurde der Triestiner Versicherungsexperte Stefano Visintin angehört, der 2012 im Auftrag des Regionalratspräsidiums das erste Gutachten zu den Renten-Vorschüssen der Altmandatare angefertigt hatte. Visintin hatte damals einen Abzinsungsfaktor von 2,5 bis vier Prozent vorgeschlagen.

Rosa Thaler und Co. entschieden in der Folge, ein weiteres Gutachten einzuholen, und zwar von Gottfried Tappeiner. In dessen Gutachten war der Abzinsungsfaktor auf 0,81 Prozent reduziert worden, was deutlich höhere Rentenvorschüsse an die Ex-Abgeordneten zur Folge hatte. Laut Anklageschrift hat die Regionalratspräsidentin Visintin als Gutachter abserviert und zu einer Reduzierung seiner Honorarnote genötigt.

Die Verteidiger von Thaler und Tappeiner nahmen Visintin gestern in die Mangel. In dessen Prozentsätzen seien, so die Verteidigung, die zwei Prozent Jahresinflation nicht enthalten. Netto ergebe sich, ausgehend von einem Prozentsatz von 2,5 brutto ein Abzinsungsfaktor von 0,5 Prozent. Also sogar um 0,31 Prozent günstiger für die Begünstigten als jener, der schließlich angewandt wurde. Die ominösen 0,81 Prozent.

Gestern war auch der Regionalratsabgeordnete Filippo Degasperi vor Ort, der als einziger Zivilkläger zugelassen worden war. Degasperi bedauert, dass der Regionalrat keine Vertretung zum Prozess entsandt hatte: „Es ist paradox, dass von der geschädigten Partei niemand anwesend war.“

Die Verhandlung wird im September fortgesetzt.

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