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Sicherer Schulstart

Ein Klassenzimmer voller Pflanzen: Ein Projekt der Fakultät für Bildungswissenschaften für einen „natürlichen“ Neustart an den Schulen.

Wie kann ein sicherer Schulstart im Herbst ermöglicht werden? Nachdem die Option von Trennwänden aus Plexiglas in Klassenzimmern wieder vom Tisch scheint, legt die Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität ein Alternativangebot vor, das die Abstandsregeln garantieren und eine einladende Atmosphäre in Schulen gewährleisten soll. Der kostengünstige und pädagogisch wertvolle Vorschlag sieht den Einsatz von Pflanzen vor, um Sicherheit und Wohlbefinden zu schaffen. Prof. Beate Weyland hat die Methode am Freitag, 10. Juli in der Bozner Pestalozzi Schule in einer Simulation getestet. Weitere Versuche werden in der deutschen Mittelschule von Sterzing folgen.

Im September stehen Schulen vor einer Bewährungsprobe, die das gesamte italienische und Südtiroler Bildungssystem unter Druck setzt: die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts nach dem erzwungenen Stopp durch die Pandemie. Doch wie sollen die Klassenzimmer aussehen, in die Lehrpersonen und Schüler*innen nach dem monatelangen Shutdown zurückkehren? Reichen die bestehenden Räume aus, um einen sicheren Unterricht in der Post-Covid-Zeit zu garantieren?  An einer möglichen Lösung arbeitet Prof. Beate Weyland von der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen. Sie startete am heutigen Freitag in der Bozner Grundschule Pestalozzi einen ersten Versuch, ein Klassenzimmer mit Pflanzen und Insellösungen sowohl Covid- als auch lerngerecht zu gestalten. Die von Direktorin Heidi Niederkofler geleitete Grundschule ist eine von mehreren Schulen, die sich bereit erklärt haben, die Methode zu testen.

Beate Weyland, Professorin für Allgemeine Didaktik am Campus Brixen, leitet das PAD-LAB, eine interdisziplinäre Forschungsgruppe mit Expertise in Pädagogik, Architektur und Design, die an neuen Konzepten für didaktische Räume forscht. Seit 2015 hat das Forschungsteam mehr als 30 Schulgemeinschaften und Gemeindeverwaltungen bei der Erarbeitung von pädagogischen und architektonischen Richtlinien begleitet, um Räume und Didaktik an die neuen kulturellen und pädagogischen Bedürfnisse der heutigen Generationen anzupassen. Nach dem Lockdown haben die Forschenden in den vergangenen Monaten eng mit zehn Schulgemeinschaften zusammengearbeitet, mit denen derzeit eine Forschungskonvention zur Neugestaltung von Lernräumen besteht, um unterschiedliche Möglichkeiten durchzuspielen, wie die Wiederaufnahme des Unterrichts gestaltet werden kann.

Der Vorschlag, an dem die Schulen gemeinsam mit der Forschungsgruppe PAD-LAB arbeiten, geht vom Konzept einer „heimeligen Schule“ aus, die so gestaltet werden soll, dass Kinder und Jugendliche bei ihrer Rückkehr in die Klassenräume auch dank des Einsatzes von Zierpflanzen ein Gefühl des Aufgehobenseins und echter Sicherheit haben. „Unsere Bemühungen gehen in die Richtung, eine militärische oder Krankenhaus-Atmosphäre zu vermeiden, die nur Angst erzeugt und sehr kontraproduktiv für alle Lernprozesse ist, aber dennoch alle Sicherheitsauflagen zur Vermeidung von Anstecklungen zu befolgen“, erklärt Weyland.

Dabei zielen Lehrpersonen und das Forschungsteam auf drei Faktoren ab: das Thema Wohlbefinden, das gewährleistet werden soll, indem Schulen und Klassenräume wohnlich gestaltet werden, mit Insellösungen für einzelne Schüler*innen und kleine Gruppen statt der traditionellen Anordnung aus Pult und Tafel vor Bankreihen; das Thema Kunst, für das lokale Kunstschaffende dazu eingeladen werden, ihre Werke in Schulgebäude auszustellen oder Zeichnungen der Schüler*innen kunstvoll einzurahmen, um Schönheit, ein Gefühl der Zugehörig und Verbundenheit mit dem lokalen Umfeld zu fördern. Und schließlich das Thema Natur im Innenraum: „In den Simulationen in der Grundschule Pestalozzi und in der Mittelschule Sterzing geht es darum, Pflanzen als eine Art Avatar in Schulen einzusetzen. Die Schüler*innen bringen sie selbst von zu Hause mit, übernehmen dafür Verantwortung und pflegen sie”, erklärt Weyland. „Die Pflanzen ermöglichen auf ungezwungene Art, Abstandsregeln einzuhalten und können gleichzeitig in den Unterricht integriert werden, um die Schüler*innen für die Pflege und Bewahrung unseres Planeten zu sensibilisieren. Darüber hinaus ist es wissenschaftlich belegt, dass sich Pflanzen in einer Lernumgebung nicht nur positiv auf die Luftfeuchtigkeit und den Luftaustausch auswirken, sondern auch die Aufmerksamkeit und Konzentration der Kinder fördern.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • kirke

    Selbstverständlich können sich viele Personen in einem Raum aufhalten ohne sich mit einem Virus zu infizieren, auch wenn sich ein Infizierter mitten unter ihnen befindet. Es genügt wenn alle Personen einen ABC Schutzanzug mit externer Sauerstoff Versorgung tragen. Das ist allen Verantwortlichen bekannt!
    Alles Andere ist höchst fahrlässig, ja geradezu kriminell aus zweierlei Gründen: 1. Die Gefährdung von Personen trotz besseren Wissens,
    2. Die Verschleuderung von Volksvermögen für völlig nutzlose Hilfsmittel wie Plexiglas u.s.w.
    Also entweder ordentlich oder gar nicht, die Hektik mit der immer noch Massnahmen erdacht und eingeführt werden bring nur Eines: NICHTS!!!

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